Immer im Einsatz: Andrea Landskron ist Chefin der Gordener Kameraden
Gorden
Egal, ob es irgendwo brennt oder ein Verkehrsunfall die Helfer fordert – Andrea Landskron hält bei allen Einsätzen die Fäden in der Hand. Die 52-jährige Gordenerin ist Wehrführerin der örtlichen freiwilligen Feuerwehr.
Die Gordener Wehrführerin Andrea Landskron. Foto: Dietmar Seidel Foto: Dietmar Seidel
Als Chefin der Feuerwehr tritt sie in die Fußstapfen ihres Opas und Vaters. Denn auch diese waren Wehrführer. Andrea Landskron ist bereits seit ihrem 16. Lebensjahr in der Feuerwehr. »Es ist eine Berufung«, sagt sie. Für die 52-jährige Gordenerin ist es eine Herausforderung zu helfen. »Das Zusammenspiel mit den Kameraden prägt«, sagt sie. Dennoch war die vierzehntägige Ausbildung zur Wehrführerin an der Feuerwehrschule in Eisenhüttenstadt sehr hart. »Ich wollte bereits nach drei Tagen wieder nach Hause«, erinnert sich die Gordenerin. Aber sie habe dann doch die Nerven behalten. Unter 34 Männern war sie in den Jahren 1991/1992 die erste Frau, die eine Ausbildung zur Wehrführerin absolvierte. Danach übernahm die 52-Jährige die Gordener Wehr mit 54 Kameraden. »Jetzt sind wir allerdings nur noch 31. Davon sind 18 Aktive. Die anderen sind in der Alters- und Ehrenabteilung sowie in der Jugend.« Derzeit sind neben Andrea Landskron noch zwei weitere Frauen in der Feuerwehr tätig. »Mit der Wende haben wir ein neues Auto bekommen, und wir arbeiten jetzt auch mit einer viel besseren Ausrüstung.« Viel zu verdanken habe die Feuerwehr Amtsdirektor Manfred Drews. »Wir haben Glück, dass sein Herz so für die Feuerwehr schlägt. Alle Wehren in den einzelnen Orten haben neue Fahrzeugdepots bekommen. Dadurch haben wir auch ein Lockmittel für die Jugend.« Denn wie jede Feuerwehr kämpfe auch die Gordener mit Nachwuchssorgen: »Viele verlassen die Region wegen eines Jobs.«Bisher rückten die Gordener zu verschiedenen Einsätzen wie Wald- und Wohnungsbränden und Verkehrsunfällen aus.In ihrer ganzen Amtszeit als Wehrführerin erinnert sich Andrea Landskron lediglich an eine brenzlige Situation: »Im letzten Jahr hatten wir einen Einsatz auf dem ehemaligen Muna-Gelände in Hohenleipisch. Dort waren früher die Russen stationiert.« Dabei sei ein neuer Kamerad, der zum ersten Mal bei einem Einsatz dabei gewesen ist, auf Munition gestoßen. »In diesem Moment ist mir schon das Herz in die Hose gerutscht«, gibt Andrea Landskron zu. Doch es ging alles gut.Die Ausbildung des Nachwuchses hat der Jugendwart Robby Richter übernommen. »Er unternimmt mit den Kindern viel, zum Beispiel fährt er mit ihnen angeln. Außerdem ist er Organisator von ,Spiel ohne Grenzen'«, so die Wehrführerin. Dabei handelt es sich um ein Spiel, bei dem die Kinder mehrere Stationen durchlaufen müssen. Es geht um Geschicklichkeit, Wissen und Können. An dem Spiel nehmen Mannschaften aus ganz Deutschland teil. Andrea Landskron ist nicht nur Chefin der Gordener Wehr, sondern kümmert sich auch um andere Dinge. »Ich bin seit zehn Jahren im Einsatznachsorgeteam des Landes Brandenburg«, erzählt die 52-Jährige. Dieses Team besteht derzeit aus 25 Mitgliedern, die unter anderem vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Feuerwehr und der Polizei kommen. »Wir helfen Kollegen dabei, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Sie können mit uns reden«, erklärt die Gordenerin. Für die Zukunft hat Andrea Landskron zwei Wünsche: »Ich hoffe, dass wir bald keine Nachwuchssorgen mehr haben müssen. Und dass ich mein Team von Einsätzen immer wieder gesund zurück bringen kann.«
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