Gleichstellungsbeauftragte findet genügend Beispiele vor Ort
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Wenn die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Monika Löppen, demnächst in den wohlverdienten Ruhestand geht, dann kann sie die Frauentagsfeier am Samstagnachmittag im Bernsdorfer Freizeitzentrum als sehr schöne Erinnerung an ihr Arbeitsleben mit nach Hause nehmen. Kaum ein freier Platz war noch im Saal zu finden und die Stimmung durchaus prächtig.
Frauen und einige (wenige) Männer aus dem gesamten Landkreis waren nach Bernsdorf gereist, zum Teil in eigenen Fahrzeugen, aber auch mit den extra dafür eingesetzten Bussen. Die Gründe, warum sie dabei sein wollten, waren durchaus unterschiedlich. Während die Einen sehr wohl engagiert an die Sache herangingen und den Kampf um die Gleichberechtigung der Frau in den Vordergrund rücken wollten, haben die Anderen sich mehr auf unterhaltsame Stunden in geselliger Runde gefreut. Monika Löppen waren alle willkommen. Sie hatte entsprechend abwechslungsreich vorgesorgt, denn bevor es zum gemütlichen Teil mit Musik von „Anett & Friends“ und Kabarett vom Wittenberger „Brett'l Keller“ überging, erinnerte die Gleichstellungsbeauftragte in ihrer Eröffnungsrede sehr wohl an die Bedeutung des Frauentages, die auch in der heutigen Zeit keineswegs an Aktualität eingebüßt habe.
Die Gleichberechtigung habe sich noch nicht durchgesetzt und müsse im täglichen Leben von den Frauen in einer nach wie vor von Männern dominierten Welt immer wieder aufs Neue eingefordert werden. Monika Löppen musste nicht erst in die Ferne schauen, um diesen Fakt anschaulich belegen zu können: Von den 50 Sitzen im Kreistag sind lediglich zehn von Frauen besetzt, und von den 16 Bürgermeistern und Amtsdirektoren im Landkreis sind lediglich fünf weiblich.Doch es seien noch genügend andere Aspekte, die das tägliche Leben der Frauen bestimmen und die aus Sicht der Gleichstellungsbeauftragten bislang keineswegs zufriedenstellen können, zum Beispiel das ungleiche Lohngefüge zwischen Frauen und Männern, die hohe Arbeitslosenquote von Frauen, die immer wieder auftretende Unvereinbarkeit von Beruf und Familie.
Zwar habe sich politisch viel getan, zahlreiche Förderprogramme seien speziell auf die Bedürfnisse der weiblichen Arbeitnehmerinnen abgestimmt, aber dennoch hätten es Frauen ungleich schwerer als ihre männlichen Arbeitskollegen.Für die scheidende Elbe-Elster-Gleichstellungsbeauftragte bleibt deshalb ein Wunsch für die Zukunft: Solange sich an den genannten Fakten nichts geändert habe, seien solche Veranstaltungen wie die am Samstag in Bernsdorf weiter nötig: zur Sensibilisierung für die Probleme der Frauen, deren öffentliche Benennung und natürlich zur Kommunikation miteinander.
Monika Löppen freute sich über den großen Besucherandrang.
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