Am 21. März erklingen restaurierte Kesselpauken in Doberlug
Doberlug-Kirchhain
Seit Donnerstag sind die beiden Kesselpauken wieder an ihrem Platz auf der Orgelempore der Klosterkirche. Etwa ein halbes Jahr hatte sie die Kirchengemeinde auf Kur geschickt. Denn sie haben schon mindestens 282 Jahre auf dem Fell. Eine Auffrischung war dringend notwendig.
Andreas Engelmann und Karl Trepsdorf haben die restaurierten Kesselpauken am vergangenen Donnerstag wieder nach Doberlug-Kirchhain geholt. Foto: Dietmar Seidel Foto: Dietmar Seidel
In weiche Decken gehüllt haben die Kesselpauken den Pkw-Transport von der Altenburger Pergament & Trommelfell GmbH bis zur Klosterkirche bestens überstanden. Karl Trepsdorf wickelt die Instrumente wie rohe Eier aus und schwärmt von ihrem „satten, weichen“ Klang. „1728 hat sie Kantor Johann Gottlieb Geras nach Doberlug geholt. Seitdem sind sie mehrfach neu bespannt worden. Darauf lassen Inschriften schließen, die wir gefunden haben“, kommt er ins Plaudern. Drei waren zu entziffern. Die letzte stammt von 1928 vom Dobrilugker Stadtkapellmeister Jentsch. Eine fünfte Inschrift ist jetzt hinzugefügt worden.
Seit Jahrzehnten führten die Kesselpauken ein bescheidenes Dasein. Wahrgenommen hat sie nicht wirklich jemand. Bis auf jene Banausen, die sie beschädigt hatten. Vor allem Anita Engelmann von der Kirchengemeinde engagierte sich für die Restaurierung der historischen Instrumente, die über Spenden finanziert wird.
Die beiden Kesselpauken mussten komplett neu bespannt werden. Weißes Ziegenleder ist ihnen in ihrer letzten Werkstatt in Altenburg aufgezogen worden. „An den Kupferschalen haben wir die Beulen ausglätten und Risse abdichten lassen“, beschreibt Trepsdorf die behutsame Vorgehensweise. „Wir wollten keine Rund-um-Erneuerung“, erklärt er.
Interessant sei, dass die Restauratoren mit ihrem fachmännischen Blick auf die Pauken schließen konnten, dass die Instrumente älter als 282 Jahre sein müssen. Hinweise darauf seien Beschläge an den Kupferkesseln, die auf eine andere Verwendung hindeuten. „Es ist gut möglich, dass beide Pauken schon in der Reiterstaffel beim Kurfürsten in Merseburg am Pferd befestigt waren“, interpretiert Trepsdorf.
1728 waren sie ein Geschenk von Herzog Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg an die damalige Schlosskirche zu Dobrilugk.
Bei großen Konzertprojekten sollen die Kesselpauken künftig die Empore verlassen und als historische Instrumente eingebunden werden. Am Sonntag kommender Woche werden die Doberluger Kesselpauken – in der Region gibt es nur in Luckau ähnlich festinstallierte Instrumente in einer Kirche – wieder in den Dienst genommen. Mit einer geistlichen Musik zur Passionszeit, die einem echten Paukenschlag gleicht.
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