Zuschauer begeistert von Kindern in der Manege
Kleine Fakire tanzten beim Zirkusprojekt nicht nur über Glasscherben, sie legten sich auch mutig auf ein Nagelbrett. Foto: Jana Pozar/zar1

"Sie haben nicht geträumt. Das waren ihre Kinder und Enkelkinder, ihre Schüler, die hier alles gegeben haben", sagte André Sperlich vom 1. Ostdeutschen Projektcircus. In nicht einmal zwei Tagen haben Grundschüler der Diesterweg- und Friedensschule sowie Vorschulkinder der Kita Regenbogen gelernt, was ein richtiger Zirkusdompteur, Zauberer, Clown oder Artist können muss. "Und sie waren richtig gut", schwärmte Sperlich.

Wie in einem richtigen Zirkus roch es nach Zuckerwatte, Popcorn und Eis. Aufgeregt wuselten die Kinder vor der letzten Aufführung ihrer Zirkusnummer hin und her. Das runde Zirkuszelt war für drei Tage ihr Mittelpunkt. Noch aufgeregter aber waren wohl die Eltern. "Ich habe mir das alles gestern schon einmal angeschaut. Ich habe vor Freude und vor Stolz geweint", gab Silke Wegener zu. Ihr Sohn Justin (10) und ihre Tochter Jasmin (6) nahmen am Zirkusprojekt teil. Justin bewies sich als Clown, Jasmin durfte mit Tauben arbeiten. Sie war auch die Kleinste in der Runde der Taubenbändiger.

Selbstsicher wippte Celina Liedtke später mit einem Pony, führte Ziegen an der Leine. Sie strahlte, als sie ihre Mutter Corinna im Publikum erblickte. Und auch die Mutter strahlte. "Das Projekt ist wirklich große Klasse, die Kinder blühen förmlich auf. Es ist gut, dass sie zeigen können, was sie gelernt haben", betonte Corinna Liedtke.

In der Manege standen kleine Profis, die lachend ins Publikum strahlten. Klar, dass sie dabei von den großen Profis unterstützt wurden – bei den Dressuren, bei der Artistik, bei den Zaubernummern. "Wie der Trick funktioniert, darf ich nicht verraten. Das ist Zauberergeheimnis", sagte Markus Heinze verschmitzt. Der Elfjährige hat eine Taube in ein Kaninchen verzaubert. "Ach, das war ganz leicht", erzählte er lachend. Aufgeregt sei er nur bei der ersten Aufführung gewesen. Gudrun Tappert, Erzieherin in der Kita Regenbogen war sehr beeindruckt. Einige machten bei der Taubendressur mit. "Sie waren sehr mutig, haben sich wohlgefühlt und haben schnell gelernt. Vor keinem Flügelschlag haben sie sich erschreckt. Dabei musste ich selbst ein paar Mal zucken, wenn die Tauben dicht an mir vorbeiflogen", gestand die Erzieherin.

Neben Artisten standen auch Fakire in der Manege. Mutig spuckten sie Feuer, liefen über Scherben oder legten sich aufs Nagelbrett. "Es waren drei ereignisreiche Tage. Das Zusammenspiel war einfach super. Und einige Kinder haben uns wirklich überrascht", schwärmte Gabriele Wickmann, Schulleiterin der Diesterweg-Grundschule. "Wir haben Pyramiden gebaut, sind durch die Luft geflogen und haben uns aneinander festgehalten. Es waren jede Menge Illusionen dabei, aber es war kein Traum", bestätigte auch Zirkusdirektor André Sperlich.