Guben Rund 465 000 Euro an Investitionen hätte vor etwa sechs Jahren eine Wiederinbetriebnahme des einstigen Filmtheaters an der Gubener Karl-Marx-Straße erfordert. Inzwischen haben Diebe, Vandalen und der Zahn der Zeit diese Summe wachsen lassen. Doch Gubens Bürgermeister und die Fraktion Wir Gubener Bürger wollen sich diesem Thema jetzt stellen.
13.03.2010
Vernagelt.
Foto: B.Remus
Knapp zehn Jahre, nach dem im einstigen Gubener Filmtheater die Kinolichter ausgegangen sind, kommt zum zweiten Mal Bewegung in die Wiederbelebung des renommierten Gebäudes. Nachdem Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner im Wirtschaftsausschuss der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag seine Kaufabsichten für diese Immobilie verkündet hatte (die RUNDSCHAU berichtete), fand dort am gestrigen Freitagvormittag eine Vor-Ort-Besichtigung statt. Hans Joachim Hapke, der vor einigen Jahren per Zufall von der Ufa in Düsseldorf „einen ganzen Sack Schlüssel“ erhalten hatte, wie er sagt, führte durch die Räume. Zerstörungen fielen zuerst in den Blick – ob in der einstigen Filmvorführerwohnung, im Kassen-, Vestibül-, Saal-, Bühnen- oder Umkleidebereich. Bis auf einen sind alle Wandheizkörper gestohlen, die Heizungsanlage im Keller verliert Wasser. Viele Lampen und Scheiben sind zer- oder eingeschlagen. Im oberen Kinosaal fehlen fast alle Stühle, im unteren wölbt sich in den Gängen und vor der Bühne das Parkett. Der vorderste Bühnenvorhang ist verschwunden, die Leinwand zerschnitten.
Hans Joachim Hapke erinnert sich, dass er im Jahr 1998 im großen Saal zuletzt den Film „Der Pferdepflüsterer“ gesehen hat. Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner denkt über ein Nostalgiekino nach und über die Container, in die aller Müll aus dem Haus verfrachtet werden muss. Mit Peter Wiepke von der Fraktion Wir Gubener Bürger, die im Wahlprogramm die Wiederinbetriebnahme des Filmtheaters zu stehen hat, ist er sich einig, dass die Bausubstanz „überraschend gut“ erhalten ist. Auch, dass sich Gubener Betriebe in eine Wiederbelebung des Hauses einbringen sollten, ist beider Männer Ansicht. Ideen für eine kommunale Betreibergesellschaft, die grenzübergreifende Nutzung, Finanzierung über Interreg-Mittel und manches andere mehr werden andiskutiert. Nach gut einer Stunde wird zunächst mit Hans Joachim Hapke vereinbart, dass er sich um die durch die Schneelast abgerutschten Dachziegel kümmert und weiter auf das Haus achtet.
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