07. September 2011, 00:00 Uhr

LesBiSchwulen-Tour wirbt in Guben für mehr Akzeptanz und Respekt

LesBiSchwulen-Tour macht in Guben Station / Passanten zeigen wenig Interesse

Guben Für mehr Akzeptanz haben am Dienstag die Teilnehmer der LesBiSchwulen-Tour 2011 in Guben geworben. Zunächst waren sie auf dem Dreieck mit einem Info-Stand präsent.

Manuela und Erik (v. l. am Mikro) sensibilisierten mit Gleichgesinnten am Dreieck Gubener über Belange der Schwulen und Lesben unter dem Motto „Brandenburg bleibt bunt“. Foto: rww1 Foto: rww1
Für den Nachmittag hatten die Organisatoren zu einer Lesung in die Stadtbibliothek eingeladen, bei der drei Kurzgeschichten vorgetragen werden sollten. „Die Akzeptanztour ist seit zwölf Jahren unterwegs und war 2000 schon mal in Guben. Damals wie heute ist uns das Hissen der Regenbogenfahne nicht genehmigt worden“, war von Lars Bergmann, dem Leiter der Brandenburger Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule Belange, zu erfahren. Er kritisierte erneut die Entscheidung. Mit dem Hissen der Fahne hätte die Stadt ein Zeichen setzen können. „Schließlich steht die Regenbogenfahne für Respekt und Vielfalt.“

Mit der Tour wolle man ein Bewusstsein schaffen, unter anderem für die Frage, wo Diskriminierung anfange, die es auch heute noch gebe. „Diese Diskriminierung ist oft in Unsicherheit begründet. Es gibt sie sowohl in kleinen Städten wie Guben als auch in Großstädten wie Berlin“, so Bergmann.

Äußeres Zeichen der Unsicherheit ist für den 28-Jährigen die Tatsache, „dass die meisten einen Haken um uns schlagen, weil sie der Auseinandersetzung aus dem Weg gehen wollen“. So wie auf dem Gubener Dreieck: Nur wenige Passanten nehmen das Angebot zu einem Gespräch an oder eine Flyer mit. „Mit ein paar jungen Leuten sind wir ins Gespräch gekommen, einige haben uns gesagt, dass sie die Aktion nicht gut finden.“ Kein Problem für Bergmann: „Uns sollen gar nicht alle toll finden.“
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Erstellt am: 07. September 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. September 2011, 11:44 Uhr
Autor: ten1

Jüngste Kommentare (6)

Akzeptanz ja!

von Karl_Klartext

Erzwingen - nein! Warum wird dieses Thema eigentlich so aufgeputscht? Was hat das Nichthissen einer Flagge mit Diskriminierung zu tun? Bin gespannt, ob es diskrimierend wäre, wenn Neo-Nazis Ihre Hakenkreuz- Fahne oder polnische Mitbürger beim Hissen Ihrer Staatsflagge gehindert worden wären?!
Es wird maßlos übertrieben.

Wird ja immer armseliger!

von Heftpflaster

Antwort auf folgenden Beitrag von Karl_Klartext am 08.09.2011 11:01 Uhr

Hakenkreuzflaggen dürfen schon aufgrund einschlägiger §§ des StGB nicht gehisst werden. Aber es ist sehr bezeichnend, dass Sie die Regenbogenflagge und das Engagement Homo/Bi-sexueller Menschen auf die selbe Ebene sellen, wie Hakenkreuze und Neonazis. Zu dieser kruden Denke werde ich mich nicht weiter äussern. Wundert mich sehr, dass es derlei Geschwätz überhaupt durch die LR-Zensur schafft.

?

von bendte

Antwort auf folgenden Beitrag von Karl_Klartext am 08.09.2011 11:01 Uhr

Es wird im Beitrag nicht davon geschrieben, dass das Nicht-Hissen der Regenbogenflagge Diskriminierung sei. Sondern davon, dass es Diskriminierung Homosexueller in unserer Region gibt. Und dass die Regenbogenfahne ein Symbol für Vielfalt der hier lebenden Menschen ist. Was Sie an dieser Feststellung übertrieben finden, weiß ich nicht - vielleicht missverstehe ich Sie aber auch und Sie meinen eigentlich, dass Lesben und Schwule in übertriebenem Maße diskriminiert werden? Ist doch gut, wenn darüber geredet wird, wie wir alle gut miteinander auskommen können. Ohne dass jemand an den Rand gestellt wird.

Wann/Wo beginnt Akzeptanz?

von Herr_Tacheles

Grundsätzlich ist es eine hervorragende Sache, wenn man für etwas in seinem Leben, eine Einstellung oder was auch immer um Akzeptanz wirbt. Sicher ist auch diese Initiative vom Grundgedanken recht gut.
Nur wenn einem bei Betreten des gubener Dreiecks sehr fragwürdige Cover-Versionen bekannter, mit teilweise schönen Erinnerungen bestückte Lieder namhafter Bands entgegen schlagen, bei denen es sich die Ohrläppchen kräuselt, und dann den Blick auf provokativ zappelnder Herren mit stylischen Frisuren wirft, bleibt von Akzeptanz nicht mehr viel übrig. Infostand gerne, fragwürdige Aktionen wie am Christopher-Street-Day eher ungern. Damit wäre dann die Frage mit der Fahne auch indirekt beantwortet.

keine Akzeptanz den Frisuren?

von bendte

Antwort auf folgenden Beitrag von Herr_Tacheles am 07.09.2011 14:19 Uhr

Achso, die Cover-Versionen und die Frisuren sind ihr Problem? Und die Frauen und Mänenr am Stand gefallen ihnen nicht? Also wenn da schon Probleme mit der Akzeptanz beginnen... Und die Regenbogenfahne fänden Sie vermutlich zu "zappelig und stylisch" im Wind wehend, hm? Lehnen Sie auch sonst Leute ab, deren Haarschnitt Ihnen nicht gefällt?

Was bitte...

von Heftpflaster

Antwort auf folgenden Beitrag von Herr_Tacheles am 07.09.2011 14:19 Uhr

...soll dem geneigten Leser dieses latent homophobe Geschwätz nun eigentlich sagen?
Was können die Herren und Damen denn für Ihren Musikgeschmack und Ihre Erinnerungen? Und was bitteschön ist am CSD "fragwürdig"? Und wieso ist mit diesem Gestammel die Frage mit(sic!) der Fahne beantwortet?
Am besten noch mal unter TACHELES nachschlagen zwinkern

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