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Guben

Hitze treibt Wasser-Kosten hoch

Guben In der Lausitz wurde bis Ende Juli so oft bewässert wie sonst in einem Jahr. Für die Kommunen wird das teuer. In der Stadt Guben sind im laufenden Haushaltsjahr bislang knapp 23 000 Euro zusätzlich angefallen.

29.07.2010

Die Grünanlagen – hier an der Promenade am Dreieck in Guben – mussten wegen der Trockenheit in den vergangenen Wochen häufig zusätzlich bewässert werden. Foto: B. Remus
Foto: B. Remus
Das geht aus einer Hochrechnung der Verwaltung hervor. Demnach verteilen sich die Kosten auf etwa 10 300 Euro für das Wasser sowie auf rund 12 400 Euro für das Personal. Wegen der langen Trockenheit wurde für die Bewässerung der Grünanlagen in diesem Jahr etwa 3750 Liter Wasser mehr verbraucht. Die zusätzlichen Kosten gehen zulasten anderer Aufgaben, sprich das Geld muss an anderer Stelle wieder eingespart oder aber über einen Nachtragshaushalt realisiert werden. Allerdings liege die Abschlussrechnung noch nicht vor, so die Verwaltung.

Die Pflanzenanlagen, die durch den Pflegevertrag aus dem Jahr 2005 gebunden sind, werden durch den Eigenbetrieb und das Unternehmen Pusch Gartencenter. Bei extremer Trockenheit und Hitze erfolge die Bewässerung intensiv über einen ganzen Tag, wenn möglich mit Sprenger, ansonsten per Hand.

Auch in anderen Kommunen wurde in den vergangenen Wochen gewässert, was das Zeug hält. »Auf jedes Gehölz geben wir 100 Liter Wasser«, so Michael Max, Chef eines Cottbuser Landschaftsbauunternehmen, das unter anderem für die Stadt Cottbus und den Energiekonzern Vattenfall Grünanlagen bewässert. Seine Mitarbeiter waren in den vergangenen Wochen von 5.30 Uhr bis 22.45 Uhr im Landkreis Spree-Neiße und in Cottbus unterwegs. »Wir haben bis Mitte Juli so viel bewässert wie sonst im ganzen Jahr.«

Die Bewässerungsunternehmen entnehmen ihr Wasser aus Wasserläufen oder beziehen es von Wasserwerken. Trotz des Mehrbedarfs werde das Leitungswasser aber nicht knapp, so Marina Röwer von der Lausitzer Wasser GmbH. Bei der extremen Hitze der vergangenen Wochen seien täglich 24 000 Kubikmeter Wasser verbraucht worden. Spitzenreiter war Haasow. Statt der üblich 50 seien in dem Spree-Neiße-Dorf 270 Kubikmeter Wasser verbraucht worden.

Wie teuer Städte wie Cottbus oder Hoyerswerda der gestiegene Wasserverbrauch am Ende kommt, kann noch niemand sagen. Sicher ist nur: »Die Kosten werden deutlich steigen«, so eine Sprecherin der Stadtverwaltung Hoyerswerda.

Den meisten Kleingärtnern schlägt der doppelt so hohe Wasserverbrauch in den Juli-Wochen im Vergleich zum Vorjahr kaum auf den Geldbeutel. 950 Kleingärtner im Regionalverband der Garten- und Siedlerfreunde Herzberg und Umgebung pumpen sich Grundwasser hoch, so Vorsitzender Rolf-Jürgen Herrmann. Leicht steigen werden nur die Stromkosten für die Pumpe.

Zum Thema:
Der lange und schneereiche Winter in diesem Jahr hat bereits Löcher in die Haushalte der Kommunen gerissen. So hat die Stadt Guben mehr als 300 000 Euro ausgeben müssen. Das war mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Winter 2008/09. Die Gemeinde Schenkendöbern musste rund 100 000 Euro berappen. Im Jahr zuvor waren es noch knapp 76 000 Euro.

Von Michel Havasi, Mathias Klinkmüller und Daniel Preikschat
 
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