04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Gut verpackt auf Zustell-Tour

Ehepaar Müller bringt die RUNDSCHAU auch bei Eiseskälte zum Leser

Guben Eisige Kälte hält die Lausitz in diesen Tagen fest im Griff. Doch trotz Tiefsttemperaturen bis zu minus 15 Grad oder mehr sorgen Menschen dafür, dass das Leben seinen gewohnten Gang geht und nicht etwa „einfriert“. Dazu gehören die Zusteller der Lausitzer Rundschau.

Für Albrecht Müller und seine Frau Angelika beginnt der Tag früh um halb drei. „Da stehen wir auf, und eine halbe Stunde später beginnen wir mit unserer Zeitungstour“, erzählt Albrecht Müller. Der 66-Jährige ist in puncto RUNDSCHAU-Zustellung ein alter Hase. Seit 20 Jahren sorgt er dafür, dass die Heimatzeitung pünktlich im Briefkasten der Leser landet.

Und deshalb macht Müller um die jetzigen Witterungsbedingungen auch kein großes Gewese. „Man zieht sich ordentlich an, und dann stellt das eigentlich kein Problem dar.“ Zum „ordentlich anziehen“ gehören für Müller die lange Unterhose und die Thermohose, ein Unterhemd, mehrere Pullover und die dicke Winterjacke sowie eine Mütze. Eigentlich hätte er auch noch eine schützende Maske für das Gesicht, „aber da kann es passieren, dass man von der Polizei angehalten wird“.

Die Müllers gehen in diesen Tagen also gut verpackt auf Tour. Ehemann Albrecht stellt seine Zeitungen im Bereich der Otto-Thiele-Straße und ihrer Nebenstraßen zu. Eine runde Stunde benötigt er dafür. Anschließend trifft er sich mit Ehefrau Angelika daheim zu einer Tasse Tee, ehe die nächste Arbeit angepackt wird. „Dann sortieren wir die RPV-Briefpost.“

Bei welchen Temperaturen sie ihre nächtliche Arbeit verrichten, wissen die Müllers immer ganz genau. Auf der Terrasse ihres Hauses befindet sich eine kleine Wetterstation. „Freitagmorgen waren es etwa minus 15 Grad, in der Nacht davor sogar minus 17 Grad“, weiß Albrecht Müller zu berichten. Es sind beileibe nicht die extremsten Bedingungen, die er und seine Frau bereits erlebt haben. „Im vorigen Jahr waren es teilweise bis minus 24 Grad. Das Schlimmste war da aber der dicke Schnee.“

Das Problem: Die Zusteller beginnen ihre Tätigkeit in der Regel, bevor der Winterdienst mit dem Räumen beginnt. Also müssen sich Albrecht und Angelika Müller und ihre Kollegen selber durch den frischen Schnee kämpfen, wenn es in den Stunden zuvor geschneit hat.

„Generell sind Schnee- und Eisglätte die schlimmsten Bedingungen, denn da ist man nicht mehr sicher auf dem Rad.“ Ein Problem können bei Dauerfrost auch Briefkästen darstellen, die regelrecht zukleben. „Manchmal reicht ein kleiner Schlag dagegen aus, manchmal braucht man aber auch eine Schere als Hilfsmittel“, so der erfahrene Zeitungszusteller.

Ein anderes Problem ist eher hausgemacht: Die Müllers setzen in puncto Drahtesel inzwischen auf E-Bikes, also Räder mit Elektroantrieb. „Und die Kapazität der Batterien lässt bei dieser Kälte natürlich nach“, erläutert Albrecht Müller.

Doch egal ob Kälte, Schnee, Regen oder Sturm – ihre Arbeit als RUNDSCHAU-Zusteller möchten Angelika und Albrecht Müller nicht missen. „Wir sehen das als unseren Frühsport an. Das hält uns fit.“
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 02:47 Uhr
Autor: Von Thomas Engelhardt

Von Thomas Engelhardt

Jüngste Kommentare (2)

Find ich auch.

von Offener

Betrifft auch Zusteller von Werbung u.a..
Für den "Pappenstiel" und dann noch zu solch einer Uhrzeit
dreht sich manch trotzdem selbstbewußter langzeitig Erwerbsloser noch lange im Bette.

Endlich mal...in eigener Sache

von freibeuter

Ein dreifaches Hoch für diese Frühaufsteher. die immer bemüht sind ihren Auftrag pünktlich und gewissenhaft durchzuführen.
Oft genug haben sie mit widrgen Umständen zu kämfen, die nicht immer nur dem schlechten Wetter zuzusprechen sind, sondern ihre Ursache in Gedankenlosigkeit oder Ignoranz ihrer Kunden haben.
Auf jeden Fall ein grosses Dankeschön an alle Zeitungszusteller !

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