Gubener Veranstaltung erinnert an Opfer des Faschismus
Guben Trotz Schnee und Eis hatten sich viele Besucher am Abend des 27. Januar in der Bergkapelle eingefunden, um der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Januar des Jahres 1945 zu gedenken.
08.02.2010
Andreas Peter hatte die Schriftstellerin Rosemarie Schuder eingeladen. Sie las an diesem Abend aus ihrem, gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf Hirsch verfassten Buch „Nr. 58866 – Judenkönig“.
Betroffen hörten wir vom Schicksal des Juden Kurt Julius Goldstein (1914 bis 2007), einer von unzählig vielen, die den Wahnsinn des Faschismus erleben und erleiden mussten. Wie eng doch die große Geschichte verbunden ist mit der unserer Stadt zeigten die Ausführungen von Andreas Peter zu seinen Nachforschungen über das „Gemeinschaftslager Koenig-Park“. Auf jetzt polnischer Seite gelegen, wurde es zur Station jüdischer Frauen und Mädchen vor allem aus Ungarn und anderen von den Nazis besetzten Staaten. Für sie begann hier ein Weg, der für Viele in den Tod führte.
So konnte Andreas Peter unter anderem die Jüdin Lenke Rothmann, die als 15-jähriges Mädchen in das Lager nach Guben kam, ausfindig machen. Er besuchte sie in Stockholm und erhielt von ihr als unmittelbar Betroffene einen Einblick in die furchtbare Zeit im dortigen Lager. Im Gedenken an die Opfer des Holocaust sang Michael Domke zum Schluss das Kaddisch, das jüdische Totengebet, in hebräischer Sprache.
Sehr nachdenklich verließen die Leute das Gotteshaus, gingen über den verschneiten jüdischen Friedhof. Und vielen von ihnen wurde an diesem Tag klar, dass das Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus niemals ruhen darf. Ursula Schulz
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