24. August 2011, 00:00 Uhr

Guben verteidigt Absage an die Regenbogenfahne

Schwul-lesbisches Symbol soll nicht am Rathaus angebracht werden / Info-Stand am 6. September am Dreieck

Guben Während in Forst, Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) Anfang September die Regenbogenfahne gehisst wird, lehnt Guben die Beflaggung des Rathauses mit dem Symbol für Schwule und Lesben ab. Mit der Hissung möchte die Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule Belange auf die Situation von Schwulen und Lesben aufmerksam machen.

Die Regenbogenfahne – in Guben nicht erwünscht. Archivfoto: rhl1
In Guben wird sich ihre Aktion allerdings auf einen Info-Stand am Dreieck beschränken müssen.

Die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung sind der Ansicht, dass eine Botschaft nicht allein durch eine Fahne getragen wird, hieß es am gestrigen Dientag aus der Stadtverwaltung als Erklärung für das Fahnenverbot. Ein Info-Stand, an dem die Menschen Hilfe und Informationen bekommen, erscheine viel sinnvoller. „Guben ist eine tolerante Stadt, in der jedem die Möglichkeit gegeben wird, so zu leben, wie er es möchte“, hieß es weiter vonseiten der Stadt.

Laut Lars Bergmann, Leiter der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule Belange in Potsdam, hätte Guben mit der Hissung der Fahne symbolisch zeigen können, dass Schwule und Lesben in der Neißestadt willkommen sind. Er zeigte sich enttäuscht über die Beflaggungs-Absage aus Guben. „Nach sehr konstruktiven Vorgesprächen mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt hat uns dann eine kurze Antwort per E-Mail am 16. August sehr überrascht.“ In der Mail aus dem Rathaus hieß es: „Ich möchte Ihnen mitteilen, dass der Bürgermeister dem Infostand zugestimmt hat. Eine Fahnenhissung ist nicht möglich.“

Die Tour der schwul-lesbischen Initiative, die auf Diskriminierung im Alltag aufmerksam machen will, führt in diesem Jahr vom 5. bis 11. September entlang der deutsch-polnischen Grenze durch die Städte Forst, Guben, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Wriezen und Szczecin (Stettin). Am 6. September wird ab 10 Uhr ein Stand der Initiative am Gubener Dreieck über Gleichberechtigung und Diskriminierung beraten. Während in Wriezen eine Hissung der Regenbogenfahne noch vertagt worden ist, gab es in den anderen Städten keine Probleme, so Bergmann. „In Forst etwa wird die Gleichstellungsbeauftragte mit uns am 5. September in der Cottbuser Straße die Fahne hissen.“
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Erstellt am: 24. August 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 24. August 2011, 02:37 Uhr
Autor: cis

cis

Jüngste Kommentare (4)

Die SV muss immer in der Presse stehen.

von Buerger79

Habe mir eine Fahne für das Auto gekauft. Dachte zwar, dass die Dinosaurier ausgestorben sind. In der Stadtverwaltung hat wohl der eine oder andere zuflucht gefunden. Mir ist so, als würde man mit diesem Thema nur ablenken wollen.

@von erieger >>> @von Omen

von nohbgub

"Hängen Sie sich doch daheim eine Regenbogenfahne aus dem Fester ......."

Genau meine Meinung !!!

Vorschlag für Herr/Frau Omen

von erieger

...und alle die zeigen möchten wie tolerant Guben ist.
Hängen Sie sich doch daheim eine Regenbogenfahne aus dem Fester und stecken sich einen Pin ans Revers in Regenbogenfarben. Der Vorstand Herr Bergmann würde das bestimmt begrüßen.

Kopfschüttel

von Omen

Etwas anderes bleibt einem bei dem Theater nicht übrig.

Vielleicht ist das nächste Mal eine Hissung gegen eine Gebühr möglich... grinsen grinsen

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