Fastnacht und Zampern in Tauer, Drewitz, Jänschwalde, Lübbinchen und Kerkwitz
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Ganz im Zeichen der sorbisch-wendischen Traditionen hat das Wochenende in Tauer, Jänschwalde und Drewitz gestanden. Höhepunkt war dabei am gestrigen Sonntag das Jubiläum 125 Jahre Fastnacht in Tauer.
Jänschwalder Fastnachtstanz im „Brauhaus“. Foto: Engelhardt Foto: Engelhardt
Gut 90 Paare hatten sich am Mittag im Festzelt Tauer neben dem Sportplatz eingefunden. „Mindestens einer der Partner kommt aus Tauer, oft sind es auch alle beide“, erklärte René Richter, Jugendchef im Dorf. Bürgermeisterin Karin Kallauke hatte sogar auf 100 Paare gehofft. „Aber da hat uns wohl das kalte Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Die Fastnacht stelle den Höhepunkt der Vorfrühlingsbräuche dar. „Diese Bräuche sind nach wie vor in unserem Dorf verwurzelt“, so die Bürgermeisterin, die als Einzige zur Tracht auch eine Haube trug. Sorgen mache sie sich lediglich um die sorbische Sprache: „Wenn man eine Sprache lernen muss und sie nicht ständig im Alltag gebraucht, wird sie irgendwann aussterben.“
Auch Jugendchef Richter sieht die alten Traditionen im Dorf verwurzelt. „Und sie werden von uns gepflegt.“ Der 21-Jährige sieht in der Fastnacht aber auch noch einen anderen Aspekt: „Es ist schön, dass das ganze Dorf zusammenkommt und gemeinsam feiert.“
Stimmung beim Zampern in Kerkwitz. Foto: Foto-Werner Foto: Foto-Werner
Helmut Mattick, Jugendkoordinator der Domowina für die Niederlausitz, sagte: „Der kulturelle Zusammenhang in den Dörfern ist auf diesen Traditionen begründet.“ Er kenne Leute, die inzwischen am Bodensee leben, aber zu solchen Höhepunkten extra zurück in die Lausitz kommen, um dabei zu sein.
Nach dem Auftakttanz im Festzelt und Aufstellen zum großen Gruppenfoto startete der mehrstündige Umzug durch das Dorf. Am Abend stand noch der Fastnachtstanz auf dem Programm.
Noch genau ein Jahr müssen hingegen die Jänschwalder auf ihr Jubiläum warten. Dort wurden am Samstag 124 Jahre Fastnacht begangen. 30 Paare nahmen daran teil, war vom Jugendchef des Dorfes, Alexander Tschuck, zu erfahren. „Das Wichtigste an der Fastnacht ist der Erhalt der Tradition. Wir machen das alle gern, freuen uns schon lange darauf“, sagte Tschuck. Die Fastnacht sei ein wichtiger Bestandteil des dörflichen Lebens. Das unterstrich auch Sandra Klaebe: „Es ist immer wieder etwas Besonderes, die Tracht anzuziehen.“
Die Fastnachtspaare ziehen durch Tauer. Foto: Engelhardt Foto: Engelhardt
Zum Auftakt marschierten die Paare in den Saal der Gaststätte „Brauhaus“ ein. Nach einigen Tänzen stand der Umzug durch das Dorf an. „Wir gehen vor allem zu den Unternehmen“, so Alexander Tschuck. Das Abendbrot nahmen die jungen Herren im Hause ihrer Partnerinnen ein, ehe abends der Fastnachtstanz stattfand.Im benachbarten Drewitz wurde am Samstag derweil gezampert. „Das findet bei uns immer eine Woche vor der Fastnacht statt“, sagte Jugendchef Tim Ballack. Diese erlebe am 13. Februar ihre 113. Auflage.
Für die Zampertour werde man fast den gesamten Tag benötigen, so Ballack weiter. Mit von der Partie war auch ein umgebauter VW Polo, aus dessen Lautsprechern die musikalische Unterstützung dröhnte. Und nicht nur das: Zur Ausstattung des Gefährtes, das zum dritten Mal bei der Tour durchs Dorf dabei war, gehört auch eine Konfettikanone. Angst, dass der Zampergemeinschaft kalt werden könnte, hatte Tim Ballack nicht. „Wir haben uns alle dick angezogen.“
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