Ein Vierteljahrhundert für die Feuerwehr
Michael Schneider ist Ortswehrführer in Groß Breesen
Groß Breesen Seit einem Vierteljahrhundert ist Michael Schneider in der Groß Breesener Feuerwehr aktiv, seit Herbst 2008 steht er als Ortswehrführer an ihrer Spitze. Für sein langjähriges Engagement wurde der 39-Jährige vor wenigen Wochen beim Ball des Gubener Ehrenamtes ausgezeichnet.
Die Zahl seiner persönlichen Einsätze hat Michael Schneider nicht gezählt. An den Allerersten kann er sich aber noch erinnern: »Das war ein großer Waldbrand im Raum Spremberg und Weißwasser.« Dafür weiß der Ortswehrführer exakt, wie viele Einsätze die Groß Breesener im Jahr 2010 bisher hatten: »Die Feuerwehr Guben ist bisher insgesamt zu 160 Einsätzen ausgerückt, wir Groß Breesener waren bei 39 dabei.« Dabei ist es kein Zufall, dass Schneider zunächst die Gesamtzahl nennt: »Wir sehen uns stets als gesamte Wehr. Insgesamt gehören zur Freiwilligen Feuerwehr Guben drei Löschzüge. Zwei sind im Bereich Guben-Mitte angesiedelt, den Dritten bilden wir zusammen mit den Kameraden in Bresinchen«, erläutert Schneider.
20-Stunden-Einsatz
Zu den wichtigsten Einsätzen des Jahres gehörten auch für die Groß Breesener die beiden Hochwasser. »Da sind manche Kameraden 20 Stunden am Stück draußen gewesen.« Doch auch ein schwerer Unfall im August zwischen Bresinchen und Steinsdorf zählte dazu. »Es war mitten in der Nacht, wir mussten eine Person aus einem Auto befreien.« In solchen Fällen kommt das hydraulische Rettungsgerät mit Schere und Spreizer zum Einsatz. »Ich bekomme die ersten Informationen schon auf meinen Pieper. Auf der Anfahrt versuche ich dann, mich auf den Einsatz vorzubereiten. Klar, da steigt auch der Puls«, beschreibt Michael Schneider. Wichtig ist ihm aber nicht nur die Vor- sondern auch die Nachbereitung. »Egal wie spät es ist: Nach dem Einsatz treffen wir uns alle noch einmal und werten die Ereignisse aus.«
13 aktive Kameraden zählt die Groß Breesener Feuerwehr. Um Wehrführer werden zu können, absolvierte Michael Schneider an der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt die Ausbildung zum Gruppenführer. »Mit der Übernahme der Leitung habe ich jetzt auch mehr organisatorische Aufgaben zu erfüllen«, sagt Schneider.
Einsichtiger Arbeitnehmer
Was die Einsatzbereitschaft der Groß Breesener Wehr betrifft, sei diese abends und an den Wochenenden gegeben. Unter der Woche sehe das aber manchmal anders aus. »Unsere Leute sind ja arbeiten, manche ein Stück weit weg von Groß Breesen. Ein Kamerad ist beispielsweise Fernfahrer, der steht dann natürlich nicht zur Verfügung.« Er selbst habe es in der Hinsicht günstiger. Schneider arbeitet in Guben als Fliesenleger. »Mein Arbeitgeber hat mir den Lehrgangsbesuch ermöglicht und zeigt auch bei Einsätzen viel Verständnis.«
Seit 1993 wohnt Michael Schneider im fünf Kilometer entfernten Sembten. »Ich werde aber immer in Groß Breesen Feuerwehrmann bleiben.« Zur Familie gehören neben seiner Frau die Kinder Sarah und Leon. Die elfjährige Sarah will selbst zwar keine Feuerwehrfrau werden, weiß aber, was zu tun ist, wenn Papa alarmiert wird. »Ich bringe ihm dann Pieper und Handy, während Mutti schon das Hoftor öffnet.«
Die Auszeichnung beim Ball des Ehrenamtes betrachtet Michael Schneider als ein Dankeschön. Thorsten Weichert, einer von zwei Stellvertretern Schneiders, sagt: »Das war eine gute Wahl. Wir sind jetzt eine sehr gute Truppe.« Eines, sagt Michael Schneider, sei ihm aber viel wichtiger: »Das sind die Menschen, die hinter uns stehen, unsere Frauen und Familien. Ohne deren Verständnis wäre das alles gar nicht möglich.« ten1
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Jeweils zu Beginn des Monats wollen wir die Menschen des Monats vorstellen. Gewählt werden kann nach Vorstellung aller drei Kandidaten bis Ende Dezember unter www.lr-online.de/menschen10.
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Erstellt am: 14. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 14. Dezember 2010, 09:56 Uhr
Autor: Von Thomas Engelhardt

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