01. Februar 2012, 00:00 Uhr

Discounter schließt Ende September in Guben

Anwohner enttäuscht / Angebote für Penny-Beschäftigte noch offen / Gewerkschaft sieht Job-Chancen schwinden

Guben Seit Dienstagvormittag ist es amtlich: Der 1997 in der Otto-Nuschke-Straße in Guben eröffnete Penny-Markt schließt Ende September. Die Perspektive für die sieben Beschäftigten ist ungewiss.

Da war die Hoffnung noch groß: Senioren in der vergangenen Woche am Markt. Archivfoto: B.M.
Die Rewe-Gruppe führt wirtschaftliche Gründe an. „Der Markt ist mit einer Verkaufsfläche von lediglich knapp 600 Quadratmetern zu klein, um das Penny-Konzept in voller Breite darzustellen. Neue Märkte verfügen über 800 Quadratmeter Verkaufsfläche“, teilt Andreas Krämer, Pressesprecher der Rewe-Gruppe, mit. Dem Rewe-Sprecher zufolge sind zudem die Verhandlungen über einen neuen Mietvertrag nicht optimal gelaufen. „Unsere Versuche, die laufenden Kosten im Hinblick auf die Miete an die wirtschaftliche Ertragskraft des Standortes anzupassen, sind an unterschiedlichen Vorstellungen gescheitert. Somit ist die Schließung unvermeidlich“, so Krämer.

Gudrun Brehmer trifft das wie ein kalter Schlag. Erst vor einer Woche hatte sie gemeinsam mit Nachbarinnen vor dem Markt Position bezogen und auf Erhalt des Marktes gehofft. „Da bin ich das erste Mal sprachlos“, reagiert sie auf die Information und fragt: „Was wird denn dann noch hier bleiben? Bei Bäcker und Fleischer wird der Umsatz zurückgehen. Und was wird aus der Apotheke?“ In dem Viertel mache Mitte Februar auch der Schlecker zu. Profitieren werde am Ende wohl Kaufland.

Das Angebot an Märkten ist groß in Guben. Mit einer Einzelhandelsfläche von 2,73 Quadratmetern pro Einwohner liegt die Stadt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 1,46 Quadratmetern pro Einwohner.

Ob damit oder durch Vermittlung ins weitere Umland die Jobchancen für die sieben Penny-Markt-Beschäftigten in Guben gesichert sind, das stellt die Cottbuser Verdi-Gewerkschafterin Heike Plechte infrage. Zum einen seien Jobs im Umland mit Fahrzeit und zusätzlichen Kosten verbunden, zum anderen nehme im Handel allgemein der Trend zu prekärer Beschäftigung zu. „Das heißt, von einem Job allein kann man da nicht mehr leben, das macht auch Pendeln schwer“, sagt Heike Plechte. Verbreitet seien Minijobs auf 165- oder 400-Euro-Basis oder Leiharbeit, sagt sie, ohne Konzerne zu nennen.

Rewe will nach eigenen Angaben die Gubener Mitarbeiter unterbringen. „Wie vielen wir einen Arbeitsplatz in umliegenden Filialen anbieten können, können wir derzeit nicht sagen, da die Gespräche noch laufen“, so Krämer.
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Erstellt am: 01. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 01. Februar 2012, 10:49 Uhr
Autor: Von Beate Möschl

Von Beate Möschl

Jüngste Kommentare (78)

am Thema vorbei

von Smokie

hier scheinen "Alle" wie auch in einigen anderen Artikeln am Thema vorbei zu diskutieren. Hier geht es um einen Einkaufsmarkt und ältere Herrschaften.
Mir scheint, es geht Euch um eine Art Wahlkampf. Und eine Minderheit sagt hier das "Richtige". Gehirn einschalten vorm meckern wär manchmal ganz angebacht.
Aber da muss man wohl das Hirn erst mal wieder an die richtige Position bringen, 600 km von Guben kann ich eigentlich nur noch den Kopf über euch Gubener schütteln. Ich hab mich über 30 Jahre sehr wohl in dieser Stadt gefühlt. Würde ich mich jetzt noch wohl fühlen? Wenn ich euch so hier lese, ich weiss nicht. Und hab immer noch Sehnsucht nach dieser Stadt in der ich den grössten Teil meines Lebens verbracht habe.

@Smokie

von Hymen

Antwort auf folgenden Beitrag von Smokie am 02.02.2012 23:11 Uhr

Wir sind mitten im Thema.
Einige V Angestellte ertragen die Ordnung des KDH nicht mehr und motzen rum und darüber fliegen die Fetzen.

Das Thema ob da ein Saftladen auf oder zumacht interessiert doch in Wirklichkeit garkeinen

Hymen

von Smokie

Antwort auf folgenden Beitrag von Hymen am 04.02.2012 19:52 Uhr

von Dir hätt ich jetzt am wenigsten eine schiefe Diskussion erwartet. Enttäuscht hoch drei

Omas u. Opas

von Smokie

Antwort auf folgenden Beitrag von Smokie am 04.02.2012 23:23 Uhr

und saftladen sind ältere Herrschaften, zu denen ich (59) mich auch zähle, sicherlich nicht.

Armes Guben

von thoosa

Lieber Hymnen,
Ihre Kommentare stets aufs Neue zu ertragen, fällt wirklich schwer. Aber Ihr dummes Gerede von SED-Kadern ist nun wirklich lächerlich, wenn man bedenkt, dass Ihr Lieblings-BM kein Problem damit hatte, als Zuträger und Spitzel fürs MfS zu arbeiten. Aber diese Tatsache scheint ja nicht groß zu interessieren, obwohl ja ansonsten immer gleich Zeter und Mordio geschrien wird, sofern irgendwo irgendeine Verpflichtungserklärung irgendeines Pförtners auftaucht.

@thoosa

von Hymen

Antwort auf folgenden Beitrag von thoosa am 02.02.2012 11:13 Uhr

Lieber thoosa,
es ist völlig unerheblich ,was Sie sich selbst antun durch das lesen meiner Beiträge.
Ich werde weder meine Themen, noch meine persönliche Meinung ändern oder gar aufhören zu schreiben.
Einem anderen Teilnehmer schrieb ich ins Stammbuch:
"Das ficht mich nicht an".

Die SED Kader, sind ja nur noch in meiner Generation (Zeitzeugen) vorhanden die nachfolgende Generation kennt ja schon die schäbige Spitzelschar der Vergangenheit nicht mehr aus der Praxis.
Auch im Rathaus werden sie der natürlichen Auslese zum Opfer fallen.
Der BM KDH , ist auch mein gewählter BM da er meine Stimme hat.
Wenn das bei Ihnen nicht so ist, dann ist das doch völlig "OK " bei Bürgermeister Hain ging es mir ebenso, so dass ich Ihre Haltung verstehen kann.
Also weiter so, Sie dürfen mich ausdrücklich beschimpfen ich setze Ihnen da keine Grenzen.

Armes Guben 2

von thoosa

Antwort auf folgenden Beitrag von thoosa am 02.02.2012 11:13 Uhr

In Erinnerung sei auch nochmal gerufen, welche krudes Verhältnis Ihr BM zu Gubener Nazi-Schärgen hat: Nach der tödlichen Hetzjagd gegen den Algerier Farid Guendoul sagte Hübner damals, es habe sich weder um rassistische Motive der Täter noch um eine Hetzjagd, sondern einzig um eine unglückliche Verkettung von Umständen gehandelt (Tagesspiegel, Berliner Morgenpost vom 13. bzw. 18.11.2001).
Dieser BM führt sich auf wie Sonnenkönig Ludwig XIV. und reitet die Stadt Guben in Grund und Boden. Aber was interessiert das schon? Hauptsache überall sind bunte Blümchen gepflanzt und die Straßen ordentlich.
Armes Guben.

Was soll denn das Geknautsche...

von TORRO

..das Volk hat doch in der Wendezeit entschieden-für das, was sich freie Marktwirtschaft nennt. Und wen der Papst in den letzten 20 Jahren BM von Guben gewesen wäre, hätte das wohl auch nix geändert. Also wäre es mehr als fair, die Nachwende-BM nicht für alles verantwortlich zu machen. Wenn interessiert schon, ob da eine Halle zu macht...ich bin mir ganz sicher, dass ist erst der Anfang. Vielleicht kann jemand die Bagger ein bissl umleiten.. wäre doch ein würdiges Ende..

Find ich nicht gut,

von Offener

Antwort auf folgenden Beitrag von TORRO am 02.02.2012 17:34 Uhr

wäre vielleicht auch die nächtlich angestrahlte "Begrünung" vor
"holzverzierten" Fenstern auf einem Balkon hin.
Besser Strahler weg !

an @TORRO, üben, üben, üben,

von Brechen

Antwort auf folgenden Beitrag von TORRO am 02.02.2012 17:54 Uhr

der Bagger kann ja schon immer mal am Unfallkreisel in der Gasstraße Kurven fahren üben. Ne ausreichend große Schleppkurve hat der ja wohl. Aber bitte, bitte auf die Radfahrer aufpassen.

Wenn ich es so richtig überlege, bin ich ja am Thema "Pennymarktschließung" aber so was von vorbei ...
Wenn ich mich doch nur trauen würde, mal was mit Farbe zu schreiben, ich denk, ich habs noch nicht kapiert.

in farbe! lieber @ brechen ...

von go1961

Antwort auf folgenden Beitrag von Brechen am 02.02.2012 18:13 Uhr

der nette @ omen hat mir hier weitergeholfen und mich angelernt, nochmals danke.
habe dann mein wissen an @ snowman 28 im posting unter der adresse weitergegeben:
www.lr-online.de/region/guben/Gubener-Bürgermeister-beantragt-Rechtsschutz,art1051,3659615,4-pg4#pg, hier auf seite 5!

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