02. Februar 2012, 00:00 Uhr

Ärger um den Schulbusverkehr in Schenkendöbern

Anwohner klagt über Lärmbelästigung und überwiegend leere Busse / Neißeverkehr hält Angebot aufrecht

Guben Es sind sieben Busse täglich. Und die sind oft nur mit höchstens drei Schülern besetzt.

Keine Minute braucht der Bus, dann hat er den kleinen Schenkendöberner Ortsteil Wilschwitz passiert. Foto: FOTO-Werner/rww1
Das geht nach Aussagen eines Anwohners aus Schenkendöbern, der namentlich nicht genannt sein will, schon Jahre so. Und das ärgert ihn, denn „es sind doch alles unsere Steuergelder, die da verschwendet werden“. Er hielte es für besser, auf schwach ausgelasteten Touren Kleinbusse oder Taxis einzusetzen. Das würde Kosten sparen helfen und sicherlich auch die Fahrzeiten verkürzen. „Die Kinder sind lange unterwegs für das kurze Stück bis Pinnow“, sagt er und bittet die RUNDSCHAU, dem nachzugehen.

Wolfram Heym, Geschäftsleiter der Neißeverkehr GmbH, Guben, kennt das Problem und weiß auch um die unterschiedliche Auslastung der Schulbusse. „Es gibt an fast jedem Schulstandort viele Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren“, sagt er und fügt hinzu: „Wir sind vom Landkreis beauftragt, den Öffentlichen Personennahverkehr zu fahren. Die Schülerbeförderung hat dabei ein deutliches Primat.“ Der Schulbusverkehr auf der angesprochenen Strecke zwischen Guben, Wilschwitz, Schenkendöbern und Grano takte sich in das Gesamtkonzept für den ländlichen Raum ein.

Es sei keine Frage, auf einer bestimmten Tour einen Kleinbus einzusetzen. „Die Frage ist, was das auf der angesprochenen Strecke bringt“, sagt Heym, und fügt hinzu: „Wir haben das natürlich geprüft. Am Ende aber spart das nichts, sondern verursacht zusätzliche Kosten.“ Immerhin müsste der Linienbus raus aus dem Takt und der Kleinbus erstmal raus auf die Strecke.

„Wir können nicht davon ausgehen, dass jedes Schulkind einen Fahrausweis hat. Wir haben aber eine bestehende Schulstruktur und entsprechende Strecken in den Gemeinden, auf denen die Beförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst gesichert sein sollte“, so Heym. Dabei könnten nicht immer alle Wünsche erfüllt werden, „aber wir wehren uns dagegen, Angebote wegzunehmen“.
Extras zum Artikel
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 02. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. Februar 2012, 09:59 Uhr
Autor: sob/B.M.

sob/B.M.

Jüngste Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden
Kommentar hinzufügen

Noch kein Passwort? Hier registrieren