Von Grusel-Bieren, Frauenquoten und guten Taten
Es gibt sie noch, die guten Gesten und Taten. Und die tun in diesen klirrend kalten Tagen richtig gut, bestätigt Sybille Roeke, RPV-Briefzustellerin in Guben.
Sag Dankeschön mit roten Rosen, hieß es in dieser Woche bei der Wahlversammlung der Ortsgruppe 9 der Volkssolidarität in Guben für Elli Krüger. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ist die langjährige Vorsitzende der Ortsgruppe aus ihrer ehrenamtlichen Wahl-Funktion verabschiedet worden. Zwölf Jahre lang war sie immer für alle da, nun hindern sie gesundheitliche Gründe. Damit der Abschied nicht ganz so schwer fiel, gab es ein Ständchen mit roten Rosen und Akkordeon. Mit viel Beifall, Glückwünschen und Aufmerksamkeiten von offizieller wie privater Seite dankten die Mitglieder Elli Krüger für ihre Arbeit. Große Erleichterung und Beifall im Saal gab es, als sich im Gegenzug Horst Wetzel aus Kaltenborn zur Wahl stellte und als neuer Ortsgruppen-Vorsitzender bestätigt wurde.
Der Forster Verwaltungsvorstand Sven Zuber hat dank akribischer Recherchen eine Frau besonders glücklich machen können. Dabei handelt es sich um Karin Heise, Chefin des Kulturhistorischen Museums Merseburg. Ein Tipp von Zuber hatte sie auf die Spur eines Gemäldes von Herzog Philipp (1657-1690), einem Sohn von Christian I., dem Begründer der Merseburger Herzogslinie gebracht. Der Forster Verwaltungsvorstand hat sich nämlich der Erforschung der Geschichte von Louise Elisabeth, der zweiten Frau Philipps, verschrieben, die mit ihrem Hofstaat im Forster Schloss residierte. „Es ist wenig über diese Zeit in Forst bekannt“, so Zuber. Damit er möglichst alle Informationen zum Thema erhält, hat er automatische Suchanfragen auf seinem Computer laufen. Diese brachten ihn schließlich auf die Spur des Bildes, das schließlich von Karin Heise bei Ebay ersteigert wurde und nach einer Restauration jetzt öffentlich zu sehen ist.
Über Unterstützung kann sich unter anderem der Verein Klein Kölziger Ziegeleibahn freuen. Hintergrund: Die Volksbank Spree-Neiße eG hat am Mittwoch Ausschüttungen aus den Reinerträgen des VR-Gewinnsparen 2011 in Höhe von rund 12 500 Euro an insgesamt 16 soziale Einrichtungen und Vereine der Region überreicht, darunter auch an neun Vereine und Interessengemeinschaften aus der Stadt Forst und dem Amt Döbern-Land. Der Vorstand der Volksbank Spree-Neiße eG Frank Baer überreichte einen symbolischen Scheck an Uwe Eppinger und Torsten Zuschke vom Ziegeleibahnverein.
Ein Schreckensschauder dürfte noch heute vielen Leuten über den Rücken laufen, die sich an die zweifelhafte Qualität etlicher Biersorten aus DDR-Zeiten erinnern. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ fasste das Malheur aus westdeutscher Sicht im März 1990 so zusammen: „Wahre Gruselgeschichten erzählen sich westdeutsche Brauer nach ihren Rundreisen durch die DDR. Von Rindergalle haben sie da gehört, die statt des fehlenden Hopfens dem Gebräu die bittere Würze verleihen müsse. Kubazucker, berichten sie schaudernd, sei auch drin.“ Doch alle diese Horrorstorys halten Sammler nicht davon ab, die Etiketten von Bierflaschen aus der untergegangenen DDR zu sammeln. Da werden zum Beispiel im Internet gelbe Etiketten mit dem Aufdruck „Vollbier Hell“ angeboten, einst abgefüllt in der schönen Stadt Spremberg. Das Bier kostete damals 72 Pfennige, das Gebot für acht Etiketten liegt momentan bei einem Euro. Sollten sich noch ein paar Bieter finden, sind die Etiketten tatsächlich am Ende mehr wert als das Bier selbst – mögen sie auch aus heutiger Sicht recht antiquiert aussehen, wenn nicht sogar hässlich. Vielleicht ist es gerade der Retro-Schick, der die Fans betört – oder die Erinnerung an eine Zeit im Rausch? Dies hat der Forscher Thomas Kochan herausgefunden: „Im Pro-Kopf-Verbrauch von Bier und Spirituosen belegte die DDR im weltweiten Vergleich seit 1982 einen der drei vordersten Plätze. Von Mitte der fünfziger Jahre bis 1988 erhöhte sich der durchschnittliche Bierkonsum von 68,5 auf 143,0 Liter.“
Dass der Spremberger Bürgermeister Klaus-Peter Schulze und mit ihm sein ganzes Rathausteam meist äußerst praktisch veranlagt sind, hat sich jetzt erneut bewiesen. Als der vollzählig versammelten Presse in dieser Woche die Höhepunkte der Freilichtbühnen-Saison – darunter auch die große Schlagergala mit fünf Künstlern zum Heimatfest - präsentiert wurden, winkte das Stadtoberhaupt natürlich auch gleich mit dem Ticketkauf-Zaunspfahl. Die Eintrittskarten für die Schlagergala im August kosten nämlich bis zum 13. Mai nur 20 Euro im Vorverkauf, danach dann 25 Euro. „Wir haben in dieser Superrabatt-Spanne quasi alle Geschenk-Anlässe der nächsten Monate mit bedacht“, erklärte Schulze schmunzelnd. Vom Valentinstag über den Internationalen Frauentag und Ostern bis hin zum Muttertag gib es gleich vierfach die Gelegenheit, mit Schlagergala-Konzertkarten Freude zu schenken – und dabei gleichzeitig auch noch zu sparen.
Von allen 300 Mitarbeitern des Krankenhauses Spremberg sind genau 251 Frauen – das ergibt eine satte Frauenquote von 84 Prozent. Dennoch gab es in der medizinischen Einrichtung, die einen eigenen Kindergarten für die Mitarbeiter betreibt, im vergangenen Jahr eine Baby-Geburtsflaute. Lediglich drei Mitarbeiter-Babys wurden 2011 geboren. „Zum Glück sieht es für 2012 schon viel besser aus“, freute sich Krankenhaus-Geschäftsführerin Kathrin Möbius kürzlich. „Für dieses Jahr kündigt sich ein wahrer Baby-Boom an“, erklärte sie. Na, da freut sich auch der Klapperstorch.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 01:50 Uhr
Autor: B.M.

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