04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Regiewechsel im Affen-Zoo

Bisheriger Förderverein übernimmt Geschäftsführung in Jocksdorfer Einrichtung

Aus dem Förderverein Freunde des Jocksdorfer Affen-Zoo e.V. wird ab sofort der „Affen-Zoo Jocksdorf“ e. V. Das haben am Mittwochabend die 19 anwesenden Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung des Vereins einstimmig beschlossen. Ebenso einmütig hoben sie die Hände für die neue Satzung, die vorsieht, dass der Verein künftig die Geschäftsführung des Affenzoo übernimmt.

20 Tierarten tummeln sich im Jocksdorfer Affenzoo. Ein Schwerpunkt der Einrichtung liegt auf der Zucht von Affen. Foto: Selmons Foto: Selmons
„Es ist keine Neugründung sondern lediglich eine Umbenennung unseres vor fünf Jahren gegründeten Vereins“, betonte die amtierende Vorsitzende Sybille Mai vor der Wahl des neuen Vorstandes. An dessen Spitze steht ab sofort Stefan Mai, seine Stellvertreterin ist Eva-Maria Handreck und zum Schriftführer/Schatzmeister wurde Sybille Mai gewählt. „Der Affen-Zoo ist mein Lebenswerk. Ich hoffe, es wird ihn auch noch in einigen Jahrzehnten geben“, sagt Stefan Mai. Mit der Übertragung der Geschäftsführung und der Verpachtung des gesamten Geländes einschließlich der Gaststätte an den Verein will der 63-jährige Gründer und bisherige Betreiber des Affen-Zoos deshalb „bereits jetzt günstige Rahmenbedingungen für einen künftigen Nachfolger“ schaffen. Im Jahre 1976 legte er mit einigen Zwergziegen den Grundstock für den kleinen Zoo. Neun Jahre später übernahm er aus dem Tierpark Cottbus eine betagte Rhesusäffin, die von ihren Artgenossen verstoßen wurde. Im Jahre 1989 kamen zwei junge indische Hutaffen hinzu, die die Stammeltern der heutigen Hutaffen wurden.

Inzwischen leben 20 Tierarten im Affen-Zoo, in dem seit 1997 schon 92 Affen geboren wurden. Darunter besonders viele Krallenäffchen, die aufgrund ihres von der Abholzung betroffenen Lebensraumes selbst stark in ihrem Bestand gefährdet sind. Speziell die Lisztäffchen, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten stehen. Der Zoo verzeichnete im vergangenen Jahr Zuchterfolge bei den Bennettkängurus, den Lisztaffen, den indischen Hutaffen und den Rhesusaffen. Seit dem vergangenen Dezember unterhält der Affen-Zoo deshalb eine Kooperation mit dem Forster Tierartenschutz-Verein First Aid for Wonderful Nature (F.A.W.N.). Tierzucht und Tierartenschutz nehmen, wie bereits in der Vergangenheit in der Satzung des Fördervereins Jocksdorfer Affen-Zoo e. V., nun auch in der neuen Satzung, einen hohen Stellenwert ein und erfüllen die Anforderungen an die Gemeinnützigkeit.

Ebenso die Bildungsarbeit in Zusammenarbeit mit Kindereinrichtungen, Schulen, Volkshochschulen und Hochschulen. 42 Gruppen, darunter 13 Schulklassen und 7 Behindertengruppen wurden im vergangenen Jahr durch die derzeit 32 Vereinsmitglieder durch die Jocksdorfer Anlage geführt. Im April wiederum nahm der Affenzoo mit einem kleinen Stand an der Heim- und Haustiermesse in Cottbus teil, stellte seine Arbeit vor und konnte in den darauffolgenden Monaten auch einen Besucherzuwachs verzeichnen. „Wir konnten in der Vergangenheit immer auf unseren Förderverein bauen“, sagen Stefan und Sybille Mai. Die Vereinsmitglieder Jürgen Hasenbank und Martin Sauer halfen bei der weiteren Fertigstellung des Heizhauses und Ulla Schuster aus Cottbus unterstützt seit etwa zehn Jahren den Zoo mit Tierfutter für die Krallenäffchen. Am Mittwoch wurde sie deshalb zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

„Nach fast dreijährigem Ringen um unsere Australienanlage haben wir mit Hilfe des Ingenieur- und Planungsbüros Friebel, der Gemeinde Neiße-Malcxetal, des Amtes Döbern-Land und des Landkreises Spree-Neiße einen Rahmenplan erstellt. Damit ist nun der Weg offen, mit den entsprechenden Baugenehmigungen die Australienanlage zu vollenden“, hieß es im Tätigkeitsbericht des alten Vorstandes. Die Emus, die neben den Bennett-Kängurus bereits auf diesem Areal des Affen-Zoos leben, haben seit kurzem Quartier in einem Baucontainer bezogen. Voraussichtlich im Spätherbst werden Johanna und Jonathan ihre Ersatzwohnung verlassen und ihr neues Quartier beziehen können.

www.affengehege.de

Einstimmig entschieden sich die Vereinsmitglieder für die Änderung des Vereinsnamens und der Satzung. Rechts im Bild der Zoogründer und Vereinsvorsitzende Stefan Mai. Foto: Angela Hanschke/aha1 Foto: Angela Hanschke/aha1
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 02:46 Uhr
Autor: Von Angela Hanschke

Von Angela Hanschke

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