31. Januar 2012, 00:00 Uhr

Neue Ideen für die Schullandschaft

Entwicklungsplanung für Spree-Neiße soll neue Optionen wie Filialschulen einbeziehen

Forst Die Schulentwicklungsplanung bis zum Jahr 2017 wird derzeit im Landkreis Spree-Neiße erarbeitet. Im Bildungsausschuss wurden in den vergangenen Tagen erstmals Eckdaten und Grundsätze dafür vorgestellt. Deutlich wurde: Spree-Neiße scheint offen für neue Wege.

Das große Oberthema, unter dem die Schulentwicklung der kommenden Jahre stehen wird, bleibt die Bevölkerungsentwicklung. Prognosen zeigen deutlich, dass die Zahl der Kinder zurückgehen wird. Damit wächst gerade im ländlichen Raum die Gefahr, dass Grundschulen schließen müssen, weil nicht mehr genügend Schüler für die Klassenbildung zusammenkommen. Diese Debatte, die in einigen Kommunen schon geführt wurde, ist keineswegs zu Ende.

Das wissen auch die Bildungsexperten in der Kreisverwaltung und im Kreistag. Sie setzen deshalb ganz bewusst einen Akzent für den Erhalt möglichst vieler Schulstandorte. „Der längerfristige Prozess ist verbunden mit den Bemühungen der kommunalen Schulträger, wohnortnahe Schulangebote zu sichern“, heißt es in den Leitlinien für die künftige Schulentwicklungsplanung, die der zuständige Fachbereichsleiter Gert-Dieter Andreas im Bildungsausschuss erstmals zur Diskussion stellte. „Wir versuchen, Wege zu beschreiten, die bisher nicht im Fokus standen“, so Andreas. Explizit genannt werden im Leitbild etwa Schulzentren aus Grund- und Oberschulen sowie Filialbildung zum Erhalt kleiner Grundschulen. Als Beispiel für ein solches Filial-Szenario nennt Andreas das Amt Döbern-Land, wo derzeit über die Zukunft der drei Grundschulstandorte diskutiert wird. Weder Leitbild noch Schulentwicklungsplanung seien allerdings eine Vorgabe für die Kommunen, betont Andreas. Es gehe lediglich um Empfehlungen und eine längerfristige Planung.

Dabei seien nicht nur die kommunalen Schulträger wichtig sondern auch das Staatliche Schulamt, gab der Abgeordnete Frank Berno (CDU) zu bedenken. Die schönsten Ideen nützten nichts, wenn das Schulamt nicht mitspiele. „Die Zusammenarbeit mit dem Schulamt ist derzeit sehr gut“, betonte der Erste Beigeordnete des Landkreises, Hermann Kostrewa (SPD). Das habe etwa das Beispiel Burg gezeigt, wo die Idee eines Schulzentrums umgesetzt wurde.

Abstimmungen mit dem Schulamt und der Landesregierung werden auch beim Thema Inklusion nötig sein – also der Beschulung aller Kinder, unabhängig von ihren körperlichen und geistigen Voraussetzungen. Auch die Schulplanungen für Spree-Neiße kommen am Thema Inklusion nicht vorbei.

Allerdings braucht es für konkrete Planungen auch konkrete Aussagen aus Potsdam, was landesweit in den kommenden Jahren geschehen soll. Dabei sei etwa zu klären, wie es mit Förderschulen weitergeht oder wie die Schulen künftig mit Lehr- und Betreuungspersonal ausgestattet werden.

Die Frage, wie man mit den Ideen für das Leitbild in Spree-Neiße umgehen wolle, müssten in den kommenden Wochen geklärt werden, kündigte Fachbereichsleiter Andreas an. Dazu sind weitere Sitzungen des Bildungsausschusses geplant. Gegebenenfalls soll auch noch eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die sich zu weiteren Details verständigt. Denn neben den großen Ideen wird die fertige Schulentwicklungsplanung auch konkrete Empfehlungen für die verschiedenen Schulstandorte enthalten. Dabei werde es aber kaum dramatische Änderungen geben, so Andreas. „Bis zur Sommerpause wollen wir fertig sein“, erläutert Kostrewa den Planungszeitraum.

Zum Thema:

Zum Thema Seit Jahren sinkt in Spree-Neiße die Zahl der einzuschulenden Kinder. Das belegen die Zahlen der Schulentwicklungsplanung: 2000: 9812001: 8702002: 8452003: 8502004: 8432005: 8592006: 8382007: 8782008: 8882009: 7942010: 765Vor allem für kleine Grundschulen wird es zunehmend schwieriger, die nötigen Klassenstärken zu erreichen.
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Erstellt am: 31. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 31. Januar 2012, 10:47 Uhr
Autor: Von Bodo Baumert

Von Bodo Baumert

Jüngste Kommentare (1)

Schulentwicklungsplanung und Schülerbeförderung

von heikobieder

Die Bemühungen der kommunalen Schulträger, wohnortnahe Schulangebote zu sichern sind schon lange notwendiger Bestandteil der Schulbezirkssatzung der Kommunen. Leider greift diese Satzung dann in die Schülerbeförderungssatzung des Landkreises ein. Eine Aktualisierung, Modernisierung und Sensibilisierung der Schülerbeförderungs-satzung und der flexible Einsatz des ÖPNV müssen bei der Schulentwicklungsplanung gleichzeitig betrachtet werden. Macht das der Landkreis nicht, dann werden weitere Schulen schließen und Kinder noch längere Schulwege haben. Kurze Warezeiten und kurze Fahrzeiten so muss die Schülerbeförderung, zumindestens für die Grundschule laufen. Heiko Bieder

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