Feuerwehrfrau Nanett Kusch steht an der Spitze der Jocksdorfer Wehr „ihren Mann“
Jocksdorf
Sie gehört zu den drei einzigen Frauen an der Spitze der 26 Feuerwehren im Amt Döbern-Land. Couragiert und feinfühlig führt die 42-jährige Nanett Kusch seit Januar 2006 die Freiwillige Feuerwehr Jocksdorf.
44 Feuerwehrleute - darunter 34 Männer - hören seit fünf Jahren auf ihr Kommando. »Es ist doch völlig egal, ob eine Frau oder ein Mann an der Spitze einer Feuerwehr steht«, sagt sie selbst. Bereits ihre Mutter Johanna Kubisch - bis 1986 langjährige Jocksdorfer Bürgermeisterin - war Oberhaupt der Ortsfeuerwehr. »Als Kind hatte ich andere Interessen, doch inzwischen ist die Feuerwehr aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken«, betont ihre Tochter. Auch als sie einige Jahre lang in Gahry lebte, blieb sie nicht nur ihrem Heimatdorf, sondern auch seiner Feuerwehr treu. Als sie von der Leitung der Wehr als neue Ortswehrführerin vorgeschlagen wurde, bescherte ihr dies zunächst etliche schlaflose Nächte. »Schaffe ich das alles? - Die Organisation, die Leitung der Einsätze? Werden die Kinder unter diesem zeitraubenden Ehrenamt leiden?«, grübelte sie. Eigentlich wollte sie diese große Verantwortung nicht allein tragen. Doch die Aufgabe reizte sie auch, erinnert sich Nanett Kusch an die schwere Entscheidung.
Die erforderliche Qualifikation erwarb sich die Mitarbeiterin der Kita »Sonnenschein« in Trebendorf beim Gruppen- und beim Ortswehrführerlehrgang. 40 Stunden kommen jährlich allein bei der Anleitung ihrer Wehr zusammen. Zweimal im Monat übernimmt sie diese mithilfe anderer Feuerwehrmänner und -frauen. Doch auch bei der jährlichen Ganztagsausbildung im Amt Döbern-Land ist die Freiwillige Feuerwehr Jocksdorf präsent.
Gänzlich unplanbar sind hingegen die Einsätze im Ernstfall. Sieben waren es bislang in diesem Jahr, darunter zwei während der Hochwasser im August und September. »Sie kommen immer zum ungünstigsten Zeitpunkt«, sagt Nanett Kusch und schüttelt den Kopf. Besonders stressig seien Einsätze, bei denen die Helfer mit Sirenengeheul aus dem Schlaf gerissen werden. »Als die Kinder noch klein waren, erforderte solch nächtliches Ausrücken ein festes Netz an Helfern. Meine Mutter und die Hausbewohner waren dann stets vor Ort und passten auf sie auf. Da konnte ich mich immer drauf verlassen«, sagt sie. Auch der Zusammenhalt innerhalb der Wehr und mit der Amtsverwaltung sei sehr gut. »Ortswehrführerin zu werden, habe ich bislang noch nicht bereut«, bekennt die Feuerwehrfrau. Seit rund fünf Jahren steht sie couragierte »ihren Mann« an der Spitze der Jocksdorfer Wehr. Und doch übt sie dieses Ehrenamt mit viel weiblichem Feingefühl aus. »Der Zusammenhalt, das gute Klima untereinander ist mir sehr wichtig«, betont die Frohnatur aus Jocksdorf, die auch im Fastnachtsclub moderiert und Eintrittskarten verkauft. Stolz ist sie auf das Feuerwehrehrenabzeichen in Silber, mit dem sie im vergangenen Jahr anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Wehr ausgezeichnet wurde. Auch die Trophäe, mit der ihre Wettkampfgruppe sie zu ihrem 40. Geburtstag beschenkte, macht sie sehr glücklich. aha1
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Jeweils zu Beginn des Monats wollen wir die Menschen des Monats vorstellen. Gewählt werden kann nach Vorstellung aller drei Kandidaten bis Ende Dezember unter www.lr-online.de/menschen10.
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