06. Februar 2012, 00:00 Uhr

Investor stellt Pläne für Windpark zwischen Jerischke und Bademeusel vor

Jerischke Die Emotionen gehen hoch, wenn es um den Windpark Jerischke geht. Mit einer Informationsveranstaltung in Jerischke haben Gemeinde und Investor versucht, die Debatte zu beruhigen. Die Besucher der Veranstaltung wissen nun zumindest, was sie erwartet.

27 Windanlagen, jede mit einer Nabenhöhe von 140 Metern, verteilt in drei Reihen von Jerischke im Süden bis rauf zur Autobahn bei Klein Bademeusel – so soll der Windpark Jerischke aussehen. Derzeit läuft noch das Genehmigungsverfahren, bis April soll abgeklärt werden, ob wegen der Beeinträchtigung für die Radaranlage auf dem hohen Berg eine Kürzung des Windparks nötig wird. Im September soll die Genehmigung für den Park vorliegen, Ende des Jahres könnten dann die Rodungsarbeiten für die Anlagen beginnen.

Der Abstand zu den betroffenen Orten soll zwischen 1 Kilometer (Bahren) über 1,3 Kilometer (Raden) bis 1,5 Kilometer (Jerischke) betragen. Von Klein Bademeusel soll das nächste Windrad 1,1 Kilometer entfernt stehen. „Sie werden die Windräder sehen, mehr aber auch nicht“, sagte Ulrich Lenz, Unternehmensleiter des Investors Ostwind, in Richtung der anwesenden Bademeuseler. Konkrete Nachbesserungen will der Ostwind-Chef lediglich im Fall einer Anwohnerin aus Bahren prüfen, deren Grundstück dem Windpark am Nächsten liegt.

Ansonsten mühten sich die Vertreter von Ostwind und vom Anlagenbauer Vestas, die von der lokalen Bürgerinitiative aufgebrachten Befürchtungen zu entkräften. Sorgen wegen gefährlicher Flüssigkeiten in den Anlagen seien unbegründet, versicherte Alexander Siepelmeyer, Vertriebsleiter bei Vestas: „Die V 112 ist für den Betrieb in Wasserschutzgebieten geeignet.“ Der Fuß der Türme diene notfalls als Auffangwanne.

Auch Befürchtungen, dass zu viel Wald abgeholt wird, versuchte Projektentwickler Frank Carius zu entkräften. Von den 400 Hektar Wald, in denen der Windpark entstehen soll, würden lediglich fünf Prozent für den Bau abgeholt, allerdings größtenteils auch wieder aufgeforstet. Lediglich 1,7 Prozent der Waldfläche gehe dauerhaft verloren – und werde andernorts durch Ausgleichsmaßnahmen ersetzt. Auch Bedenken der Feuerwehr bei Brandschutz würden beachtet.

„Natürlich verändert sich die Landschaft durch den Windpark“, räumte Ostwind-Chef Lenz ein. Alternativen wie Kohle oder Atom würden Anwohner aber wesentlich mehr belasten.

Alle Gegner überzeugen konnte der Investor damit freilich nicht. „Windanlagen gehören nicht in den Wald“, betonte Peter Böhner von der Bürgerinitiative. „Wir werden weiter versuchen, das zu verhindern.“
Extras zum Artikel
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 13. Februar 2012, 16:25 Uhr
Autor: Von Bodo Baumert

Von Bodo Baumert

Jüngste Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden
Kommentar hinzufügen

Noch kein Passwort? Hier registrieren