01. Juli 2011, 00:00 Uhr

Insolvenz und Unregelmäßigkeiten beim Roten Kreuz in Forst

Landkreis stellt Forderungen zum Rettungsdienst

Forst Das Hickhack um den Rettungsdienst im Spree-Neiße-Kreis hat nun auch juristische Konsequenzen. Gegen den am Mittwoch entlassenen Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes in Forst wurde Strafanzeige gestellt, die Rettungsdienst gGmbh steht vor der Insolvenz, angrenzende Kreisverbände sorgen sich um den Ruf des Roten Kreuzes.

Krüger nun «Gesamt-DRK» -Chef
Andreas Krüger, abberufener Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Forst Foto: Jürgen Scholz
192 000 Euro beträgt die Summe, die der Landkreis Spree-Neiße als Forderung an die Arbeitsgemeinschaft der DRK-Kreisverbände aufgemacht hat. Diese Arge – bestehend aus den DRK-Kreisverbänden Cottbus/Spree-Neiße-West und Niederlausitz sowie aus der Forster Rettungsdienst gGmbH – hat bis Ende 2010 den Rettungsdienst im Spree-Neiße-Kreis durchgeführt. Im Rahmen der Rechnungsprüfung für 2008 und 2009 wurden beim Landkreis nun Unregelmäßigkeiten festgestellt, die zu einer eingehenden Prüfung der Vorgänge führten. Der Landkreis selbst ist verantwortlich für den Rettungsdienst und rechnet die Kosten mit den Verbänden der Krankenkassen ab.

Im Ergebnis der Prüfung wurde nun eine „nicht unerhebliche Summe“ als Nachforderung an die Arge gestellt, wie der Beigeordnete der Kreisverwaltung, Olaf Lalk (CDU), erläutert. Laut René Schultchen, Geschäftsführer des Kreisverbandes Cottbus-Spree-Neiße-West, handelt es sich um 192 000 Euro. Die Unregelmäßigkeiten sollen allein im Bereich Forst aufgetreten sein. Die Arge hat deshalb reagiert. Bereits nach Bekanntwerden der Untersuchung im Kreis haben die Kreisverbände aus Cottbus und Spremberg Strafanzeige gestellt, gegen den Geschäftsführer der Forster Rettungsdienst gGmbh und des Forster Kreisverbandes, Andreas Krüger.

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Am Mittwoch folgte dann auch der Forster Kreisverband. Krüger wurde ordentlich gekündigt und zugleich ab sofort von seinen Aufgaben freigestellt. Mit Hilfe des DRK-Landesverbandes sollen nun die Vorfälle aufgeklärt werden. „Wir haben zwei ehrenamtliche Mitarbeiter mit jahrelanger Erfahrung in der Landesgeschäftsstelle als Berater nach Forst geschickt“, bestätigt Hubertus C. Diemer, Mitglied des Vorstandes im Landesverband. Die beiden Entsandten sollen dem Vorstand des Forster Kreisverbandes bei den weiteren Schritten helfen.

Insolvenz notwendig?

Zusätzlich sollen ab Montag zwei Mitarbeiter einer spezialisierten Unternehmensberatung bei der Durchsicht der Bücher in Forst helfen. Dabei geht es zunächst um die Frage der Insolvenz, die Krüger noch für die Rettungsdienst gGmbH, eine Tochter des Kreisverbandes, angemeldet hatte. Das Gericht hat um weitere Unterlagen gebeten, die nun zusammengestellt werden. In diesem Zusammenhang werde auch geprüft, ob eine Insolvenz überhaupt nötig ist, so Diemer.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Landesverband auf mögliche Unregelmäßigkeiten in Forst hingewiesen und Empfehlungen gegeben. „Dass nichts passiert ist, sehen Sie an den Konsequenzen, die jetzt gezogen wurden“, sagt Diemer. Im Kern geht es um Personalkosten, die über den anrechenbaren Kosten liegen sollen. In rund 14 Tagen hofft Diemer, einen Überblick über die finanzielle Lage in Forst zu bekommen.

Besorgt schaut René Schultchen aus Cottbus auf die Entwicklungen: „Das DRK hat einen Namen.“ Dieser dürfe nicht durch solche Fälle gefährdet werden.
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Erstellt am: 01. Juli 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 01. Juli 2011, 12:43 Uhr
Autor: Bodo Baumert

Bodo Baumert

Jüngste Kommentare (3)

Betrüger beim DRK Forst

von mundm

Man kann nur hoffen das alles bis ins letzte Detail aufgeklärt wird. Wer gibt uns unser Geld, was uns als Fahrer schon immer zugestanden hat. Es kann nicht sein, das es eine Verjährung geben darf. Wer so etwas macht, ist ein Betrüger und muss Bestraft werden. Wann endlich Bestraft der Staat Arbeitgeber, die ihre Angestellten absichtlich Hartz 4 holen lassen .

Faulender parasitärer Kapitalismus

von Megander

Was in den Unternehmen in der Lausitz so abgeht, spottet jeder Beschreibung. Da sind die Vorgänge beim DRK nur die Spitze des Misthaufens.

wie immer

von Max112

Es ist doch wie immer ,wenn man beim DRK Fahrdienst Leute beschäftigt für 2,50Euro
und dann sie den Rest in die Tasche steckt ist Normal oder?Die Machenschaften vom Reinfeld klan sind noch alle Aktiv.
Das sind alles Verbrecher man sollte sie Einsperren,aber sie kommen wieder mit nen blauen Auge davon.
Jetzt kann man sich auch denken warum es bei der Ausschreibung wieder das DRK geschaft hat.
Es würde besser sein wenn es in die Insolvens geht

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