08. Februar 2012, 11:10 Uhr

Forster Max Seydewitz bleibt in Erinnerung

Vor 25 Jahren starb der Ehrenbürger der Stadt / Von der Zeitung zog es ihn in die Politik und Kultur

Forst Am 8. Februar 1987 ist Max Seydewitz in Dresden gestorben. Er wurde als Redakteur, Autor, Politiker und Kunstliebhaber berühmt – jedoch nicht immer beliebt.

Max Seydewitz wäre im Dezember 130 Jahre geworden. Foto: gkd
Geboren am 19. Dezember 1892 in Forst, wuchs Max Seydewitz nach dem Tod seines Vaters in Frankfurt (Oder) auf – besuchte später aber die Forster Volksschule. Anschließend absolvierte er eine Lehre als Schriftsetzer beim Forster Tageblatt und trat mit 18 Jahren der SPD bei. Nach der Ausbildung arbeitete er in verschiedenen Druckereien, wechselte aber Ende 1918 zum Journalisten: Er arbeitete als Redakteur bei der „Volksstimme“ in Halle, wurde Chefredakteur des „Sächsischen Volksblattes“ (1920-1931) und war ehrenamtlicher Chefredakteur und Mitherausgeber der SPD-Zeitung „Klassenkampf – Marxistische Blätter“ (1927-1933).

Sein politisches Engagement führte ihn von 1924 bis 1932 als Abgeordneter in den deutschen Reichstag. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wurde Max Seydewitz als politischer Verbrecher gesucht und lebte illegal in Berlin, ehe er mit Frau und Tochter in die Tschechoslowakei emigrierte. Auch dort war er politisch aktiv, engagierte sich als Autor und in der „Volksfront“.
1934 wird er Mitglied der KPD. Nach der Okkupation der Tschechoslowakei durch die Deutschen 1938, floh er mit seiner Familie nach Schweden. Max Seydewitz ist weiterhin journalistisch tätig und wird 1942 wegen illegaler politischer Betätigung inhaftiert. Im Dezember 1945 kehrt er mit seiner Familie zurück nach Deutschland. Im Juni 1946 übernimmt er das Amt des Chefredakteurs der „Einheit“, einer Zeitung, die von SPD und KPD herausgegeben wurde. Und die Karriere schreitet voran: Im August 1946 wird er Intendant des Rundfunks Berlin. Im gleichen Jahr wählt ihn der sächsische Landtag zum Ministerpräsidenten von Sachsen. Ein Amt, das er bis 1952 innehaben sollte. Von 1947 bis 1949 war Seydewitz zusätzlich Mitglied des SED-Vorstandes und trat 1949 der Volkskammer bei.
Seine letzte berufliche Herausforderung fand er 1955: Bis 1968 war er Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlung in Dresden und ab 1968 Ehrenpräsident des Museumsrates beim Ministerium für Kultur der DDR. Seydewitz besuchte mit Ehefrau Ruth öfters Forst: sei es zu Buchlesungen oder zu Rosengartenfesttagen. 1968 bekam er von Forst die Ehrenbürgerwürde. mgs1
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Erstellt am: 08. Februar 2012, 11:10 Uhr
Geändert am: 13. Februar 2012, 16:11 Uhr
Autor: mgs

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