Forst Ende August wird der Markt zur Bühne, wenn Gasag und Stadtwerke beim Energiesommer für neue Messtechnik werben. Deren Installation bei Stadtwerke-Kunden ist Teil eines Energiekonzeptes. Doch die Landesbeauftragte für Datenschutz rät zur Vorsicht.
30.07.2010
Ein intelligenter Stromzähler misst in einem Hauskeller. Was ist aus den Daten ablesbar? Foto: dpa
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Musik vom riesigen Lkw-Anhänger, Talk-Runden und Gewinnspiele - am 28. August soll bei einer Party von 14 bis 22 Uhr auf dem Forster Marktplatz die Post abgehen.
Nach Angaben von City-Managerin Kathleen Hubrich startet dann der gemeinsam von der Stadt, der Berliner Gasag und Siemens organisierte Energiesommer. »Hintergrund ist das Ziel der Stadt, Energie-Modellstadt zu werden und eigene Klimaschutzziele zu formulieren«, sagt Hubrich.
Im Juli hatten Forster Verwaltung und Stadtwerke bei einer Versammlung der Stadtverordneten Pläne unter der Überschrift »Energieeffizienz Forst 2010« vorgestellt. Die Berliner Gasag ist Gesellschafter der Forster Stadtwerke. Mit der Party im August soll nun für die Einführung des Smart-Metering-Systems geworben werden.
Nach Informationen der Stadtwerke »kann Auslesung der Messdaten, die Darstellung von Verbrauchsinformationen und die Abrechnung für die Kunden einfacher, transparenter und sicherer gemacht werden«. Laut Eckard Beye von der Gasag kommen auch keine weiteren Kosten mit dem System auf die Nutzer zu. Die Energiesommer-Party auf dem Forster Markt soll genutzt werden, den Stadtwerke-Kunden die Technik schmackhaft zu machen. »Es wird bei der Party eine Talkrunde zu dem Thema geben«, sagt City-Managerin Hubrich. Zudem hat sie die Forster Händler mit ins Boot geholt: Haushalte, die freiwillig die Smart-Metering-Technik testen wollen, erhalten einen 35 Euro-Gutschein.
Doch es gibt auch kritische Stimmen zu Smart Metering: »Durch Smart Meter erhobene Verbrauchsinformationen von Privathaushalten sind personenbezogene Daten.« Das sagt ein Gutachten des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Dagmar Hartge, Landesbeauftragte für den Datenschutz, erklärt: »Ich persönlich würde die Zähler nicht benutzen.« Das Problem: An den übermittelten Daten kann abgelesen werden, was Bewohner wann an- und ausschalten oder wie viele Menschen in der Wohnung leben. Hartge: »Das sind sehr detaillierte Daten, die einmal in der Welt sind.« Bisher gebe es kaum Erfahrungen im Umgang mit der Technik. Was Hartge wundert: »Ich hatte noch keinen Kontakt mit Unternehmen, die mich dazu befragt haben.« Ihrer Ansicht nach sollte sich jeder Bürger überlegen, ob er Daten für günstige Tarife preisgibt. Bei 5000 Forstern soll per Mail für das System geworben werden. Von Jan Selmons
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