08. Februar 2012, 11:01 Uhr

Filialschulen als Rettung für Döbern-Land

Zu wenig Schüler in Schacksdorf und Wadelsdorf / Eilentscheidung und ein Experiment sollen Standorte retten

Döbern Die Debatte um die Schulentwicklung in Döbern-Land hat sich dramatisch zugespitzt. Am Montagabend legte die Verwaltung dem Amtsausschuss die vorläufigen Anmeldezahlen für die drei Grundschulstandorte vor.

Wolfgang Katzula ist gegen den Vorschlag.
Für die ersten Klassen wurden demnach bisher in Döbern 34 Kinder angemeldet, in Groß Schacksdorf 14, in Wadelsdorf neun.
Die Anmeldefrist läuft zwar noch bis 28. Februar. Das Schulamt hat allerdings bereits in einem Schreiben an das Amt reagiert. Dessen klare Aussage, die Amtsdirektor Günter Quander (parteilos) dem Ausschuss vortrug, lautet: Weder in Schacksdorf noch in Wadelsdorf kommen die nötigen Schüler für eine Klassenbildung zusammen. Nach jetzigem Stand wird deshalb an keinem der beiden Standorte eine Klassenbildung zum neuen Schuljahr genehmigt. Bereits für den heutigen Mittwoch hat das Staatliche Schulamt die Leiter der betroffenen Grundschulstandorte zum Gespräch einbestellt. Die Hoffnung der Lokalpolitiker, in aller Ruhe über die weitere Schulentwicklung diskutieren zu können, hat sich damit zerschlagen. „Wir brauchen einen Plan, den wir dem Schulamt präsentieren können“, mahnt Quander. Und der Amtsausschuss hat reagiert. Bereits für Donnerstag wurde eine Sondersitzung angesetzt. Dort soll ein weitreichender Beschluss gefasst werden: Alle drei Schulstandorte in Döbern-Land werden geschlossen. Zeitgleich wird eine neue Zentralschule in Döbern mit Filialen in Groß Schacksdorf und Wadelsdorf gegründet. Damit reagiert der Amtsausschuss auf einen Vorschlag des Kreis-Bildungsausschusses, der das neue Filialmodell als Variante für Döbern-Land ins Spiel gebracht hatte.
Wie das konkret aussehen könnte, ist noch völlig unklar. Nur die Grundzüge sind klar: Es gibt nur noch eine Schule, mit einer Schulleitung, aber Klassen an allen drei Standorten. Die Lehrer müssten wahrscheinlich pendeln, da das Schulamt kaum Lehrpersonal für drei Schulen genehmigen wird.
Für Unverständnis sorgte im Amtsausschuss ausgerechnet der Bürgermeister von Groß Schacksdorf-Simmersdorf, Wolfgang Katzula, der gegen das Filialmodell stimmte. „Das ist ein Sterben auf Raten“, sagt Katzula. „Wir versuchen hier, eure Schule zu retten“, antwortete der Ausschussvorsitzende Egbert S. Piosik sichtlich irritiert und empfahl den Schacksdorfern, bis Donnerstag noch einmal in sich zu gehen.
Die Sondersitzung ist dann für 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus angesetzt. Bodo Baumert Wolfgang Katzula ist gegen den Vorschlag.
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Erstellt am: 08. Februar 2012, 11:01 Uhr
Geändert am: 13. Februar 2012, 16:07 Uhr
Autor: Bodo Baumert

Bodo Baumert

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