Ein Abend mit zarten und fordernden Tönen in Forst
Konzert in der Forster Stadtkirche begeistert die Musikfreunde
Forst Mit einem Konzert für Panflöte, Harfe und Orgel haben die Organisatoren in Forst die Tradition der Neujahrskonzerte fortgesetzt und dabei erneut den Forster Musikfreunden einen ganz besonderen Kunstgenuss beschert. Rund 450 Zuhörer begrüßte Pfarrer Christoph Lange dazu in der Forster Stadtkirche.
Nur zu Beginn des Konzerts vereinigten sich deshalb am Nachmittag des Neujahrstages bei dem aus der rumänischen Folklore entlehnten melancholisch-melodiösen Stück „Am Ufer des Flusses“ sowohl das Pfeifen, als auch das Rohr- und Saitenspiel. Neben Orgel- und Harfensoli erklangen vor allem Kompositionen für das Zusammenspiel von Panflöte und Orgel beziehungsweise für Panflöte und Harfe.
Die Berlinerin Dagmar Flemming – eine der bekanntesten deutschen Harfenistinnen – war für die Forster Musikfreunde keine Unbekannte. Bereits im März des vergangenen Jahres wirkte sie in der Bachkirche bei einem romantischen Konzert mit. Am Sonntag stellte sie unter anderem das „Allegro con sentimento“ des französischen Komponisten und Harfenbauers François-Joseph Naderman (1781-1835) vor und setzte neben der klassischen Konzertharfe bei der Interpretation von „My Lady Carey´s Dompe“ aus der Feder des englischen Königs Heinrich VIII auch die kleinere gothische Harfe mit ihrem gänzlich anderen Klangbild in Szene. Auch mittels Harfe können Kompositionen für Dudelsack umgesetzt werden – das bewies Dagmar Flemming nachdrücklich beim schottischen Traditional „Leezie Lindsay“. Große Virtuosität zeigte auch die aus Murmansk stammende Organistin Natalie Miller, die seit zehn Jahren in Berlin lebt und zu den renommiertesten Musikerinnen an diesem Instrument zählt bei ihrem Solo „Drei Voluntarys“ von Georg Friedrich Händel, beim „Allegro aus dem Orgelkonzert Nummer 3 C-Dur“ von Johann Sebastian Bach sowie der Toccata aus der 5. Orgelsinfonie F-Dur von Charles-Marie Widur. Seit sieben Jahren konzertiert sie regelmäßig gemeinsam mit dem Berliner Panflötisten Helmut Hauskeller, der seit 20 Jahren aus den nationalen und internationalen Konzertreihen nicht mehr wegzudenken ist. In Forst stellten beide graziöse „Drei Noels“ von Nicolas le Bégue sowie das getragene Larghetto aus dem Oratorium „Der Messias“ von Händel sowie das Konzert D- Dur von Georg Philipp Telemann vor. Das Konzert beschlossen Schätze aus der keltischen und aus der osteuropäischen Folklore, bei dem insbesondere der Klang der Panflöte Sehnsucht, Trauer, aber auch überschäumende Lebensfreude verkörperte.
„Es war ein Abend der zarten, schmelzenden, lockenden Töne, aber ebenso der fordernden, gewaltigen Tonfolgen“, zog Pfarrer Lange Bilanz, bevor die Zuhörer mit lang anhaltendem Applaus eine Zugabe einforderten.
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Erstellt am: 03. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 03. Januar 2012, 09:48 Uhr
Autor: Von Angela Hanschke

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