Bibbern beim Winteraustreiben in Horno
Hornoer pflegen sorbisch/wendische Fastnachtstradition trotz Kälte
Horno 15 Paare haben am Samstag in Horno beim Fastnachtsumzug in ihrer sorbisch/wendischen Festtagstracht hinter dem Spielmannszug Horno Kälte und einsetzendem Flockenwirbel getrotzt. Einst nur den Ledigen vorbehalten, steht die Teilnahme am jahrhundertealten Brauch seit einigen Jahren auch verheirateten Paaren offen.
Erstmals wurden in diesem Jahr alle Frauen und Mädchen gemeinsam im Hornoer Krug eingekleidet. Acht Einwohnerinnen haben diese Kunst inzwischen bei Ankleidekursen erlernt. Doch Unterstützung kam auch von der Trachtenschneiderei Heinze aus Sielow und Luise Freitag aus Jänschwalde.
Alle Blicke zog die erst dreijährige Jennifer Kleibert in ihrer Kindertracht auf sich. „Noch im vergangenen Jahr hat sie die Großen bewundert“, sagte ihre Mutti Katrin Kleibert. Lediglich 30 Minuten dauerte es, bis Angela Naparty mit Hilfe von unzähligen Nadeln ihre Enkelin eingekleidet hatte. Am Umzug nahm Jennifer jedoch nicht teil, denn in diesem Jahr setzte die Kälte den Trachtenpaaren besonders zu. Fast jede Teilnehmerin trägt deshalb Stiefel, dicke Strumpfhosen, weiße gestrickte Armstulpen und die älteren Trachtenträgerinnen ein dunkles Pelzcape um die Schultern. Einige junge Mädchen verzichteten bibbernd darauf, um das schmucke gestickte Schultertuch nicht zu verdecken.
Zahlreiche Kiebitze hatten sich eingefunden, als der Zug in den Saal des Hornoer Krugs einmarschierte.

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