„Wir haben doch kaum Gelegenheit miteinander zu sprechen“, begründet Grit Radigk, Stadtverordnetenvorsteherin in Sonnewalde, ihre Initiative zum Gespräch auf kommunaler Ebene. Dabei gebe es viele ungeklärte Dinge. Und es stünde der Beschluss der Rückersdorfer Gemeindevertretung im Raum, der Sonnewaldes Austritt aus dem WAV zum Ziel hat.

Die morgige Runde sollte aus den Mitgliedern beider Hauptausschüsse und des Amtsausschusses Elsterland bestehen. Nicht eingeladen sind der Vorsitzende der Verbandsversammlung Manfred Drews, Plessas Amtsdirektor und Vertreter für Gorden, sowie Verbandsvorsteher Dietmar Seidel. „Wir glauben, dass wir auf rein kommunaler Ebene versuchen müssen, einige Fakten zu klären und die Wogen zu glätten“, begründet Grit Radigk. Fehlen werden nach RUNDSCHAU-Informationen auch die Elsterland-Vertreter. Sie sehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt – in Kürze soll der Statusbericht vom Land über den Stand fünf Jahre nach der Fusion vorliegen – keinen neuen Gesprächsbedarf.

Die Sonnewalder zahlen mit 7,40 Euro pro Kubikmeter deutlich höhere Abwassergebühren als die Doberlug-Kirchhainer und Elsterländler (3,42 Euro/m). Auch das Trinkwasser ist für sie teurer (2,40 Euro/m) als für die übrigen Kunden (1,70 Euro/m). „Ein Verband ein Preis“ sei aber nach wie vor das Ziel, so Grit Radigk. „Nicht heute und morgen, aber übermorgen. Und wir müssen klären, wie wir dahin kommen“, meint sie. Denn Sonnewalde könne keine weiteren Preissteigerungen mehr verkraften. Andererseits verstehe sie die Doberlug-Kirchhainer, die keine Gebührensteigerung wollen.

Dass sowohl sie als auch Sonnewaldes Bürgermeister Werner Busse nach mitunter sehr unschönen Vorwürfen von Sonnewalder Einwohnern einen vernünftigen und fairen Umgang miteinander erhoffen, scheint auch auf einem Schreiben von Landrat Christian Jaschinski (CDU) zu fußen. Darin wird zum Rückersdorfer Vorstoß erklärt, dass das Ansinnen, eine Mitgliedsgemeinde zum Austritt aus dem WAV zu bewegen, „weder Aussicht auf Unterstützung noch Genehmigung hätte“. Das heißt, man muss auch künftig miteinander auskommen.

 

Zum Thema:
Zum 1. Januar 2007 wurde die vom Land Brandenburg forcierte Fusion des Trink- und Abwasserzweckverbandes Sonnewalde (TAZ) und des Zweckverbandes Trink- und Abwasser Doberlug-Kirchhain und Umland (ZVTA) wirksam.Für den Wasser- und Abwasserverband Westniederlausitz wurden mit Zustimmung der Stadtverordneten von Sonnewalde und Doberlug-Kirchhain getrennte Ver- und Entsorgungsgebiete und Entgelte beibehalten.