Rettung für den Finsterwalder Eierpieler läuft an
Probeanstauung noch in diesem Jahr / Keine Gefahr für Anwohner in Finsterwalde
Finsterwalde Mit dem „Eierpieler“ besitzt Finsterwalde eine Perle der Natur. Als „oligotroph-saures“ Moor, also ein nährstoffarmes Torfmoosmoor, ist es sogar das einzige seiner Art im Land Brandenburg. Doch die Idylle rund um das Moor trügt. Es ist in akuter Gefahr. Jetzt soll Hilfe nahen.
Vor einem Jahr gab es eine „kleine Moortagung“, bei der die Rahmenbedingungen analysiert sowie erste Verfahrensschritte festgelegt und eingeleitet wurden. Der Moorkörper wurde vermessen und kartiert, alle Flurstückseigner, auch die Stadt, stimmten einer Probestauung zu. Und es wurde ein Duldungsvertrag unterschrieben. Mit dem Revierförster wurden notwendige Fällungen besprochen, und selbst das Kampfmittelbeseitigungsamt gab grünes Licht. Da für alle Flurstückseigner keine Kosten entstehen sollen, wurde nach Fördermitteln recherchiert – und das mit Erfolg. Letztendlich wurde im Westteil Finsterwaldes nach Grundwassermessstellen gesucht. Im Bereich Friedensstraße, Stadion und Förderschule wurde man fündig. Insgesamt wird die Probestauung durch sechs Messstellen überwacht. Das Projekt geht also langsam in die heiße Phase über. In naher Zukunft werden Stützschwellen und Grabenplobpen in das Grabensystem rund um den Eierpieler eingebracht. Es werden einige Erddämme errichtet und Abflussgräben verfüllt. Hinzu kommen Baumfällungen im östlichen Teil des Projektgebietes. „Wir sind mit unseren Vorbereitungen schon ziemlich weit und denken, dass wir mit der Probestauung im dritten oder vierten Quartal 2010 beginnen können. Der ganze Versuch wird ein Jahr laufen. Dabei stehen wir in ständigem Kontakt mit der Stadt, es gibt ein Grundwassermonitoring und es wird ein hydrologisches Gutachten erstellt“, erklärte Sören Wolf. Auf die Frage, was passiere, wenn es zu negativen Auswirkungen im westlichen Stadtgebiet kommt, antwortete der Experte: „Dann wird der Versuch sofort abgebrochen.“ Es bleibe dann beim Status quo, der Eierpieler werde nicht sofort verschwinden, doch der Moorkörper wohl von Jahr zu Jahr kleiner.
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Erstellt am: 15. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 15. März 2010, 08:17 Uhr
Autor: Von Torsten Pötzsch

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