15. März 2010, 00:00 Uhr

Rettung für den Finsterwalder Eierpieler läuft an

Probeanstauung noch in diesem Jahr / Keine Gefahr für Anwohner in Finsterwalde

Finsterwalde Mit dem „Eierpieler“ besitzt Finsterwalde eine Perle der Natur. Als „oligotroph-saures“ Moor, also ein nährstoffarmes Torfmoosmoor, ist es sogar das einzige seiner Art im Land Brandenburg. Doch die Idylle rund um das Moor trügt. Es ist in akuter Gefahr. Jetzt soll Hilfe nahen.

Die einzigartige Moorlandschaft des Eierpielers ist in akuter Gefahr. Archivfoto: Babbe
Damit der Moorkörper in Gänze erhalten bleibt und eine Austrocknung im Sommer verhindert wird, müsste der Grundwasserspiegel um 30 Zentimeter angehoben werden. Unter der Regie des Gewässerverbandes Kleine Elster-Pulsnitz wurde deshalb das Projekt „Revitalisierung des Eierpielers“ ins Leben gerufen. Die Pläne sind soweit vorangeschritten, dass es noch in diesem Jahr zu einer Probeanstauung kommen wird.

Über den Stand der Dinge iinformierte in der vergangenen Woche Diplom-Ingenieur Sören Wolf die Mitglieder des NABU Finsterwalde und interessierte Bürger. Wolf hat im Wesentlichen das Projekt erarbeitet und wird es in Zukunft auch begleiten. Bei seinen Ausführungen wurde deutlich, dass berechtigte Hoffnung besteht, den „Eierpieler“ in seiner Einzigartigkeit zu erhalten. Auch die Gefahren für den Westteil von Finsterwalde, bei einer Anhebung des Grundwasserspiegels, hält der Experte für kalkulierbar.  Mehrfach machte er deutlich, dass nicht die gesamte Oberfläche des „Eierpielers“ um 30 Zentimeter angehoben wird, sondern das Grundwasser. Zudem würden Maßnahmen eingeleitet, damit nicht mehr so viel Wasser abläuft und im Moor gehalten wird.

Vor einem Jahr gab es eine „kleine Moortagung“, bei der die Rahmenbedingungen analysiert sowie erste Verfahrensschritte festgelegt und eingeleitet wurden. Der Moorkörper wurde vermessen und kartiert, alle Flurstückseigner, auch die Stadt, stimmten einer Probestauung zu. Und es wurde ein Duldungsvertrag unterschrieben. Mit dem Revierförster wurden notwendige Fällungen besprochen, und selbst das Kampfmittelbeseitigungsamt gab grünes Licht. Da für alle Flurstückseigner keine Kosten entstehen sollen, wurde nach Fördermitteln recherchiert – und das mit Erfolg. Letztendlich wurde im Westteil Finsterwaldes nach Grundwassermessstellen gesucht. Im Bereich Friedensstraße, Stadion und Förderschule wurde man fündig.  Insgesamt wird die Probestauung durch sechs Messstellen überwacht.

Das Projekt geht also langsam in die heiße Phase über. In naher Zukunft werden Stützschwellen und Grabenplobpen in das Grabensystem rund um den Eierpieler eingebracht. Es werden einige Erddämme errichtet und Abflussgräben verfüllt. Hinzu kommen Baumfällungen im östlichen Teil des Projektgebietes. „Wir sind mit unseren Vorbereitungen schon ziemlich weit und denken, dass wir mit der Probestauung im dritten oder vierten Quartal 2010 beginnen können. Der ganze Versuch wird ein Jahr laufen. Dabei stehen wir in ständigem Kontakt mit der Stadt, es gibt ein Grundwassermonitoring und es wird ein hydrologisches Gutachten erstellt“, erklärte Sören Wolf.  Auf die Frage, was passiere, wenn es zu negativen Auswirkungen im westlichen Stadtgebiet kommt, antwortete der Experte: „Dann wird der Versuch sofort abgebrochen.“ Es bleibe dann beim Status quo, der Eierpieler werde nicht sofort verschwinden, doch der Moorkörper wohl von Jahr zu Jahr kleiner.
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Erstellt am: 15. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 15. März 2010, 08:17 Uhr
Autor: Von Torsten Pötzsch

Von Torsten Pötzsch

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