Opal-Bauarbeiten haben im Elbe-Elster-Kreis begonnen
Südlich von Finsterwalde wird Trasse freigeräumt / Bautrupps rücken aus Sachsen an
Finsterwalde
Die größte Baustelle des Elbe-Elster-Kreises ist eröffnet. An der Trasse der Opal, die russisches Erdgas von den Ostseepipeline Richtung Süden weiterleiten soll, laufen bereits die ersten Vorbereitungen. Nun rücken die Bautrupps aus Sachsen an.
Seit drei Wochen liegt die Baugenehmigung für den südlichen Abschnitt in Brandenburg vor. Nun geht alles sehr schnell. Am Segelflugplatz in Finsterwalde etwa werden schon die Rohre in Position gebracht. Die 19 Meter langen und 15 Tonnen schweren Stahlsegmente lagern bereits seit Monaten in der Region, etwa in Münchhausen, Drößig, Sorno und Großkmehlen, und kommen nun zu ihrem vorbestimmten Einsatz.
„Wir wollen die Leitung im Herbst 2011 in Betrieb nehmen“, gibt Bernd Vogel, Geschäftsführer der Opal Net Transport GmbH, das ehrgeizige Ziel vor. Bis zu 1000 Arbeiter sollen das allein in Brandenburg möglich machen. Gearbeitet wird parallel an mehreren Stellen der künftigen Trasse. Ein Trupp startet bei Finsterwalde, ein weiterer südlich von Luckau. Die Arbeiter rücken an, sobald sie auf ihren derzeitigen Abschnitten in Sachsen fertig sind.
In den einzelnen Abschnitten wird je ein Arbeitsstreifen von 36 Metern Breite angelegt. Während die Schweißer beginnen, die Pipelinestücke miteinander zu verbinden, heben Bagger den eigentlichen Rohrgraben aus. Straßen und Bahnlinien auf dem Weg werden zum Teil untergraben, zum Teil auch aufgerissen. Über Sperrungen und Umleitungen werde man rechtzeitig informieren, verspricht Nicolas Neu, Pressesprecher des ausführenden Unternehmens Wingas.
„Weit fortgeschritten sind zudem bereits die Kampfmitteluntersuchungen“, erläutert Bauleiter Michael Muth. Der Räumdienst untersucht pro Tag rund 1500 Quadratmeter auf Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg. Muth: „Erst wenn die Kampfmittel geräumt sind, werden wir mit den Bauarbeiten vor Ort beginnen.“
Am Ende soll von dem ganzen Aufwand nicht mehr zu sehen bleiben als ein freier Streifen Erde. Vom Verlauf der Pipeline zeugen dann nur noch die gelben Markierungspfähle entlang der Strecke. Dennoch müssen einige Waldstücke dem Bauvorhaben weichen. Dafür wurden entsprechende Ausgleichspflanzungen angeordnet. Nach Auskunft der Kreisverwaltung geschieht dies durch die Erstaufforstung von 25 Hektar naturnahen Laubwäldern auf dem ehemaligen Flugplatz Gahro und die Revitalisierung der großen Maasdorfschleife der Kleinen Elster.
In Norden folgt Opal einer alten Gastrasse, umrundet den Eierpieler bei Finsterwalde und führt dann in Richtung Sachsen. Grafik: PR
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