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Finsterwalde

Narren im Mass'ner Zirkuszelt

Massen Jugendkarneval, erste Hauptveranstaltung, Kinderkarneval – mit einem vollen Terminkalender starteten die Massener Narren in ihre 35. Session. „Sensationen aus aller Welt – hier im Mass'ner Zirkuszelt“, so das etwas sperrige Motto, welches aber viel Potenzial für närrisches Treiben birgt.

09.02.2010
Die jungen Massener Damen sind dem kleinen Funkenalter entwachsen und widmen sich jetzt dem Showtanz beim Karneval. Fotos: Dietmar Seidel
Durch das Programm moderierte sich, in altbewährter Manier, Obernarr Mathias Winzer. Kein einfacher Job, schließlich bleiben einige Plätze im „Zirkuszelt“ unbesetzt. Doch die, die gekommen waren, ließen sich die Stimmung nicht verderben. Es herrschte ausgelassenes Treiben. Auch dank Mathias Winzer, der es immer wieder schaffte, die Gäste zu motivieren. Es wurde geschunkelt, geklatscht und gesungen, als ob es kein Morgen geben würde. Bis zum 16. Februar, dem gemeinsamen Karnevalsfrühschoppen, gibt es im Massener Erblehngut insgesamt sieben Veranstaltungen, also noch ausreichend Möglichkeiten, sich das Treiben in der Manege anzuschauen.

Die Beballerten

Den Auftakt machen „Die Beballerten“ und die sind, wie immer, eine sichere Bank für gute Stimmung. Funken und Elferrat marschierten gemeinsam ein und übernahmen die Herrschaft auf dem Saal. Dann kam es auch schon zur Inthronisierung von Prinz Martin nebst seiner Herrlichkeit, Prinzessin Sarah.  In geschliffenen Worten eröffneten sie die diesjährige Saison und besiegelten alles mit einem lang anhaltenden Kuss. Wer von beiden die Eröffnung der Kussfreiheit mehr genoss, war nicht genau auszumachen. Auf Prinz Martins Gesicht lag jedenfalls ein seliges Lächeln, und es gab keinerlei Widerstand, als das Publikum eine Wiederholung einforderte. „Manege frei zur Mass'ner Narretei“, verkündeten dann beide den Start ins Programm.

Beifall für die Funken

Die erste Zugabe des Abends ertanzten sich die Funken, allen voran das kleinste Fünkchen, die erst sechsjährige Julie Manigk. Wie schon in den vergangenen Jahren zeichnete sich Bianca Schadock verantwortlich für die Choreografie. Nimmt man die Dauer des Applauses, dann hat sie auch in diesem Jahr wieder einen guten Job gemacht. Lange Zeit gab es keine Büttenrede mehr in Massen, doch diese Durststrecke hatte endlich ein Ende.  Mike Prach als Narr und Ive Morawitz als Clown wagten sich ins Halbrund des Fasses und reimten sich so Einiges rund um die Themen Wein, Weib und Gesang zusammen. Alltagspolitische Spitzen blieben allerdings aus, doch es war ja ein Neuanfang und der lässt hoffen.

Natürlich hatte das Showballett wieder einige Nummern einstudiert. Der Höhepunkt war ein Michael-Jackson-Medley. Da hielt es vor allem die Herren nicht mehr auf ihren Sitzen und eine Zugabe war selbstverständlich. Doch auch die Damenwelt kam voll auf ihre Kosten, besonders bei der Artistiknummer der jungen Massener Burschen. Gut durchtrainiert, mit nacktem Oberkörper, verzückten sie die Frauen. Apropos Frauen, nicht nur die jungen Mädels aus Funkengarde und Showballett begeisterten das geneigte Publikum. Auch die etwas in die Jahre gekommenen Funken und Tänzerinnen hatten wieder ihren Auftritt. Unter dem strengen Kommando von Zirkusdirektor Lutz Modrow tanzten sie als Tiger, Elefant und Eisbär durch die Manege.  Spätestens da war man endlich im Massener Zirkus angekommen. Eine Nummer fehlte noch – das Männerballett. Elfengleich schwebten blondgelockte Männer mit leichtem Bauansatz über das Parkett und tanzten sich von Minute zu Minute in wahre Ekstase. Mit zwei Zugaben waren sie die unangefochtenen Stars des Abends. Die Stimmung war auf dem Siedepunkt.

Freude steckt an

Mit viel Liebe, Enthusiasmus und Freude an der Sache ist es den Massenern wieder gelungen, viel Spaß und Freude unter den Gästen zu verbreiten. Dass man in Massen nicht unbedingt den Anspruch nach Perfektion in den einzelnen Nummern hat, kommt, wie in den Jahren zuvor, wieder gut an. Man ist authentisch, man hat sichtbaren Spaß an der Freude und diese Freude wird vom Publikum jederzeit mitgetragen.
Ive Morawetz und Mike Prach stiegen in Massen gemeinsam in die Bütt.

Von Torsten Pötzsch
 
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