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Finsterwalde

Mieterbund kritisiert: «Stadtumbau nicht nur Abriss von Wohnungen»

Finsterwalde. Der Finsterwalder Mieterbund wehrt sich gegen die Pläne der Stadt, in den nächsten Jahren etwa 400 Wohnungen in den Plattensiedlungen im Südkomplex und am Langen Hacken abzureißen, das Wohngebiet Bergheider Straße/Klingmühler Eck soll gar völlig verschwinden. Dazu will man heute Abend in einer öffentlichen Veranstaltung Position beziehen und die Mieter über ihre Rechte informieren für den Fall, dass es zu Abrisskündigungen kommt.

19.11.2004

«Statt wie in anderen Städten Ostdeutschlands vor allem leerstehende Wohnungen vom Markt zu nehmen oder die Wohnungen im Bestand bei gleichzeitiger Aufwertung der verbliebenen Substanz zu reduzieren, definiert man in Finsterwalde Stadtumbau vor allem durch Abriss» , kritisiert Eckhard Gleitsmann, der Vorsitzende des Finsterwalder Mietervereins, in einem Schreiben vorab. Das bedeute, so schreibt Gleitsmann weiter, dass hier hauptsächlich sozial gebundene und qualitativ gute Wohnungen auf der Abrissliste stehen, die mehrheitlich mit zufriedenen Mietern bewohnt seien.

Nur zu Lasten der Gesellschaft
«Hinzu kommt, dass der Abriss von Mietwohnungen ausschließlich zu Lasten der kommunalen Wohnungsgesellschaft geht, eine der wenigen Wohnungsgesellschaften im Land Brandenburg, die auf gesunden wirtschaftlich Füßen steht und die sich in den letzten Jahren als verlässlicher Partner von Stadtentwicklung und regionaler Wirtschaft erwiesen hat.» Die Wohnungsgesellschaft habe durch eine kluge und soziale Wohnungspolitik erreicht, dass der Leerstand in ihrem Bereich unterdurchschnittlich ist. Damit habe sie sich als stabiler Partner ihrer Mieterinnen und Mieter erwiesen, würdigt der Vorsitzende.
Seiner Meinung nach werde nach dem 1. Januar 2005 der Bedarf an sozial gebundenem Wohnraum im Ergebnis von Hartz IV auch in Finsterwalde ansteigen – «ein Bedarf, dem die Wohnungsgesellschaft schon jetzt nur mit großen Anstrengungen gerecht werden kann» .

Welche Rechte haben Mieter?
Der Mieterverein Finsterwalde und Umgebung macht die Finsterwalder «Stadtumbau» -Pläne heute zum Gegenstand einer öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung, zu der nicht nur Mitglieder, sondern alle Interessenten eingeladen sind. In dieser Runde wolle man die wohnungspolitischen Folgen von Hartz IV für den Wohnungsmarkt beleuchten und darüber informieren, welche Rechte die Mieter bei angekündigten Abrissen ihrer Wohnungen haben. Dazu seien etliche Politiker von Bundestag, Landtag und der Stadt Finsterwalde sowie die Geschäftsführer der Großvermieter Wohnungsgesellschaft und Wohnungsgenossenschaft eingeladen worden: «Wir dürfen auf deren Sicht zum Stadtumbau gespannt sein» , schließt Gleitsmann – der zugleich Stadtverordneter der PDS-Fraktion ist, die in der Vertretung gegen die städtischen «Stadtumbau» -Pläne, die dort mit großer Mehrheit angenommen wurden, gestimmt hatte.
Die Veranstaltung beginnt heute um 19 Uhr im Saal der Gaststätte «Erholung» in der Rosa-Luxemburg-Straße.  (red/-db-)
 
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