05. Februar 2010, 00:00 Uhr

Kleine Elster bekommt bei Lindena ihr altes Bett

Antworten auf Fragen besorgter Anlieger und Bauern

Lindena Bei Lindena soll die Kleine Elster in ihr altes Bett zurückgeführt werden. Was das für die Grundstücksbesitzer bedeutet und welche Folgen das hat? Dieser Tage gab es in einer Informationsveranstaltung Antworten auf die vielen Fragen.

An der Mühle bei Lindena fließt die Kleine Elster bereits wieder in ihrem alten Flussbett. Archivfoto: Seidel

Birgit Groth vom Projektmanagement der Flächenagentur Brandenburg GmbH stellte in Lindena lange vor dem Beginn der Arbeiten Interessierten den Plan zur Wiederherstellung einer Fluss-Schleife an der Kleinen Elster an der Ortslage Lindena vor. An der Veranstaltung nahmen auch der Gewässerverbandsvorsitzende Hubertus Brückner, der Sachgebietsleiter Naturschutz beim Landkreis, Udo Winde, der Vertreter der Agrofarm Goßmar in Lindena Frank Hausmann, zuständig für Feldbau, Bürgermeister Daniel Mende, Abgeordnete sowie der Bauamtsleiter des Amtes Elsterland, Torsten Drescher, teil.

In Zusammenarbeit mit dem Amt Elsterland, der unteren Naturschutzbehörde, dem Gewässerverband Kleine Elster-Pulsnitz und der Agrargenossenschaft sowie den Eigentümern der Flächen soll in der Flussniederung zwischen Doberlug und Wahrenbrück wieder eine Fluss-Schleife gebildet werden. Mit den geplanten Maßnahmen soll ein Beitrag für den Natur- und Hochwasserschutz geleistet werden, führte Birgit Groth aus.  Dabei sei vorgesehen, beanspruchten Flächen aufzukaufen, sagte sie.

Bereits 2007/08 wurde an der Mühle von Lindena der Umfluter geschaffen. Zur Beschattung der Sohlgleite wurde das Ufer bepflanzt und ein Auwaldstreifen angelegt. Für die neu entstandene Inselfläche sind Pflanzmaßnahmen in Vorbereitung. Ebenso soll an der neu geplanten Flussschleife ein auetypisches Stillgewässer entstehen, an dessen Ufer ein Gehölzstreifen mit Schwarzerle, Stieleiche, Esche und verschiedene Weidenarten gepflanzt werden.

Bei dem gesamten Vorhaben kommt es für die Betroffenen von der Agrofarm darauf an, dass den Bauern das Überleben sowie die 14 Arbeitsplätze gesichert bleiben, zumal gepachtete und landwirtschaftlich genutzte Flächen betroffen sind, wurde in der Diskussion hervorgehoben.  Alle Seiten signalisierten Gesprächsbereitschaft und hoben hervor, dass bereits diese Informationsveranstaltung ihren Beitrag zur gegenseitigen Verständigung leistet.

Für Hartmut Müller aus Lindena stellte sich auch die Frage, ob bei dieser Renaturierung wieder mit feuchten Kellern im Dorf zu rechnen sei. Das wurde verneint. Der Wasserspiegel würde nicht geändert, so hieß es.

Hubertus Brückner unterstützt das Vorhaben. Er erinnerte sich als Randglosse, wie er hier in dieser Gegend vor Jahren Limikole, das sind Wat- und Schreitvögel beobachtet hatte. Mit dieser Renaturierung würde zugleich für Artenschutz und Vielfalt von Tieren und Pflanzen in Auwäldern geleistet, sagte er.

Die Finanzierung würde aus Ausgleichsmitteln, die Windparkanlagenbetreiber zu leisten hätten, gewährleistet. Bauamtsleiter Drescher fragte nach, ob in dieser Region dafür Windparks entstehen sollen. Dies konnte Birgit Groth verneinen.
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Erstellt am: 05. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 05. Februar 2010, 10:38 Uhr
Autor: Von Mario Sanders

Von Mario Sanders

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