09. Februar 2012, 00:00 Uhr

Kies aus Zeischa für Ortsumfahrung?

Beton GmbH will abgeholzte Flächen auskiesen / Hoffnung auf B 183-Trasse

Zeischa In Zeischa soll doch noch einmal Kies gefördert werden. Zwar ohne Schwimmbagger, dafür aber mit Bagger und Radlader. Die Schüring Beton GmbH hat das bereits abgeholzte Ostfeld nahe der Tankstelle am Haidchensberg als Abbaugebiet im Visier und liebäugelt mit dem Großauftrag B 183-Ortsumfahrung Bad Liebenwerda. In diesem Arbeitsgang sollen gleichzeitig die Voraussetzungen zur touristischen Nachnutzung des Baggersees geschaffen werden.

Freilich mit einer Nummer größer: Am Kiessee Zeischa soll noch mal gebaggert werden. Foto: F. Claus Foto: F. Claus
Für den Neubau der B 183-Ortsumfahrung werden nach Angaben des Landesbetriebes Straßenwesen rund 530 000 Kubikmeter Kies, das sind etwa eine Million Tonnen, benötigt. Damit wären gut 33 000 Lkw-Ladungen zu bewegen. Dieser lukrative Auftrag reizt auch den Kieswerk-Betreiber direkt vor der Haustür der künftigen Trasse.

Doch einfach losbaggern ist nach dem am 1. August 2009 eröffneten Insolvenzverfahren für die Weiland Kies-, Sand- und Betonwerk nicht. Zwar hat danach die Schüring Beton GmbH den Geschäftsbetrieb weitergeführt, doch nachdem auch die die Produktion eingestellt hatte, sind verschiedene Zulassungen abgelaufen. Gegenüber dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Cottbus war jetzt nachzuweisen, dass das Bergbaurecht rechtskräftig an die Schüring Beton GmbH verkauft wurde. Zudem, so Karina Pulz vom Landesbergamt, müssen vor Inbetriebnahme der Förderung Betriebspläne vorgelegt werden und eine Sicherheitsleistung hinterlegt werden. Letztere beläuft sich nach Angaben von Markus Pfäffle, neuer Geschäftsführer der Schüring Beton GmbH, auf 150 000 Euro. Das Geld diene unter anderem dazu, die Wiederaufforstung und Sicherungsarbeiten an den Böschungen nach dem Abbau zu finanzieren. Sollte Schürig Beton den Zuschlag erhalten, ist der Abbau überwiegend per Radlader geplant. „Die Inbetriebnahme eines Schwimmbaggers lohnt nicht mehr. Dazu gibt es in der Region viel zu geringe Abnahmemengen“, so Pfäffle. Kurstadt-Bürgermeister Thomas Richter (CDU) sieht in der möglichen Wiederaufnahme der Förderung die Chance, den Baggersee in diesem Zuge schneller für eine touristische Nachnutzung vorzubereiten. In einem Gespräch mit dem Geschäftsführer habe er die Vorstellungen der Stadt erläutert. Pfäffle denkt nur an die Auskiesung des abgeholzten Ostfeldes, danach solle die Förderung in Zeischa eingestellt werden. „Bekommen wir den Auftrag, kann es schnell gehen. Wenn nicht, werden wir wohl noch 20 Jahre für Kleinabnehmer buddeln“, so der Mann aus Bahretal in der Nähe von Pirna.

Doch Kiesabbau ist nicht das einzige, was Pfäffle, der an seinem Heimatort auch Geschäftsführer der P+S Projektentwicklung Solartechnik GmbH ist, an Zeischa interessiert. Dort, wo einst die alte Betonmischanlage stand, könnte ein Solarfeld entstehen. Dabei würde Pfäffles Unternehmen nicht als Investor, sondern als Planer und Baubetrieb auftreten.

Auch eine touristische Nachnutzung – Mirko Schüring hatte 2008 verkündet, mit einem russischen Investor eine Fünf-Sterne-Hotel-Anlage bauen zu wollen – wolle Pfäffle über seine Firma P+S Global Invest GmbH im Auge behalten.
Extras zum Artikel
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 09. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2012, 02:32 Uhr
Autor: Von Frank Claus

Von Frank Claus

Jüngste Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden
Kommentar hinzufügen

Noch kein Passwort? Hier registrieren