10. März 2010, 00:00 Uhr

Explosion im Druckereisaal

Katastropheneinsatzkräfte des Kreises und der Bundeswehr übten Zusammenwirken

Herzberg Zum Glück war es nur eine Übung: Um 13.44 Uhr löste Montag die Brandmeldeanlage des Wittich-Verlages im Herzberger Gewerbegebiet „An den Steinenden“ Alarm aus. Eine heftige Explosion hatte im Druckereisaal einen Brand verursacht. Zu dieser Zeit befinden sich zwölf Mitarbeiter an den Maschinen.

Zusammenspiel: Kräfte der Sondereinsatzgruppe des DRK und Sanitäter der Bundeswehr bergen einen Verletzten. Fotos: Serena Nittmann
In solch einer Situation reicht es nicht, dass die Feuerwehr schnell vor Ort ist. Bei einem schweren Unglücksfall mit massenhaften Verletzten müssen verschiedene Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes eng zusammenarbeiten. Und wenn Ausmaße einer Katastrophe zu erkennen sind, kommt auch die Bundeswehr zum Einsatz. Herauszufinden, wie und ob das funktioniert, war das Ziel der gestrigen Übung.

Marco Müller, Geschäftsführer im Wittich-Verlag, ist Reservist der Bundeswehr und gehört wie weitere zehn Reserveoffiziere und Reserveunteroffiziere dem sogenannten Kreisverbindungskommando (KVK) an. Das KVK koordiniert im Katastrophenfall die zivil-militärische Zusammenarbeit. Zwar wurde gestern keine Katastrophenlage simuliert, doch auch der angenommene Unglücksfall in der Druckerei gab Aufschluss über das Zusammenwirken der Kräfte. Erstmals hatte ein Betriebsleiter im Elbe-Elster-Kreis sein Unternehmen für eine solche Übung zur Verfügung gestellt.
Für die Feuerwehr war es nicht leicht, die Verletzten zu orten.
 Geschminkte Bundeswehrsoldaten spielten die Verletzten ergreifend echt.

Alle Verletzten gefunden

Beißender Rauch drang aus dem Produktionsgebäude. Die Hand vor Augen war nicht mehr zu erkennen. „Helft mir“ stöhnte ein Verletzter aus irgendeiner Ecke hinter den Druckmaschinen. Die Kameraden der Herzberger Feuerwehr legten ihre Atemschutzmasken an und begannen, nach den Verunglückten zu suchen.

Vor Ort waren auch eine Sanitätseinheit der Bundeswehr sowie die kreislichen Sondereinsatzgruppen „Sichtung und Behandlung“ Herzberg und „Verletztentransport“ Doberlug-Kirchhain. Beide befinden sich in der Trägerschaft des DRK. Auf dem Betriebsgelände wurde schnell eine Sammelstelle für die Verletzten eingerichtet, zu der die Betroffenen auf Tragen gebracht wurden.

Ebenfalls im Einsatz war ein Fahrzeug der Feuerwehr Schönborn, das für die ABC-Erkennung ausgerüstet ist.
Ohne Atemschutzmaske ging bei dieser Übung gar nichts.
Mit einem Viergasmeßgerät hat Feuerwehrmann Christian Zahn erkundet, ob in dem Drucksaal giftige Gase ausgetreten sind. Auch die einzige Wärmebildkamera, über die der Kreis verfügt, kam zum Einsatz. Nur mit ihrer Hilfe konnte auch der letzte Verletzte ausfindig gemacht werden. Er lag bewusstlos auf einer Treppe. Nach reichlich einer Stunde war die Menschenrettung abgeschlossen und die Übung beendet.

Übung war ein Erfolg

Sowohl der Dezernent für Ordnung und Sicherheit des Kreises, Dr. Erhard Haase, als auch der Organisationsleiter des DRK, Burkhard Schreiber, und Kreisbrandmeister Bodo Schmidt waren bis auf kleinere „Pannen“ mit dem Ergebnis der Übung zufrieden. „Sie war ein Erfolg“, sagte Dr. Haase.

Diesem Urteil schloss sich auch der Hauptmann der Reserve Michael Schelter vom KVK an. „Was wir vonseiten des KVK prüfen wollten, wie die Alarmierung oder das Absetzen der Meldungen, hat geklappt.
Die Sanitätsstaffel des LTG 62 hat sich sehr gut eingebracht, und auch das Zusammenwirken mit den Einsatzkräften des Kreises hat gut funktioniert“, schätzte er ein. Und dennoch waren alle froh, dass es nur eine Übung war.

 
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Erstellt am: 10. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 10. März 2010, 08:31 Uhr
Autor: Von Birgit Rudow

Von Birgit Rudow

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