06. Februar 2012, 00:00 Uhr

Die mit dem Wolf tanzen

Märchenhafter Karnevalsauftakt in Brenitz / Ausgelassene Stimmung bei Besuchern

Brenitz Mit einem dreifachen „Brenitz, tuff, tuff“ setzte sich am Samstag die Brenitzer Karnevalslok in Richtung ihrer 23. Saison stimmungsvoll in Bewegung.

Das Showballett mit einigen Rotkäppchen, die tanzen. Foto: top1 Foto: top1
Märchenhaft geht es in insgesamt fünf Veranstaltungen zu, getreu dem Motto: „Wenn Aladin Frau Holle freit, ist in Brenitz Faschingszeit“. Vieles ist in Brenitz anders, als in den anderen Karnevalshochburgen der Region. So gibt es keinen Elferrat und die Musik kommt ausschließlich aus der Konserve. Alles läuft „wider dem närrischen Ernst“, Improvisation und Spontanität sind echte Markenzeichen der Brenitzer und das scheint bei den Gästen anzukommen. Die Stimmung im Saal war prächtig. Weiterhin auffällig, die Brenitzer scheinen keine Nachwuchssorgen zu haben. Kinder und Jugendliche prägten in weiten Teilen das Programm und gaben ihm Schwung und Lebendigkeit, auch wenn nicht jeder Schritt perfekt saß. Durch das Programm sangen, tanzten und kalauerten sich Stefan Kutscher, Mathias Gutsche, Enrico Schadock und das neue Sternchen Franziska „Franzi“ Lehmann aus Großbahren. Obwohl stimmlich etwas angegriffen, eroberte sie die Zuschauerherzen im Sturm.

Über zwei Stunden war die Lok unterwegs und machte bei allen Klassikern der Gebrüder Grimm halt. Dornröschen, Froschkönig, Rotkäppchen, die sieben Geißlein, Aschenbrödl, dass Thema „Märchen“ erwies sich als ein dankbares. Die Interpretationen der Brenitzer sind zum Teil sehr eigenwillig aber immer interessant umgesetzt worden. Es gab ein paar Sprechnummern, wie die von Mathias Gutsche „in de Bütt“ als „Brenitzer Schrankenputzer“, ansonsten wurde vor allem viel und stimmungsvoll getanzt. Ein echter Hingucker dabei, das Showballett und natürlich das Männerballett, die als Aschenbrödl am Ende des Programms noch einmal richtig für Stimmung sorgten. Mit Gutsche, Schadock und Schröder waren die Männer auf und vor der Bühne sehr präsent, in Brenitz sind es aber vor allem die Frauen, die die Fäden ziehen, „den Laden zusammenhalten“ das Programm wesentlich mitgestalten. Stellvertretend seien hier nur Elvira Wolf genannt, die sich um Kostüme und Requisiten kümmert, Petra Walter, die den Männern die Richtung zeigt und die richtigen Schritte beibringt und nicht zu vergessen Karolin Kutscher. Bis zum vergangenen Jahr stand sie noch selbst im Mittelpunkt auf der Bühne, jetzt kümmert sie sich um das Jungsballett und um organisatorische Dinge.

Viele Akteure leben und arbeiten nicht mehr in der Region, doch wenn die Faschingslok unter Dampf gesetzt wird, sind sie alle wieder dabei. Die moderne Technik hat bei den Vorbereitungen längst Einzug gehalten und so kommen einzelne Nummern ausschließlich durch das Internet zustande.
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Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 10:25 Uhr
Autor: Torsten Pötzsch/top1

Torsten Pötzsch/top1

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