10. März 2010, 00:00 Uhr

Deutlicher Rückgang der Besucher im Finsterwalder Fiwave

Bürgermeister kündigt erneute Debatte um Entgelte an

Finsterwalde Bei den Besucherzahlen in der Finsterwalder Schwimmhalle hat es Ende des vorigen Jahres einen deutlichen Einbruch gegeben. Während die Zahl der Gäste in der Sauna im dritten Quartal sogar erheblich anstieg, gingen die Besucher in der Schwimmhalle bei einigen Tarifen stark zurück.

So erhöhte sich die Zahl der Besucher bei der 2,5-Stunden-Sauna von 120 im Oktober auf 329 im Dezember und bei der 3,5-Stunden-Sauna verdoppelte sie sich. Andererseits besuchten im Verlauf des dritten Quartals erheblich weniger Badegäste die Schwimmhalle. In fast allen Tarifpositionen gab es zum Teil drastische Rückgänge, so u.a. in den Früh- und Abendstunden. In dem Zusammenhang sanken auch die Erlöse in der Schwimmhalle, was die Mehreinnahmen in der Sauna nicht wettmachen konnten. Zu dieser nüchternen Feststellung kam man im Werksausschuss des Bäder- und Sportstättenbetriebes. Er sei „erschrocken“, erklärte Thomas Zimniak (CDU), der Ausschussvorsitzende sprach von einer dramatischen Entwicklung, die sich noch zuspitzen werde, wenn im Frühjahr traditionell die Besucherzahlen rückläufig seien. Die Ursachen für diese Entwicklung sieht Roland During (Linke) vor allem bei den gestiegenen Entgelten.  „Wir müssen durch günstigere Preise mehr Masse in die Schwimmhalle holen, übrigens auch ins Stadion.“

So sieht es gleichfalls Bürgermeister Jörg Gampe (CDU). Die neue Entgeltordnung habe dazu geführt, dass Vereine die städtischen Sportstätten weniger nutzen und zum Teil ins Umland ausweichen. „Wir müssen unsere Vereine wieder zurückholen“, erklärte er. Die Vereine sollten belohnt werden, wenn sie städtische Sportstätten nutzen, forderte Christian Homagk (FDP). „Wir sollten darüber nachdenken, ob wir Kinder sogar kostenlos in die Schwimmhalle lassen“, regte Gampe an. „Doch damit haben wir nicht mehr Umsatz“, gab Peer Mierzwa (SPD) zu bedenken. „Uns muss es gelingen, über mehr Veranstaltungen mehr Besucher in die Schwimmhalle zu bekommen“, sagte Barbara Schemmel vom Bäder- und Sportstättenbetrieb. Ein Außenbecken an der Schwimmhalle würde sie attraktiver bei jedem Wetter machen.

Angesichts sinkender Besucherzahlen und Einnahmen sieht man sich im Rathaus auch gezwungen, die Kosten zu senken. So wird erwogen, eigenes städtisches Personal für den Servicebereich in der Schwimmhalle einzusetzen. „Warum soll nicht ein Rettungsschwimmer, wenn nicht so viele Besucher in der Halle sind, auch an der Kasse Eintrittskarten verkaufen“, wird gefragt. Bürgermeister Gampe kündigte eine erneute Debatte um die Entgelte für die städtischen Sportstätten an.
 
 
Was nichts kostet...

Im Herbst und Winter müsste der Betrieb in der Schwimmhalle nur so brummen. Wann denn sonst?! Dass das in Finsterwalde nicht der Fall ist, hat auch damit etwas zu tun, dass die Stadt ihre Schwimmhalle in der Vergangenheit schlecht "verkauft", manche sogar abgeschreckt hat. Angenehm zu hören, wenn man jetzt andere, neue Töne im Rathaus vernimmt. Aber muss es denn gleich das andere Extrem sein? Die teure Schwimmhalle kostenlos anzubieten - wenn auch für unsere Kinder - hört sich gut an, kann aber nur ein kurzzeitiger Werbegag sein. Was nichts kostet, ist nichts wert. An dem Spruch ist was dran.
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Erstellt am: 10. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 10. März 2010, 08:45 Uhr
Autor: Von Dieter Babbe

Von Dieter Babbe

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