Giesbert Böttcher aus Buckau steht beim Traktorenstammtisch in vorderster Reihe
Buckau
Giesbert Böttcher, Chef des Buckauer Mc Cormick-Klubs, ist Baujahr 1966. Sein Lieblingstraktor, wenn man ihn so bezeichnen darf, ist fast genau so alt wie er. Gleich kurz nach der Wende hat er sich den 1969 gebauten Oldie gekauft. Der Buckauer ist Mc Cormick-Fan durch und durch.
Giesbert Böttcher freut sich schon auf das anstehende Traktorenwochenende. Foto: Sylvia Kunze Foto: Sylvia Kunze
Nicht jedes Dorf ist nach wie vor so ländlich geprägt wie Buckau. Giesbert Böttcher geht in Gedanken schnell von Grundstück zu Grundstück. »Auf jedem zweiten Gehöft steht mindestens noch ein Traktor im Dienst«, rechnet er durch. Die überwiegende Mehrheit sind Maschinen der Marke Mc Cormick. »Das hat uns vor einigen Jahren bewogen, den Mc Cormick-Klub zu gründen, uns regelmäßig am Traktorenstammtisch zu treffen, egal, welches Fabrikat vom Einzelnen gefahren wird, und einmal im Jahr nach Buckau zum Traktorenfrühschoppen einzuladen«, berichtet Böttcher, der führende Kopf des Klubs.
Am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag findet der 8. Traktorenfrühschoppen statt. Schon seit Tagen sind die Klubmitglieder auf den Beinen, um alles vorzubereiten. Da mussten Wiesen für die anreisenden Maschinen hergerichtet werden, ein Festzelt war aufzubauen, und um viele andere Details musste man sich ebenfalls kümmern. Für die 25 Klubmitglieder, längst nicht alle aus Buckau, sondern auch aus umliegenden Orten, eine arbeitsreiche Zeit - die bei der großen Schlepperparty heute Abend bestimmt vergessen ist. Und die auch in den Hintergrund gerät, wenn ganz speziell am morgigen Sonntag vielleicht wieder um die hundert (die Organisatoren hoffen, die Vorjahresmarke von 110 wieder ein wenig überbieten zu können) Traktoren aller Marken nach und durch Buckau rollen.
Giesbert Böttcher und die Männer um ihn herum, die die Leidenschaft für die tuckernden Gefährte teilen, wissen, dass das eine Gelegenheit ist, die Jung und Alt eint. »Das widerspiegelt auch das Alter unserer Klubmitglieder. Das liegt zwischen 20 und 74«, verrät der Mittvierziger, der mit Traktoren groß geworden ist und auch heute noch drei sein Eigen nennt. »Ich konnte gerade laufen, da bin ich auch schon beim Vater auf dem Trecker mitgefahren«, erinnert er sich an jene Zeit, als er von den starken Fahrzeugen zu träumen begann. Dennoch hat er sich beruflich für andere vierrädrige Karossen entschieden. Er ist Kfz-Mechaniker geworden. »Aber nach der Arbeit will ich kein Auto mehr sehen. Da zieht es mich dann zu den Traktoren«, bekennt er freimütig.
Eine »Liebe«, die seine Ehefrau akzeptiert. »Sie steht voll hinter meinem Hobby, genau wie die anderen Frauen der Klubmitglieder«, freut sich der Buckauer, dem es bei allem Schrauben und Werkeln auf die Originalität der Gefährte ankommt. Wie jeder Fan neigt auch er zuweilen zu kleinen Übertreibungen: »So ein Traktor wird durchaus öfter als das Auto geputzt«, erzählt er lachend. Und dreckig werden die Landmaschinen allemal. »Bei uns in Buckau fahren fast alle irgendwo auf angrenzenden Ackerflächen. Das ist eine Besonderheit unseres Traktorentreffens. Wir stellen die Maschinen nicht nur zur Schau, wir zeigen mit ihnen und den vielen Zusatzgeräten, die es so gibt, auch Schritte der Bodenbearbeitung.«
Zum Thema:
Jeden Monat stellen wir die Menschen des Monats vor. Gewählt werden kann nach der Vorstellung aller drei Menschen des Monats bis Ende September im Internet unterwww.lr-online.de/menschen10.
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