«Spenden fließen nicht mehr üppig»
FINSTERWALDE. Sie gehören zu den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft und das unverschuldet. Es sind die Kinder und Jugendlichen, deren Eltern aus verschiedensten Gründen den Alltag nicht mehr bewältigen können oder wollen, die aufgegeben haben oder wurden. Ein geordneter Alltag, wie er für Heranwachsende notwendig ist, damit sie eine normale Entwicklung nehmen können, der wurde ihnen verwehrt. Im Finsterwalder AWO-Kinderheim am Langen Damm finden diese Kinder und Jugendlichen, was sie so nötig brauchen: Zuwendung, Verständnis, jemanden, der sich um sie, ihre Belange und ihre Sorgen kümmert, der zuhören und helfen kann.
Doch wie so oft, die Betreuung der Kinder stellt einen Kostenfaktor dar. Es mangelt ihnen zwar nicht an Grundsätzlichem, doch für alles, was darüber hinaus geht, ist man auf Spenden und Zuwendungen angewiesen. «Und die fließen längst nicht mehr so üppig wie noch vor Jahren. Die wirtschaftliche und soziale Gesamtsituation der Region hinterlässt auch bei uns ihre Spuren» , so Birgit Voigt.
Doch vor wenigen Tagen gab es doch noch eine große Überraschung. Hans-Ullrich Richter und seine Frau Claudia vom Metallbaubetrieb Gebrüder Richter besuchten das Heim und hatten einen großen Scheck als Gabe dabei. 500 Euro stand in großen Lettern auf dem Scheck. Da war die Freude natürlich groß. Stellvertretend für alle Kinder nahmen ihn Michaela, Thomas und Marcel vom Heimrat entgegen.
«Wir haben in diesem Jahr auf Weihnachtspräsente für unsere Kundschaft verzichtet, um zu Gunsten der Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen und das Glück haben, im trauten Kreis der Familie das Fest zu feiern, einen kleinen Beitrag zu spenden» , erklärte Hans-Ullrich Richter seine Motivation und hofft dabei auf das Verständnis seiner Kundschaft.
Und die Kinder wissen auch schon, was sie mit dem Geld machen werden, denn sie durften über die Verwendung mitbestimmen. Eine neue Volleyballanlage soll es im kommenden Jahr werden, die alte hatte durch ständigen Gebrauch sehr gelitten, ist eigentlich nicht mehr bespielbar. «Und wir haben immer sehr viel Volleyball gespielt» , erzählte Michaela «und es hat immer sehr viel Spaß gemacht.»
Obwohl sich der Wunsch nach einer neuen Anlage nun erfüllt, haben die Kinder und Jugendlichen noch weitere Wünsche und Träume, die eigentlich ganz normal sind. Gern würden sie alle zusammen eine Ferienfahrt im Sommer machen, die Ostsee ist dabei ihr Traumziel. «Doch das ist in unserem Budget nicht geplant, und wir sind auf Spenden angewiesen» , so die Heimleiterin. «Ob überhaupt, Ziel und Dauer hängen dabei vom Volumen der finanziellen Unterstützung ab. Es gibt sie noch und ich möchte auf diesem Wege allen danken, die uns in den vergangenen Jahren und hoffentlich auch weiter in der Zukunft unterstützen werden.»
Erstellt am: 29. Dezember 2004, 01:11 Uhr
Geändert am: 08. August 2008, 21:34 Uhr
Autor: Von Torsten Pötzsch

Jüngste Kommentare
Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden