„Männer gehen erst Wintersachen kaufen, wenn sie frieren“
Umfrage unter Händlern zum Winterschlussverkauf
Dank Hoch „Cooper“ und „Dieter“ aus Sibirien besucht der Winter doch noch den Elbe-Elster-Kreis. Das hilft vielen Händlern, die im Winterschlussverkauf ihre Lager lehren können, eine gute Bilanz unter den WSV-Beginn ziehen.
In der Zeit kurz vor den Ferien kamen in fast allen Geschäften die meisten Kunden – „in der ersten WSV-Woche ist immer viel los, die zweite läuft etwas ruhiger ab“, so Uwe Geffe vom Finsterwalder Herrenausstatter Männersache. „Wir verkaufen viel über unser Schaufenster, acht Puppen locken potenzielle Kunden“, verrät Geffe. Einige seien dabei konsequent, suchen gezielt nach einem Hemd, andere Kunden sehen eine Jacke zu reduziertem Preis und schlagen spontan zu. Laut Uwe Geffe habe seine Klientel aber eines gemein: „Männer kaufen erst warme Sachen, wenn sie frieren.“ Dies bestätigt Susanne Melchior, Chefin beim Chiredie Jeans Point in Bad Liebenwerda: „Frauen planen zum Beispiel bei Handschuhen vor, Männer kaufen erst bei Bedarf.“ Ihr bringt der WSV insbesondere viele neue Kunden abseits des Kreises der Stammgäste im Laden. Auf das Wetter zu spekulieren sei eh sinnlos, meint Melchior weiter, „zum Teil brauchen wir den Platz schon für die Frühjahrskollektion.“
Dass luftigere Kleidung wegen der milden Temperaturen auch im Januar begehrt war, sagt Andreas Müller, Geschäftsführer von eEgo Fashion in Elsterwerda: „Wir verkauften bis vor Kurzem eher noch T-Shirts als dicke Sachen.“ Insgesamt laufe der Winter jedoch normal, „im Vergleich zum Vorjahr ist der Absatz vielleicht um zehn Prozent gesunken“. Im Gegensatz dazu freut sich Annett Rülicke vom Empire in Finsterwalde: „Das war einer der besten Januarmonate im Geschäft, die wir je erlebten.“ Da jetzt erst die frostigen Temperaturen kommen, findet sie es fast schade, dass die Mode für Frühling und Sommer schon da ist.
„Das Wetter passt zum Winterschlussverkauf wie die Faust auf das Auge“, fasst AWG-Bezirksleiterin Bärbel Schüller zusammen. Da Mützen und Schals bislang nicht sehr gefragt waren, sei nun noch jede Menge reduzierte Winterware da. Doch die Kunden suchten nicht nur warme Kleidung, auch mollige Lammflorbetten seien jetzt im Kommen. Eine andere Strategie verfolgt dagegen Sylke Rabe mit ihrer Modeboutique in Elsterwerda. Sie senke die Preise für einige Teile innerhalb der Saison, es gäbe keinen richtigen WSV.
„Unsere Kundinnen sind zudem sehr heißblütig, kleiden sich lieber nach dem Zwiebelprinzip“, erklärt Rabe eine Alternative.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:50 Uhr
Autor: Holger Manigk

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