Die Preisträger engagieren sich gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt im Landkreis
Im Erlebnis-Kraftwerk Plessa sind in dieser Woche vier Projekte des Präventionsprogrammes „Vielfalt für Elbe-Elster“ als „Orte der Vielfalt“ ausgezeichnet worden. Der Präsident des Brandenburger Landtages, Gunter Fritsch, nahm die Ehrung vor und dankte den Preisträgern für ihr herausragendes Engagement für Demokratie, Freiheit und Toleranz im Kreis.
Die lokalen Preisträger, die im Kraftwerk Plessa die Auszeichnung „Ort der Vielfalt“ verliehen bekamen. Foto: Veit Rösler Foto: Veit Rösler
Hans-Joachim Schubert vom Erlebnis-Kraftwerk Plessa ist stolz. Das Projekt „Rotes Koch-Studio im Erlebnis-Kraftwerk Plessa – Bunte Küche statt brauner Soße“ ist eines der ausgezeichneten Projekte, die von Gunter Fritsch das Schild „Ort der Vielfalt“ überreicht bekamen. „Ich finde es toll, dass sich unsere Arbeit ausgezahlt hat“, sagte Schubert. Und er fügte noch hinzu: „Wir sind ein unbequemes Projekt, wir wollen anecken, und wir kämpfen für einen nazifreien Landtag!“2003 gründete sich ein „Bürgerbündnis für ein tolerantes Plessa ohne Rechtsextremismus, Gewalt und Ausländerhass“. Es organisierte Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt Information und Austausch standen. Mit der Wiederbelebung der Lausitzer Küche sei ein Produkt entstanden, mit dem sich alte und neue Identität vermitteln lassen könnte, so Schubert. In die Lausitzer Küche fließen sorbische, böhmische, schlesische und ungarische Einflüsse. Die Gäste der Auszeichnungsveranstaltung bekamen einen kleinen Vorgeschmack der Künste des Studios. Vor den Augen der Zuschauer wurde eine Biersuppe zubereitet.Zu den Preisträgern gehörten außerdem die Evangelische Jugendarbeit im Kirchenkreis Finsterwalde, der Verein „Jugend mischt mit e. V.“ Finsterwalde und das Kreismuseum Finsterwalde:Evangelische Jugendarbeit, Kirchenkreis Finsterwalde: Das Ziel ist, Jugendliche für soziale, gesellschaftliche und politische Themen zu begeistern und sie zu animieren, sich für andere zu engagieren und einzusetzen. Das Ergebnis der Arbeit ist ein Theaterstück über die Schicksale jüdischer Familien während der Reichsprogromnacht, aus denen das Publikum am Mittwoch Ausschnitte zu sehen bekam.Verein „Jugend mischt mit e.
V.“ Finsterwalde: Die Mitglieder des Vereines wollen Jugendlichen in der Region Elbe-Elster eine Stimme geben, sie zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung anhalten und sie für einen toleranten Umgang miteinander sensibilisieren. Neben den sportlichen Aktivitäten organisiert der Verein zahlreiche Konzerte und Parties. Der Verein präsentierte den Gästen einen Ausschnitt aus ihrer Arbeit – einen Musikvideoclip von Jugendlichen über die Stadt Finsterwalde. Der Text wurde von zwei Jugendlichen gerappt.Kreismuseum Finsterwalde: Durch sein Engagement in der Auseinandersetzung mit dem historischen Nationalsozialismus und dem neuen Rechtsextremismus hat sich das Kreismuseum in Finsterwalde einen Namen gemacht. Für Museumsleiter Rainer Ernst ist die Auszeichnung ein besonders schöner Erfolg. „Wir freuen uns, dass unsere langjährige Arbeit anerkannt wurde“, sagte er. Das Museum arbeitet eng mit Schulen zusammen. So auch mit dem Sängerstadt-Gymnasium in Finsterwalde. In zwei unterschiedlichen Projekten beschäftigte man sich zunächst mit dem Gesang zu Zeiten des Nationalsozialismus und mit dem rechtsextremen Gesang heute. Dazu befragten Schüler Zeitzeugen. Babette Weber, die beide Projekte betreute, stellte dem Publikum einen Ausschnitt aus den Interviews vor.Mit der Auszeichnung der Projektträger feierte der Landkreis Elbe-Elster auch drei erfolgreiche Jahre Präventionsarbeit im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes „Vielfalt für Elbe-Elster”. Im vergangenen Jahr erhielt der Kreis vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Auszeichnung „Ort der Vielfalt“. Diese Anerkennung gab der Landkreis nun an die vier Projekte weiter. Durch das Sponsoring von sieben Unternehmen aus der Region konnte die Auszeichnung erst möglich gemacht werden. An den acht Bundesstraßenzufahrten zum Landkreis Elbe-Elster werden ebenfalls Schilder aufgestellt, die die Region als „Ort der Vielfalt“ kennzeichnen sollen.
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 12. September 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 12. September 2009, 01:35 Uhr
Autor: Von Doreen Hotzan
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