Sexueller Missbrauch: reden und aufarbeiten
Verein „Traudichma“ bietet Erwachsenen Hilfe bei der Bewältigung
Luckau Maud Spark ist heute eine lebensfroh Frau, die aus ganzem Herzen lachen kann. Sie hat ein Trauma aus ihrer Kindheit aufgearbeitet.
Diesen Schritt wollen die Akteure des Vereins »Traudichma« Betroffenen in der Region künftig erleichtern. »Hier im ländlichen Raum gibt es bisher keine derartigen Angebote, weder Beratung, noch Selbsthilfegruppen«, erklärt die Lebensberaterin aus Zossen.
Vielen Menschen falle es schwer, überhaupt den ersten Schritt zu gehen und sich jemandem anzuvertrauen. Der Bedarf sei groß. »Jede dritte bis fünfte Frau und jeder siebte bis zwölfte Mann hat in der Kindheit sexuelle Übergriffe erlebt«, nennt Maud Spark statistische Zahlen. Diese hätten sich in ihrer Beratungspraxis in den Gruppen auch bestätigt, fügt sie an.
Dass diesem Thema inzwischen deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, hat mehrere Ursachen. Dazu trügen die zahlreichen Missbrauchsfälle im vergangenen Jahr und die Kampagne der ehemaligen Bundesfamilienministerin und jetzt Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an Kindern, Dr. Christine Bergmann, bei.
Möglichst vielen erwachsenen Menschen will der Verein helfen, sich in vertraulichem Gespräch zu öffnen und die mit dem Trauma verbundenen Auswirkungen auf das Leben abzubauen. Diese seien vielfältig und oftmals würden die Folgen therapiert, doch die Ursache nicht aufgearbeitet, weiß die Lebensberaterin. »Entweder nimmt man die Gewalt nicht mehr wahr oder verdrängt das Erlebnis«, erklärt Maud Spark.
Als Erwachsene gäben sie beispielsweise ihre Wut weiter, seien dann aggressiv ihren Kindern gegenüber.
Andere würden depressiv, süchtig, lebten ständig in Angst, hätten nur ein geringes Selbstwertgefühl und oftmals auch Schuldgefühle.
Es gelte, den Teufelskreis zu durchbrechen, so Maud Spark. Sie hat die positiven Wirkungen selbst erfahren. »Es ist sehr erleichternd und heilsam. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt und man nimmt den Körper wieder an, als etwas Positives«, verdeutlicht sie.
Wie die Zossenerin hat die Berlinerin Beate Richter ihre Missbrauchs-Erlebnisse aufgearbeitet. Aus ihren eigenen Erfahrungen heraus begann sie im Jahr 2000 als psychologische Beraterin und Gruppenleiterin in der Wildwasser Frauenselbsthilfe und Beratung in Berlin zu arbeiten. Die umfangreichen Erfahrungen aus dieser Arbeit will sie in die Betreuungsarbeit im Landkreis Dahme-Spreewald einbringen. »Wir wollen informieren, betreuen und möglichst viele Selbsthilfegruppen aufbauen«, erläutert Maud Spark.
Birgit Keilbach
Zum Thema:
Maud Spark wird ab dem 17. Februar im Kreishaus Luckenwalde (Raum B4-1-07) an jedem dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 17.30 Uhr für Betroffene zu sprechen sein. An jedem dritten Dienstag ist sie von 15 bis 16.30 Uhr im Wünsdorfer Bürgerhaus (Zi. 209) vor Ort. Telefonisch erreichbar ist sie unter: 033702/2 13 65.Beate Richter wird an jedem ersten Mittwoch im Monat, jeweils von 17 bis 18.30 Uhr eine offene Sprechstunde im Mehrgenerationenhaus am Markt in Luckau durchführen. Beginn ist am 2. März mit einer Informationsveranstaltung von 18 bis 20 Uhr. Telefonisch erreichbar ist sie unter: 030 52689125.
Maud Spark wird ab dem 17. Februar im Kreishaus Luckenwalde (Raum B4-1-07) an jedem dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 17.30 Uhr für Betroffene zu sprechen sein. An jedem dritten Dienstag ist sie von 15 bis 16.30 Uhr im Wünsdorfer Bürgerhaus (Zi. 209) vor Ort. Telefonisch erreichbar ist sie unter: 033702/2 13 65.Beate Richter wird an jedem ersten Mittwoch im Monat, jeweils von 17 bis 18.30 Uhr eine offene Sprechstunde im Mehrgenerationenhaus am Markt in Luckau durchführen. Beginn ist am 2. März mit einer Informationsveranstaltung von 18 bis 20 Uhr. Telefonisch erreichbar ist sie unter: 030 52689125.
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Erstellt am: 12. Februar 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 12. Februar 2011, 10:05 Uhr
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