Nach Campina-Aus drastische Gebührenerhöhung für Anwohner
Elsterwerda
Das Campina-Aus könnte die Bürger teuer zu stehen kommen. Nach ersten Kalkulationen droht eine drastische Erhöhung der Grundgebühren für Trinkwasser und Abwasser. Eine dreiköpfige Familie soll etwa 170 Euro jährlich mehr berappen.
Das Campina-Werk im Elsterwerdaer Gewerbegebiet. Archivfoto: Veit Rösler Foto: Veit Rösler
Damit tritt ein, was der Geschäftsführer des Elsterwerdaer Wasser- und Abwasserverbandes, Maik Hauptvogel, schon im Februar mit Blick auf die anstehenden Gebührenkalkulationen geäußert hatte: »Das wird ein heißer Sommer.« Die ersten Ergebnisse liegen vor und sind so brandheiß, dass sie der Geschäftsführer lieber nicht diskutiert sehen möchte. »Ich sehe keine Veranlassung, in der Öffentlichkeit darüber zu reden«, meinte er am gestrigen Montag, als die RUNDSCHAU ihn mit den Zahlen konfrontierte.
Für »Otto-Normalverbraucher« sind diese Summen ausschlaggebend: Während der Preis für die Trinkwassermenge mit 1,79 Euro je Kubikmeter konstant bleiben soll, ist eine Erhöhung der Grundgebühr von jährlich 103,20 Euro (monatlich 8,60 Euro) jetzt auf 152,40 Euro (monatlich 12,70 Euro) ab dem Jahr 2011 vorgesehen. Noch drastischer ist der Anstieg beim Schmutzwasser. Auch hier soll die Mengengebühr mit 3,38 Euro je Kubikmeter konstant bleiben, die Grundgebühr aber deutlich steigen. Während ein Normalhaushalt jetzt 93,60 Euro jährlich (monatlich 7,80 Euro) bezahlt, soll die Grundgebühr ab 2011 auf 214,80 Euro (monatlich 17,90 Euro) klettern. Ein Drei-Personen-Haushalt müsse mit etwa 170 Euro Mehrausgaben pro Jahr rechnen, bei einem Vier-Personen-Haushalt werden es über 200 Euro.
Doch nicht nur Privatpersonen sollen empfindlich zur Kasse gebeten werden. Auch Mittel- und Großabnehmer zahlen der Kalkulation zufolge künftig mehr. So sieht die neue Gebührenkalkulation die Aufhebung der Staffelung der Trinkwasser- und Abwasserpreise vor. Künftig sollen alle Kunden gleich, unabhängig von der Abnahmemenge, 3,38 Euro je Kubikmeter Abwasser und 1,79 Euro je Kubikmeter Trinkwasser bezahlen. Für Großeinleiter - Campina erbringt gegenwärtig ein Drittel des gesamten Wasser- und Abwasseraufkommens - könnte sich die neue Preispolitik hemmend auf eine Wirtschaftsansiedlung auswirken. Mit dieser Kalkulation müssen sich jetzt die Mitgliedsgemeinden im Verband - dazu zählen Bad Liebenwerda, Elsterwerda, Röderland, Plessa und Hohenleipisch mit ihren Ortsteilen - beschäftigen. Sollen die Bürger nicht direkt belastet werden, müssten die Kommunen über eine Umlage bluten.
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