20. August 2009, 00:00 Uhr

In den EE-Schulen wird kräftig gebaut

Vor dem Start ins neue Schuljahr sprach die RUNDSCHAU mit Schulamtsleiterin Marlis Eilitz

Region In den Schulen des Landkreises Elbe-Elster haben wenige Tage vor dem Beginn des neuen Schuljahres am 31. August vielerorts noch die Handwerker das Sagen. Bis zum Jahresende gilt es, allein 237 860 Euro für spezielle kleinere Projekte an den Schulen auszugeben. Zu dieser guten Nachricht kommt die von einer zwischenzeitlich in Ruhe geratenen Schullandschaft hinzu. Vor dem Start ins neue Schuljahr kam die RUNDSCHAU mit Marlis Eilitz, Leiterin des Schulverwaltungs-und Sportamtes des Landkreises ins Gespräch.

Marlis Eilitz, Leiterin des Schulverwaltungs- und Sportamtes des Landkreises. Foto: Sven Gückel Foto: Sven Gückel
Sie vermitteln einen entspannten Eindruck. In diesem Jahr gibt es offensichtlich kein Zittern, ob die Schülerzahlen an den Schulen im Landkreis ausreichen, um überall wieder 7. Klassen bilden zu können?

Obwohl wir zum Beispiel in Schlieben und an der Oberschule Elsterwerda mit 35 beziehungsweise 37 Schülern unter der Frequenz von zweimal 20 Schülern je Klasse liegen, können überall neue 7. Klassen eingerichtet werden, wo es bisher welche gab. An der Johannes-Clajus-Oberschule in Herzberg gibt es mit 50 Siebtklässlern sogar eine deutliche Steigerung. In den privaten Oberschulen in Prösen und Doberlug beginnen 27 beziehungsweise 29 Schüler die 7. Klasse. Die Zahl der Schüler in dieser Klassenstufe hat sich von 704 im vorigen auf 763 im kommenden Schuljahr erhöht.

Wenn Sie auf die nachrückenden Jahrgänge blicken, entspannt sich die Lage weiter.

Ja, im Bereich der Sekundarstufe I dürften wird aus dem Tal heraus sein. Denn wir haben in den 6. Klassen 844 Schüler und in den 5. sogar 930. In den 2. Klassen lernen im neuen Schuljahr 1065 und in den 3. Klassen 796 Schülerinnen und Schüler. Mittelfristig, ich denke da an die nächsten sieben Jahre, dürften Schulschließungen also kein Thema sein.

Grund zum Durchatmen auch an den Gymnasien?

Die hohen Schülerzahlen an den Gymnasien in Elsterwerda und Finsterwalde sind Geschichte. Haben zum Beispiel im vorigen Schuljahr 270 Abiturienten die 13. Klassen des Sängerstadt-Gymnasiums verlassen, so beginnen das neue 13. Schuljahr 180 Schülerinnen und Schüler. Die Zahl der Schüler in den 13.  Klassen verringert sich zum neuen Schuljahr von insgesamt 588 auf 462.

Ist das eine Gefahr für die Zukunft der Gymnasien?

Nein, die Standorte in Finsterwalde, Herzberg und Elsterwerda sind sicher.

Ein Zukunftsmodell ist auch die gymnasiale Oberstufe am Oberstufenzentrum in Falkenberg?

Im kommenden Schuljahr haben wir hier mit 45 Schülern zwar nicht so viele junge Leute in den 11. Klassen, wie erhofft. Aber ich denke, dass wir diese geringen Zahlen überwinden werden, wenn in zwei Jahren das Abitur in der 12. Klasse abgelegt werden kann. Für diejenigen, die sich erst nach der Sekundarstufe I entscheiden, das Abitur ablegen zu wollen, gibt es ein Wechselproblem. Am beruflichen Gymnasium bleiben ihnen drei Jahre bis zum Abitur.

Locken dürfte dann auch ein bis dahin deutlich attraktiver gewordener Schulstandort.

In den Umbau und die Sanierung der Schule sowie die Turnhalle fließen insgesamt 6,3 Millionen Euro. Im kommenden Jahr zieht dann die Oberschule in das Gebäude des jetzigen Gymnasiums, das Gebäude der Oberschule geht zurück an die Stadt. Und Oberschule und Berufliches Gymnasium sind dann an einem Ort konzentriert.

Das ist eine von insgesamt zwei räumlichen Veränderungen von Schulen im kommenden Jahr?

Ja, um langfristig den Bestand der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung Oschätzchen zu sichern, ist zum Schuljahr 2010/11 der Umzug an den Standort der Allgemeinen Förderschule in der August-Bebel-Straße in Elsterwerda vorgesehen. Dort werden 2,95 Millionen Euro investiert, um notwendige Voraussetzungen wie etwa einen Fahrstuhl für die teilweise mehrfach behinderten Kinder zu schaffen.

Wenn wir schon bei den Investitionen sind. Wo sind weitere Schwerpunkte?

An der Oberschule in Herzberg, die ja im vorigen Jahr komplett saniert übergeben wurde, steht in diesem Jahr die Turnhalle auf dem Plan. Der Bauantrag ist gestellt.  Investitionen von 1,2 Millionen Euro sind vorgesehen. Für die Außenanlagen kommen im nächsten Jahr noch einmal 335 000 Euro dazu. An der Oberschule in Elsterwerda sollen 340 000 Euro den Pausenhof verschönern. Ein Fahrstuhl ist schon im Bau. Ich freue mich besonders, dass wir dann in jedem Altkreis mindstens eine Schule haben, in die körperbehinderte Kinder aufgenommen werden können. In Finsterwalde verfügt die Oberschule in der Saarlandstraße schon seit Jahren über einen Fahrstuhl.

Am Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda steht am 8. September ein festlicher Akt ins Haus?

Das Haus 4 ist mit 1,3 Millionen Euro als Gebäude für den Ganztagsbetrieb saniert worden. Es soll zum Schuljahresbeginn übergeben werden. Noch mal vornehmen müssen wir uns hier die Wege, damit die Nutzer ohne Schlamm an Schuhen und Hosen ins Gebäude kommen. 165 000 Euro sind hierfür geplant.

Gute Nachrichten gibt es auch für das Sängerstadt-Gymnasium in Finsterwalde?

Die Stadt hat einen Bauantrag für das Gebäude der ehemaligen Inneren Abteilung des Krankenhauses gestellt. Sicher wird noch in diesem Jahr mit dem Umbau begonnen werden können, sodass es im Jahr 2011 für die Nutzung zur Verfügung stehen kann.

Das sieht nach einer Schullandschaft aus, in der kaum noch Wünsche offen sind?

Es bleiben schon noch ein paar Wünsche. Zum Beispiel für die zwei denkmalgeschützten Gebäude des Herzberger Gymnasiums. Hier besteht Bedarf für eine Kantine. Aber es gibt momentan noch keine Lösungsidee.

Der Bürgermeister von Elsterwerda hat gefordert, die Satzung der Schülerbeförderung auf eine Schwachstelle hin zu überpüfen. Wird das geschehen?

Ja, das Problem ist, dass es in einem Schulbezirk zwei Grundschulen gibt, die eine mit Flex-Unterricht, die andere mit Ganztagsbetrieb. Fahrkosten werden nur für die nächstgelegene beziehungsweise die zuständige Schule erstattet.  Hier ergibt sich ein Widerspruch zur Wahlfreiheit.

Großen Ärger gibt es auch für Schüler, die aus dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis zum Sängerstadt-Gymnasium kommen.

Ja, sie müssen jetzt 50 Prozent der Fahrkosten tragen, nachdem im Nachbarkreis eine neue Satzung für die Schülerbeförderung beschlossen wurde. Das entspricht nicht unserer Intention, den Wettbewerb um Schüler auf diese Weise auszutragen und sie so zwingen zu wollen, unnötig weite Wege in Kauf zu nehmen.

Einen Durchbruch gab es inzwischen hinsichtlich der lange und heftig diskutierten Nutzungsentgelte für das Stadion des Friedens samt Nebenplatz und die Sporthalle in Finsterwalde für die Schüler des Gymnasiums?

Ja, nach zwei Gesprächen mit Bürgermeister Johannes Wohmann haben wir nun einen Pauschalvertrag unterzeichnet, den ich als eine gute Lösung ansehe.

Vielleicht noch eine erfreuliche Nachricht zum Schluss?

Auch die habe ich. Vom Land sind zwei Fördertöpfe geöffnet worden. Das erste Förderprogramm gilt für alle Schulen mit einer gymnasialen Oberstufe. Hier sind pro Schüler der Sekundarstufe II 400 Euro eingeplant, um die Ausstattung der Schulen mit Medien zu verbessern. 200 Euro davon sind vom Landkreis aufzubringen. Um an diese Mittel heranzukommen, ist ein Medienentwicklungsplan zu erarbeiten, in dem der Bedarf auf der Grundlage des pädagogischen Programmes der Schule aufgezeigt wird. Die Mittel stehen uns bis zum Jahr 2013 zur Verfügung. Für die medientechnische Entwicklung der Schulen bedeutet dies einen enormen Sprung nach vorn.

Und was steckt im zweiten Fördertopf?

Dieser Topf des Landes stammt aus dem Konjunkturpaket. Hieraus sollen Grundschulen, Oberschulen und Förderschulen mit einer interaktiven Tafel ausgerüstet werden. Dafür sind lediglich ein auf zwei Seiten knapp formuliertes pädagogisches Konzept der Schule und der entsprechende Antrag des Schulträgers notwendig. Diese Anträge sind in Arbeit.  Die interaktiven Tafeln sind eine echte Bereicherung für die Unterrichtsgestaltung.

Interaktive Tafel?

Das ist eine um multimediale Fähigkeiten erweiterte Tafel. Mithilfe eines Beamers und einer „elektronischen Kreide“ ist sie zu benutzen wie ein PC. Daraus ergeben sich für den Unterricht sehr gute Möglichkeiten der Kommunikation, an der alle beteiligt sind. Und ich habe noch eine gute Nachricht.

Die wäre?

Außer den vom Kreistag beschlossenen Maßnahmen zum Ausbau der Bildungsinfrastruktur mit Mittteln des Konjunkturpaktes II und Eigenanteilen des Landkreises gibt es auf der Grundlage der Schülerzahlen jetzt weitere Zuweisungen vom Land. Die Zuwendungsbescheide sind da. Wir gehen sofort in die Ausschreibungsverfahren, damit die Mittel noch in diesem Jahr in den Schulen ihre Wirkung zeigen. Außer bei der Sanierung des Schulhofes in Elsterwerda, wo der Landkreis entsprechend eines Beschlusses des Kreistages eine höhere Summe dazugibt (67 810 Euro), packt er bei den anderen Vorhaben zehn Prozent auf die Landeszuwendungen drauf. Damit wird an den Schulen so mancher Wunsch erfüllt werden.

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Erstellt am: 20. August 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 20. August 2009, 11:23 Uhr
Autor: Mit Marlis Eilitz sprach Gabi Böttcher.

Mit Marlis Eilitz sprach Gabi Böttcher.

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