07. Februar 2012, 00:00 Uhr

Fische unbeeindruckt vom Tatendrang der Eisangler

Gut verpackte Leute haben jede Menge Spaß auf eiskalten Teichen in Würdenhain und Bad Erna

Würdenhain/Bad Erna Beim eiskalten Vergnügen ist so manchem Teilnehmer warm geworden: Bevor die Eisangler die Leine ins Wasser halten konnten, mussten Löcher in das etwa 20 Zentimeter dicke Eis gehackt und gebohrt werden. Fische schnappten zwar kaum nach den Ködern, aber ein Gaudi war es für alle, die auf dem Eis waren. Und das sowohl in Würdenhain als auch in Bad Erna.

Womit die Eisangler in Würdenhain auch gelockt haben – Fische bekamen sie am Wochenende nicht zu sehen. Foto: Veit Rösler / vrs1 Foto: Veit Rösler / vrs1
Da haben die Vereinsmitglieder des Angelsportvereins „Hecht 90“ schon lange darauf gewartet. Insgesamt 15 Angler und 24 Schaulustige sind am Wochenende auf dem romantisch gelegenen Vereinsgewässer zwischen Würdenhain und Reichenhain angerückt, um mit raffinierter Angeltechnik den Fisch aus den in das Eis gebohrten Löchern zu holen. Doch letztlich ging es wohl nur um die Löcher, die Fische nämlich blieben von dem ganzen Tatendrang völlig unbeeindruckt. Nicht ein Einziger von ihnen wollte den Anglern einen Gefallen tun. Die Fische ignorierten die für sie ansonsten leckeren Würmer, schmackhaften Insekten und unwiderstehlich durchweichten Brotkrumen.

„Wir hatten ideale Witterungsbedingungen. Das Desinteresse der Fische führen wir auf das flache Gewässer zurück, das gegenüber tieferen Seen schon ziemlich kalt geworden ist“, so Vereinschef Roland Fiala.

An den Bohrungen wurden Eisstärken zwischen 20 und 25 Zentimeter gemessen. An den Wasserkanten bilden sich merkwürdige Gefälle, weil das Wasser im See versickert, der Zulauf aber eingefroren ist.

Trotz der fischereitechnischen Flaute musste keiner der Petrijünger hungrig nach Hause gehen. Als leckeren Fischersatz gab es eben Bockwurst, heißen Glühwein und Jagertee.



Spaß auch in Bad Erna

Vom Strandbad in Bad Erna aus betrachtet, ähnelte das Treiben auf dem See einem Motiv aus einem Gemälde von Peter Bruegel dem Älteren. Die Menschen zog es hinaus auf das Eis, der Winter zeigte sich von seiner schönen Seite und gut verpackt hatten die Leute jede Menge Spaß auf dem Teich. Der Kreisangelverband hatte zum Eisangeln eingeladen und nicht nur die Petrijünger folgten dem Ruf. Auch jede Menge Schaulustige tummelten sich in den Nachmittagsstunden rund um den und auf dem See.

Gut 30 Angler bohrten ihre Löcher in das etwa 20 Zentimeter dicke Eis und hofften auf ein paar gute Bisse. Eigentlich wollten die Angler dem Zwergwels nachstellen, doch der zog es wohl angesichts der eisigen Temperaturen vor, sein Winterquartier im Schlamm nicht zu verlassen. Hin und wieder zappelte eine kleine Plötze am Haken, doch das war es dann auch schon.

Hauptsache Spaß

„Das Erlebnis ist hier viel wichtiger als das Ergebnis“, sagte Gerald Julpe, Sportwart beim Kreisangelverband und Mitorganisator des Eisangelns. „Wir haben hier heute knapp 30 Angler auf dem Eis, das ist für uns ein schönes Ergebnis. Dass die Sache bei den Besuchern auf so großes Interesse stößt, freut uns natürlich um so mehr. Seit gut einem Jahr geht es mit unseren Aktivitäten wieder etwas bergauf.“

Bei Temperaturen um minus zehn Grad wurde das Angeln auf dem Eis nicht nur zu einem Geduldsspiel, die Teilnehmer brauchten auch eine gute Vorbereitung, damit sie nicht zu schnell auskühlten. Warme Getränke waren ein Muss, ebenso wie die passende Kleidung, die oft in mehreren Lagen getragen wurde, und auch die guten, alten Filzstiefel.

Gewärmte Maden

Kälte mögen auch die Fischköder, also Würmer und Maden, gar nicht „Ich habe die Maden links und die Würmer rechts“, erklärte Lothar Eisbrenner und klopfte dabei auf seine dicke Winterjoppe. „Da haben sie es schön warm“, lachte er und ließ seine Angel wieder hinab ins eisige Wasser des Sees von Bad Erna.

Jeder Angler hat so seine Tricks, von denen er felsenfest überzeugt ist, am Sonntag halfen sie dann doch nicht viel. Einzig Organisator Gerald Julpe konnte ein paar Fänge mehr vorweisen und bei ihm war es dann wohl der Lohn des Tüchtigen, schließlich brachte er die Angler aufs Eis und zog damit jede Menge Leute ins winterlich-kalte Bad Erna.

Beim Eisangeln in Bad Erna haben auch viele Zaungäste ihren Spaß auf der glatten Teichoberfläche gefunden. Foto: Torsten Pötzsch / top1 Foto: Torsten Pötzsch / top1
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Erstellt am: 07. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Februar 2012, 11:39 Uhr
Autor: Veit Rösler/Torsten Pötzsch

Veit Rösler/Torsten Pötzsch

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