Finanzbeamte aus Finsterwalde und Calau sollen ins Calauer Gymnasium ziehen
Landkreis Oberspreewald-Lausitz will eigene Immobilie mit über einer Millionen Euro herrichten / Kritik aus Finsterwalde
Calau Die Finanzämter Finsterwalde und Calau sollen zum 1. September 2013 zusammengelegt werden.
Im Kampf um den Standort eines zusammengelegten Finanzamtes scheint der Landkreis Oberspreewald-Lausitz vor dem Elbe-Elster-Kreis das Rennen. Calau hat, so heißt es aus Potsdam, „in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung am besten abgeschnitten“. Das Land verfügt in Calau über eine eigene Immobilie, die in sehr gutem baulichen und technischen Zustand ist. Für das Finanzamt Finsterwalde in der Leipziger Straße dagegen muss Miete gezahlt werden.
Wenn nun im Sommer 2013 noch etwa 260 Mitarbeiter in der dann zusammengelegten Behörde arbeiten werden, passen aber nicht alle Mitarbeiter in das jetzige Gebäude in der Calauer Springteichallee. Für 80 Beschäftigte muss zusätzlicher Platz geschaffen werden. Auch dafür hat der Oberspreewald-Lausitz-Kreis ein verlockendes Angebot an das Finanzministerium: Er bietet einen Teil seiner seit Jahren leerstehenden Immobilie, in der früher das Calauer Gymnasium war, zur Nutzung an. Mit 1,3 Millionen Euro wird er den ehmaligen Wohnheim-Würfel herrichten und ans Ministerium vermieten. Das ist ihm die Standortsicherung wert, auch wenn er trotz Mieteinnahmen auf einer guten halben Million Euro Sanierungs- und Hausverwaltungskosten sitzen bleibt
Noch sind die Vertragsverhandlungen zwischen Oberspreewald-Lausitz-Kreis und Finanzministerium aber nicht abgeschlossen, heißt es in beiden Verwaltungen. Dennoch weiß man in Potsdam schon sehr genau, dass mit der neuen Struktur jährlich 150 000 Euro gegenüber den jetzigen Aufwendungen des Ministeriums eingespart werden können. Das zusätzlich sanierte Bürogebäude in Calau will das Land dann für zehn Jahre mieten.
Dass das Verhältnis von Kosten und Nutzen stimmt, zweifelt Finsterwaldes Bürgermeister Jörg Gampe (CDU) an. Er hofft für seine Stadt und den Elbe-Elster-Kreis, dass das Finanzamt länger als jetzt geplant in Finsterwalde bleibt. Schließlich müsse für die Bürger auch die Erreichbarkeit der Steuerbehörde gesichert sein. Das ist bei mehr als 90 Kilometern zwischen Mühlberg an der Elbe und Calau kaum gegeben. Außerdem müsste die aus seiner Sicht geringe Einsparung den zusätzlichen Kosten gegenübergestellt werden, die durch die Zusammenlegung entstehen.
Unberücksichtigt bleibt nach Gampe auch, dass das Gebäude vom hoch verschuldeten OSL-Kreis mit Steuergeld saniert werden muss. Gampe hofft, dass ein günstigeres Mietangebot des neuen Vermieters der Finsterwalder Finanzamt-Immobilie das Ministerium noch einmal umstimmt. Das Ministerium allerdings arbeitet schon an der inhaltlichen Ausgestaltung der neuen Struktur. So werden bereits Dienstvereinbarungen mit dem Personalrat getroffen. Um den Bürgern Wege zu ersparen, soll es in Finsterwalde eine Service- und Informationsstelle als Finanzamtsaußenstelle geben, in der auch Steuererklärungen abgegeben werden können. Außerdem würden bereits viele Steuerpflichtige den elektronischen Weg nutzen.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:30 Uhr
Autor: Heidrun Seidel

Jüngste Kommentare (1)
Es ist doch egal.
von PeterM
Es ist doch egal, wo sich das Finanzamt befindet. Wann muss man als Steuerpflichtiger schon mal dahin? Eigentlich nie, oder?