07. Februar 2012, 00:00 Uhr

Es ist die Zeit der Zusätze

Zusatz-Heizung für Ferkel, Fließ-Zusatz für den Diesel, Zusatz-Blicke für die Elster

Elsterwerda Die Brenner an den Heizungsöfen fahren Doppelschicht, Autowerkstätten bunkern Batterien und bewähren sich als Diesel-Auftaustationen, so manche alte Zusatzheizung wird herangekarrt. Bei minus 20 Grad Celsius lechzen Menschen und Tiere nach Wärme. Wasserführende Anlagen und viele Autos brauchen Zusatz-Schutz.

Binnen einer Stunde hatte das Elsterwerdaer Autohaus Neustadt am Montagmorgen 20 Einsätze an zumeist eingefrorenen, dieselbetriebenen Pkw. Serviceassistentin Bianka Krüger sagte gegen Mittag auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Ab 7 Uhr klingelte das Telefon ununterbrochen. Wir sind auch jetzt noch mit drei Fahrzeugen im Einsatz.“ Sie schimpfte auf die Dieselqualität an den Tankstellen: „Eigentlich geben die Tankstellen ja an, dass ihr Diesel bis minus 15, 20 Grad betriebsbereit bleibt. Unsere Werkstattleute haben Diesel-Fließverbesserer dazugegeben und trotzdem waren einige Fahrzeuge bei etwa elf Grad Minus eingefroren“, so die Mitarbeiterin. Und wenn der Diesel streikt? Dann hilft meist nur noch abschleppen, in der warmen Werkstatt oder Garage auftauen und den Dieselfilter wechseln.

Etwa zehnmal mussten Mitarbeiter der Autoverwertung und Werkstatt Lentzsch in Elsterwerda ausrücken. Autos wurden fremdgestartet, Batterien gewechselt oder Dieselfahrzeuge aufgetaut. Die Toyota-Werkstattleute aus Elsterwerda halfen am Morgen fünf liegen gebliebenen Fahrzeugführern.

Die Mitarbeiter der Elsterwerdaer Außenstelle des Landesumweltamtes beobachten jetzt genau den Eisgang auf der Schwarzen Elster. Bisher habe es keine schwierigen Situationen an Brücken und Wehren gegeben, so Bereichsingenieur Christian Harig. Die Arbeiten an der Hochwasserbaustelle bei Wahrenbrück sind wegen der Minusgrade eingestellt worden. „Aber dort besteht keine Gefahrensituation mehr. Wir haben im Prinzip die Dammhöhe schon wieder erreicht“, so Harig. Anders sei das zwischen Bad Liebenwerda und Zeischa. Sollte die Elster steigen, müssten die Bauleute dort sofort ran, um weitere Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.

Nachdem die Mühlberger Agrargenossenschaft in Weinberge im Dezember ihre Biogasanlage in Betrieb genommen und jetzt den Umschluss zur zusätzlichen Wärmeversorgung der Büros vollzogen hat, gibt es noch Anlaufschwierigkeiten mit der Steuerungstechnik. Das bedeutet, dass für ausreichend Wärme in den Büros die bisherige Ölheizung mit anspringt und in der Mastanlage für die jetzt knapp 100 Tage alten Schweine Zusatzheizungen aufgestellt wurden. „Damit gehen wir auf Nummer sicher, um vor allem in der Nacht die erforderlichen Temperaturen in der Anlage zu halten“, so Geschäftsführer Uve Gliemann. Zwischen 20 und 22 Grad Celsius benötigen die jungen Tiere. Die Kälte bereitet aber auch in anderen Bereichen der Agrargenossenschaft Probleme. Wegen der unzureichenden Dieselqualität springen Stallarbeitsmaschinen nicht an, so Gliemann. „Wir müssen hier mit Zusatzstoffen arbeiten.“
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Erstellt am: 07. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Februar 2012, 09:33 Uhr
Autor: Von Antje Posern und Frank Claus

Von Antje Posern und Frank Claus

Jüngste Kommentare (1)

Russlandhochs, gegen EU-Tiefs,

von rudopa

Der Sieger wird nicht in deutschen Autowerkstätten in ausländischem Besitz, sondern in Griechenland festgemacht. Was regt ihr euch über gepanschten Diesel auf? Wenn er nicht gefällt, streichen wir, wie beim Erdgas einfach 30 % der Liefermenge. Ihr werdet euch dann freuen, wenn ihr bei 20 Grad plus wieder Autofahren dürft.

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