12. Januar 2010, 00:00 Uhr

EE-Landratskandidaten müssen mehr Wähler mobilisieren

Elbe-Elster Bei der Landratswahl am Wochenende hat keiner der drei Kandidaten die nötige Mehrheit geholt, um künftig dem Elbe-Elster-Kreis vorzustehen. Deshalb gehen nun Christian Jaschinski (CDU) und Iris Schülzke (parteilos) am 24. Januar in die Stichwahl. Welche Schlüsse lassen sich dafür aus dem 1. Wahlgang ziehen?

Familie Knoblich aus Oppelhain gehörte am Sonntag zu den vorbildlichen Wählern. Der Ortsteil der Gemeinde Rückersdorf kam auf 52,5 Prozent Wahlbeteiligung. Foto: Dietmar Seidel Foto: Dietmar Seidel
„Insgesamt verlief die Wahl ohne Unregelmäßigkeiten“, stellte Kreiswahlleiter Dirk Gebhard am Montag fest. Zwar hatten einige Wahllokale, wie die Wähler, mit dem Wetter zu kämpfen. In Rückersdorf, Oppelhain und Schilda fielen etwa Strom und zwischenzeitlich die Heizung aus. „Die Feuerwehr war aber Notstromaggregaten schnell zur Stelle und hat auch am Abend als Kurierdienst gute Hilfe geleistet“, lobte Günter Löhnhardt, Wahlleiter im Amt Elsterland. Trotz der kleinen Probleme hatte Rückersdorf am Ende die größte Wahlbeteiligung im Kreis.

Das sah andernorts aber ganz anders aus. „In ihren Heimatorten haben die Kandidaten viele Wähler mobilisieren können“, meint Gebhard. So kommt Rückersdorf auf eine Wahlbeteiligung von 50 Prozent, mit einem klaren Sieger Christian Jaschinski (83 Prozent der abgegebenen Stimmen). Ähnlich sieht es in Doberlug-Kirchhain aus, wo Lutz Kilian immerhin 30 Prozent der Wähler an die Urne brachte, und in Schlieben, wo 36,5 Prozent der Wahlberechtigten den Weg ins Wahllokal fanden – und dann mit großer Mehrheit für „ihre“ Iris Schülzke stimmten.

Ganz anders sieht es hingegen in den Teilen des Kreises aus, die keinen „Lokalmatador“ im Rennen hatten. Schlusslichter sind Plessa und Gröden (15 Prozent), Großthiemig (13 Prozent) sowie Hirschfeld, wo gerade einmal 11,6 Prozent wählen gingen.

Was ist die Ursache für diese schlechten Resultate? Aufgebrachte Anwohner machten am Montag in einem Schreiben an die Stadt Elsterwerda (18,4 Prozent) den Räumdienst für die geringe Wahlbeteiligung verantwortlich: „Die schlechten Straßenverhältnisse haben uns daran gehindert.“ Selbst die Kandidaten hatten allerdings bereits in ihren Reaktionen am Wahlabend darauf hingewiesen, dass es nicht nur am Wetter lag. Auch Wahlleiter Gebhard erklärt, dass bereits aufgrund der Briefwahl die niedrige Wahlbeteiligung zu erwarten war.
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Erstellt am: 12. Januar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 12. Januar 2010, 09:38 Uhr
Autor: Von Bodo Baumert

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