Bad Liebenwerdas Singkreis überraschte die Konkurrenz
Regionaler Wettbewerb um den Graun-Förderpreis in Bad Liebenwerda mit großer Teilnehmerresonanz
Bad Liebenwerda
Die Saat, die Mitte der 90er-Jahre gelegt wurde, ist aufgegangen. Aus dem bescheidenen Start der Pflege der Musik von Carl Heinrich und Johann Gottlieb Graun ist ein qualitativ hochwertiger Wettbewerb gewachsen. Die fünfte Auflage des vom Kreiskulturamt und der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ veranstalteten regionalen Wettbewerbes lockte am Freitagabend fünf Chöre und sechs junge Solisten der Kreismusikschule mit ihren Begleitmusikern und dem Kammerorchester Elsterwerda ins Bürgerhaus Bad Liebenwerda. So viel Graun gab es noch nie beim Regionalwettbewerb.
Der Kurstadtsingkreis Bad Liebenwerda unter der Leitung von Wiltrud Müller gewann in der Kategorie Chöre den ersten Preis. Fotos: Jürgen Weser
Vorschusslorbeeren verteilte deshalb Landrat Klaus Richter (SPD) zur Begrüßung an die Teilnehmer. „Hut ab vor allem vor jedem Chor, der sich dieser Herausforderung stellt“, anerkannte auch Kulturamtsleiter Andreas Pöschl, der selbst in der Finsterwalder Vokalgruppe Erbschleicher mitsingt. Jurysprecher Niklas Trüstedt aus Berlin, meisterhafter Interpret alter Musik, lobte die immer besser werdende Qualität des Wettbewerbs und die anhaltende Begeisterung insbesondere bei den jungen Solistinnen. Wiltrud Müller und Werner Reibetanz nahmen den ersten Preis entgegen.
Am Freitagabend hätten die in Wahrenbrück geborenen Gebrüder Graun große Freude an dem mehr als zweistündigen Wettbewerbskonzert gehabt. „Machet die Tore weit und die Türen auf“, sang der Finsterwalder Frauenchor und traf damit den Anspruch aller Chöre. Die Türen insbesondere zu den Kompositionen von Carl Heinrich Graun sind aufgestoßen, wie die durchweg gut vorbereiteten Wettbewerbsbeiträge auch des Singkreises Lausitz, des Vokalensembles des Sängerkreises Bad Liebenwerda und der Vokalgruppe Erbschleicher bewiesen. Ein Paukenschlag war dann für viele Zuhörer die Juryentscheidung. Der Gebrüder-Graun-Preis im Wettbewerb der Chöre ging an den Kurstadtsingkreis Bad Liebenwerda für „seine gelungene Textgestaltung und die Dynamik des Gesangs“. Damit hat der Singkreis die starke Konkurrenz aus Finsterwalde und Elsterwerda diesmal in die Schranken gewiesen. Um so größer war die Freude bei den Kurstadtsängern ob des nicht erwarteten Erfolges. Chorleiterin Wiltrud Müller und Sänger Werner Reibetanz nahmen stellvertretend für die 32 Sängerinnen und Sänger des gemischten Chors den Preis entgegen. „Wir haben in den letzten Wochen sehr angestrengt am Ausdruck und Text geackert, aber dass das so belohnt wird, hätte ich nicht geglaubt“, war auch Chorsängerin und Musikschullehrerin Elke Bachmann überglücklich.
Preisträgerinnen: Henriette Barth, Christina Kaiser und Romy Freigang (v.l.).
Die Musikpädagogin an der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ konnte sich am Freitagabend mehrfach freuen, denn ihre Schülerinnen lieferten als Solistinnen auf der Blockflöte bei der Bewältigung von Graun-Sonaten tolle Leistungen ab. Henriette Barth aus Bad Liebenwerda, vor zwei Jahren schon als Ensemblemitglied erfolgreich, sicherte sich den ersten Preis, „weil sie Grauns Musik erfühlt hat“, wie die Jury urteilte. Zweite Preisträgerin wurde Christina Kaiser aus Elsterwerda mit Sätzen aus dem Cembalo-Konzert c-moll von Carl Heinrich Graun. Gelobt wurde, wie sie das begleitende Kammerorchester der Kreismusikschule als Cembalospielerin geführt und zusammengehalten habe. Schließlich war Romy Freigang aus Hohenleipisch über die Auszeichnung als beste Korrepetitorin glücklich. Stolz war Musikpädagogin Eva-Maria Horstmann über die Erfolge ihrer beiden Schützlinge. Alle drei Mädchen besuchen das Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda.
Ausdrücklich gelobt wurden auch die solistischen Leistungen von Jessica Obst, Karoline Wendt, Susanne Schubert und Marie Struck. Auffällig war, dass der Solistenwettbewerb diesmal eine Domäne der jungen Frauen und Mädchen blieb. „Solche Wettbewerbe bringen unsere Schüler voran“, urteilte Musikschulleiter Siegfried Fritsche, während Thomas Hettwer als Grund für das Engagement der Sparkassenstiftung angab: „Zukunft zu förder,braucht Herkunft“. Mit dem vierten internationalen Graun-Wettbewerb setzt sich die Veranstaltungsreihe des Kreises im Graun-Jahr am 13. und 14. November fort.
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