06. Februar 2012, 00:00 Uhr

„Super Sport und super Stimmung“ in Lindenau

Schradener Franz Galgenmüller freut sich über gelungene Premiere beim Eisstockschießen

Lindenau Das Eis ist nicht gebrochen. Und das trotz großem Andrang auf dem Schulteich in Lindenau! Das von der RUNDSCHAU initiierte Eisstockschießen hat am gestrigen Sonntag gut 50 Wintersportfans angelockt.

Immerhin stellt sich mit Franz Galgenmüller (61) aus Schraden ein einstiger „Profi“ der Bayernliga als Lehrer zur Verfügung. Der ehemalige Münchner hat für das Probetraining zwei Wettkampfstöcke und zwei Kinderstöcke zu der etwa 30 Meter langen präparierten Eisbahn mitgebracht. „Ich hätte nicht glaubt, dass sich so viele dafür interessieren. Es war eigentlich mehr ein Gag und nun so viele Leute“, sagt Franz Galgenmüller in einer Mischung aus bayrischem und Schradener Dialekt und freut sich.

Hält Eisstockschießen also doch im Elbe-Elster-Land und in der Lausitz Einzug?

Es geht Schlag auf Schlag. Jeder darf mal probieren. „Auf die Standfestigkeit kommt es an. Beim Kegeln läuft man der Kugel hinterher. Das kann man auf dem Eis nicht machen. Komischerweise ziehen bei mir die Stöcke wie beim Kegeln die Kugeln immer nach links“, hat der leidenschaftliche Kegler Siegfried Tilgner (72) aus Schraden nach seinen ersten Versuchen beobachtet.

„Ja, ja, wenn einer in Rückenlage kommt, das kann gefährlich werden für den Hinterkopf“, warnt Franz Galgenmüller und zeigt auf seine Füße: „Das Geheimnis steckt unter den Schuhsohlen.“ Dort hat der ehemalige Münchner kleine Ketten angebracht. Auch Kegler Siegfried Tilgner hat bereits eine Sparvariante der Rutschbremsen gefunden.

Doch nicht nur die Sportler können sich bei zu kräftigem Anlauf überschlagen, auch der schwere Eisstock überschlägt sich bei manch Ungeübten einer Kegelkugel gleich.

Das wiederum heizt die Heiterkeit im Lager der Schaulustigen an. „Super Sport und super Stimmung hier“, meint Sylke Münnich (46) aus Schraden. „Wir sollten das Eisstockschießen zu uns nach Schraden ziehen. Wenn wir keine Möglichkeit haben, sollten wir eine finden oder eine schaffen“, empfiehlt sie ihren Nachbarn aus Schraden hinter vorgehaltener Hand.

Zustimmung für den Eisspaß auch beim Lindenauer Ortsbürgermeister Jürgen Bruntsch (60): „Mit dem Eisstockschießen liegen wir bei den Lindenauern, insbesondere bei unserem Jugendclub auf der richtigen Wellenlänge. Wir haben hier schon über Jahre solche für unsere Region außergewöhnlichen Extremsportarten erfolgreich ausgetestet“, so Jürgen Bruntsch. Er erinnert an das Skifliegen und natürlich an den beliebten Lindenauer Bierathlon.

Lindenau wär nicht Lindenau, wäre das jetzt beim Eisstockschießen anders. So ist bereits für den kommenden Samstag ab 19 Uhr ein vom Jugendclub organisiertes Sportevent mit Eisstockschießen und Eishockey geplant. Unter Flutlicht natürlich. „Schön, wenn auch viele aus Elbe-Elster kommen“, meint der Bürgermeister.

Unterdessen ist es gesellig geworden auf dem Eis. Bekanntschaften werden gemacht. Die eine Gruppe scherzt über die andere. Kornelia Neumann (37) lacht, als sie sagt: „Die Wettkampfvorbereitung ist selbstverständlich alles. Dazu gehört auch das Zielwasser. Nebenbei hilft es gegen die Kälte und beflügelt die gute Laune.“ Und flugs kippt die Schradenerin ihrer Eisnachbarin Sylke Münnich (46) gleich noch einen Schluck Jagertee ein.
Das Geheimnis liegt unter den Schuhsohlen: Franz Galgenmüller (61, links) und Siegfried Tilgner (72) aus Schraden.
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Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 10:02 Uhr
Autor: Von Veit Rösler

Von Veit Rösler

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