Hauptbahnhof Cottbus
Hauptbahnhof Cottbus: Vorbereitung auf die Umstellung auf Eleltronische Stellwerke. Foto: Michael Helbig
„So leer war der Bahnhof an einem Freitagnachmittag noch nie“, sagt Bahnhofsmanagerin Ute Stuhr. Zufriedenheit klingt in ihrer Stimme mit. Die Fahrgäste haben sich offensichtlich auf die dreitägige Sperrung eingestellt. Tatsächlich gibt es kein Gedränge, keine Aufregung. Überall sind rote Westen zu sehen. 20 Service-Mitarbeiter sind im Dienst.

Elke-Katrin Gilbert steigt aus einem Bus. Er kommt aus Calau. Jetzt muss sie weiter in Richtung Neuhausen, um dort schließlich in den Zug nach Görlitz zu steigen. Sie atmet tief durch: „Es ist schon anstrengend“, sagt sie, während sie eine schwere Tasche hinter sich herzieht. „Ich wusste, dass der Bahnhof gesperrt ist, aber ich hatte eine Weiterbildung in Berlin. Das war leider nicht zu verhindern“, sagt sie. Sie spricht eine Service-Mitarbeiterin an, will wissen, wo ihr Bus abfährt. „Ich muss sowieso dorthin, kommen sie einfach mit “, sagt diese.

Anja Mielzarek schließt gerade ihr Rad an. Sie kommt von der Arbeit, will nach Hause. „Das funktioniert ganz gut“, sagt die Senftenbergerin entspannt. Sie weiß schon, wo ihr Bus abfährt. „Ich bin zwar doppelt so lange unterwegs, aber das ist ja nur heute“, sagt sie. Auf den Gleisen schiebt sich unterdessen ein schweres Baugerät über die Schienen. Bautrupps schwärmen aus. Bis zu 60 sind am Wochenende im Einsatz. Das sind mehr als 200 Arbeiter. Sie schließen die elektronischen Weichen und Signale für das neue Stellwerk an und nehmen die 13 alten Stellwerke in Cottbus außer Dienst.

„Es ist besser organisiert als der Schienenersatzverkehr sonst“, sagt der Student Tobias Bauchrowitz. „Das hätte ich nicht gedacht.“ Klappt alles, ist er nur eine halbe Stunde länger als normal bis nach Eisenhüttenstadt unterwegs. Auch André Kirste aus Weißwasser ist superzufrieden, wie er sagt. „Im Bahnhof wurde schon angesagt, dass die Buslinie nach Neuhausen hellblau markiert ist. Ich weiß also, wo ich hin muss.“ Sollte das einigen Fahrgästen nicht ausreichen, helfen die Service-Mitarbeiter, die Schilder mit den entsprechenden Zielen hochhalten und den Weg zur richtigen Abfahrtstelle weisen. Ein Heft mit den Fahrplänen haben sie immer griffbereit.

Es ist 15.31 Uhr. Vier Busse setzen sich in Bewegung, fahren im Konvoi auf die Vetschauer Straße. Dafür sorgt Detlef Bey vom Verkehrsdienst der Cottbuser Polizei. In grellleuchtender Jacke steht er auf der Kreuzung und hält mit einem Kollegen auf der zweiten Fahrbahn den Vekehr kurz an. So kommen die Busse mit einem Mal durch. An der Kreuzung zum Stadtring erhalten die Busse nochmals von der Polizei Vorfahrt. So kommt es trotz Feierabendverkehrs zu keinem Stau. Bei Detlef Bey knackt das Funkgerät. „Der nächste Schwung kommt 15.46.Uhr“, kündigt ein Mitarbeiter vom Bahnhofsmanagement an.

Grund für die Vollsperrung des Bahnhofs ist der Wechsel der Leit- und Sicherungstechnik für das neue elektronische Stellwerk. Deshalb können dort bis Montagmorgen keine Züge mehr ein- und ausfahren. Betroffen sind nach Bahnangaben fünf Nahverkehrs- und zwei Fernbahnlinien. Die Reisenden werden mit Bussen vom großen Parkplatz vor dem Bahnhof zu ihren Zielen in der Region gebracht. Von dort geht es wieder mit dem Zug weiter. Ausnahme ist Lübbenau, wo es wegen Bauarbeiten Schienenersatzverkehr weiter nach Königs Wusterhausen gibt.





Alle Fahrplanänderungen und Ersatzverkehre sind in der Reiseauskunft enthalten. Aktuelle Informationen erhalten Reisende auch unter www.bahn.de, www.bahn.de/bauarbeiten, an den Aushängen auf den Bahnhöfen und beim Kundendialog DB Regio Nordost unter 0331 235 6881 oder -6882.

Die bisherigen 13 Stellwerke auf dem Cottbuser Bahnhof werden nach dem Wochenende außer Dienst gestellt. Ab Montag werden die Weichen und Signale in Cottbus dann aus der Zentrale in Berlin-Pankow gesteuert. Während des Wechsels der Stellwerkstechnik dürfen im Bahnhof Cottbus vom 19. November 15.15 Uhr bis 22. November 3.15 Uhr keine Züge mehr fahren - mehr als 500 Züge und 15 000 Reisende werden davon betroffen sein.



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