Zeitzeugen erinnern sich an den Luftangriff auf Cottbus
Zeitzeugen erinnern sich an den verheerenden Luftangriff auf Cottbus
Cottbus
In den Mittagsstunden des 15. Februar 1945 schlugen die Bomben in Cottbus ein. Etwa 435 Flieger der 8. US-Luftflotte griffen die Stadt an. Die Bomben zerstörten weite Teile der Südstadt, auf dem Bahnhofsgelände wurde ein Munitionszug getroffen. Offiziell kamen 1000 Menschen um, 13 000 wurden obdachlos. Drei Zeitzeugen erzählen, wie sie diesen Tag erlebten.
Brennende Trümmer am Cottbuser Schützenplatz 7/8 und mittendrin ein junger Helfer. Das Foto wurde am 15. Februar 1945 von Hans Piater aufgenommen. Foto: Stadtmuseum Foto: StadtmuseumFrieda Späth (75) aus Cottbus sitzt in ihrem gemütlichen Wohnzimmer in der Dresdener Straße. In Vitrinen steht bunte Glaskunst, über dem Sofa ranken sich Pflanzen um antike Bilderrahmen. Sie erinnert sich gut an das Jahr 1945.
Der Krieg hatte ihre Familie aus Lodz in Polen, damals Litzmannstadt, vertrieben – ihre Mutter, ihr älterer Bruder Alex und sie zählten zu Tausenden von Flüchtlingen, die Anfang 1945 hierher kamen. Frieda Späth war damals 14 Jahre alt. „Mein Onkel lebte in Cottbus. Wir hatten schon eine kleine Wohnung bekommen, doch dann kam der Befehl: Alle Flüchtlinge müssen raus“, sagt sie. Das war im Februar, vielleicht der 12. oder 13., genau weiß sie es nicht mehr. Doch weil der Bahnhof überfüllt war, kamen sie nicht weg und wurden in Sandow in dem Schulgebäude in der Muskauer Straße untergebracht. In den Sälen schliefen Hunderte Menschen auf Strohsäcken.
Übersichtskarte Bombardierung von Cottbus im zweiten Weltkrieg
Jüngste Kommentare
Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden